Einen Hoffnungsschimmer für alle Zuckersüßen stellt das sogenannte „Closed Loop“-System dar. © knipseline / pixelio.de

Einen Hoffnungsschimmer für alle Zuckersüßen stellt das sogenannte „Closed Loop“-System dar. ©knipseline / PIXELIO

Zuerst die nackten Zahlen: Etwa 300.000 Menschen in Deutschland leiden an Diabetes mellitus Typ 1, mit der Folge, dass sie lebenslang mehrmals täglich ihren Blutzucker bestimmen und ihre Insulintherapie nach diesen Werten ausrichten müssen. Allen Zuckersüßen einen Hoffnungsschimmer bietet das sogenannte „Closed Loop“-System, welches das Kinder- und Jugendkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover gemeinsam mit internationalen Forscherteams kreiert hat. Dabei handelt es sich um ein Gerät, dessen Wirkungsweise einer künstlichen Bauchspeicheldrüse ähnelt, indem es Messungen und Insulingaben automatisch steuert.

Beim „Closed Loop“-System, einer Art geschlossenem Kreislauf, bestimmt ein Sensor, der seinen Platz unter der Haut hat, fortwährend den Gewebezucker. Gleichzeitig passt eine computergesteuerte Insulinpumpe automatisch die Insulindosis daran an.

Mitarbeiter des Bereichs der Klinischen Forschung im Kinder- und Jugendkrankenhaus „Auf der Bult“ haben – unter der Leitung von Professor Dr. med. Thomas Danne und Professorin Dr.med. Olga Kordonouri – in den vergangenen zwei Jahren Probanden sowohl in der Klinik als auch auf einem „Diabetes-Camp“ beim Gebrauch des neuen Systems überwacht. Gemeinsam mit Forschern aus Israel und Slowenien veröffentlichten sie unter anderem 2013 ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“.

„Ausgehend von diesen Tests forschen wir derzeit daran, die künstliche Bauchspeicheldrüse zur Serienreife zu entwickeln“, erklärt Professorin Dr.med. Olga Kordonouri. Allerdings werde bis zur Marktreife des Systems noch einige Zeit ins Land ziehen.

Weitere Infos zum Thema liefert Euch unser Beitrag „Blick in die Zukunft: Hoffnungsschimmer künstliche Bauchspeicheldrüse“.