Eltern sollten kleine Diabetiker ganz normal behandeln und ihrem Kind keine Sonderrolle zuweisen. ©Thommy Weiss / pixelio.de

Eltern sollten kleine Diabetiker ganz normal behandeln und ihrem Kind keine Sonderrolle zuweisen. ©Thommy Weiss / PIXELIO

Wenn bereits im Kindergartenalter Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert wurde, übernehmen logischerweise die Eltern das Diabetes-Management für ihren Sprössling. Allerdings sollten die kleinen „Zuckersüßen“ zugegen sein und zuhören dürfen, wenn ihre Eltern vom Diabetesteam in Sachen Messen des Blutzuckers, Injizieren des Insulins und Berechnen der Broteinheiten geschult werden.

Selbstverständlich dürfen sich die Kinder dabei dem Spielen widmen. Aber so ganz nebenbei werden sie dennoch mit dem Bestimmen des Blutzuckers und dem Spritzen des Insulins konfrontiert. Wichtig ist, dass der „kleine Patient“ mitbekommt: Der Arzt hat verordnet, dass Mama und Papa stechen und pieksen müssen. Auf diese Weise wird das regelmäßige Messen und Spritzen vom Kind nicht als Bestrafung empfunden.

Spätestens zur Einschulung sollte das Kind genau wissen, dass es unter Diabetes mellitus Typ 1 leidet, was Blutzucker bedeutet und dass sich der Blutzuckerspiegel im Normalbereich bewegen sollte. Ratsam ist es zudem, dem kleinen Diabetiker zu vermitteln, dass man niedrige Werte mit einer Nascherei, wie Gummibärchen oder Traubenzucker, abfedern kann.

Mit den ersten Schulungen wird in der Regel ab der ersten oder zweiten Schulklasse gestartet – das kommt natürlich ganz auf die individuelle Entwicklung des Kindes an: Manche Jungs und Mädels spritzen sich schon mit sechs Jahren selbst Insulin, andere erst mit neun oder zehn Jahren. Unumgänglich ist, dass der Grundschüler dazu in der Lage sein muss, die Verantwortung für die Einstellung des Blutzuckers selbst zu übernehmen. Besonders empfehlenswert ist auch der Besuch eines Diabetiker-Camps, wo gleichaltrige „Zuckersüße“ zusammenkommen und dabei feststellen, dass sie mit ihrem Diabetes nicht alleine sind.