Einfach, schnell und praktisch: Moderne Insulinpumpen verfügen über die sogenannte temporäre Basalrate.

Einfach, schnell und praktisch: Moderne Insulinpumpen verfügen über die sogenannte temporäre Basalrate.

Sandra liebt ihre Insulinpumpe. Seit nunmehr vier Jahren ist das technische Wunderwerk der tägliche Begleiter der Grundschullehrerin. Mittlerweile ist die 33-Jährige ein echter Fan der sogenannten temporären Basalrate. Dank dieser kann die Basalrate – der jeweiligen Situation entsprechend – prozentual für eine begrenzte Zeit abgesenkt oder erhöht werden.

„Ich bin ein absoluter Stressmensch“, lacht Sandra. „Immer, wenn ich unter Strom stehe, schnellt mein Blutzucker in die Höhe.“ Dank der temporären Basalrate kann sie auf diesen unliebsamen Effekt reagieren, indem sie die Insulinzufuhr manuell steigert. „Zumeist reicht mir schon eine zweistündige Erhöhung auf 120 Prozent, um meinen Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen“, erläutert sie. Zudem komme die kurzfristige Anhebung der Basalrate bei jeder Art von vorübergehender verminderter Insulinempfindlichkeit in Frage: So zum Beispiel bei fieberhaften Infektionskrankheiten oder im Verlauf eines Faulenzertages.

„Und, wenn ich mit meiner Freundin zweimal in der Woche jogge, kommt ebenfalls die temporäre Basalrate zum Einsatz. Dann reduziere ich die Insulinzufuhr bereits zwei Stunden vor unserem Lauftreff, und selbstverständlich während der sportlichen Aktivität. Mir genügt es, die Basalrate auf etwa 70 Prozent zu programmieren, aber das variiert natürlich bei jedem Menschen.“ Auch beim Hausputz habe sich das temporäre Absenken der Basalrate bewährt.

Gleiches gelte am Wochenende, wenn Sandra mit ihren Mädels um die Häuser zieht oder mit ihnen einen gemütlichen Fernsehabend bestreitet. Da Alkohol bekanntlich die Zuckerausschüttung der Leber hemmt und auf diese Weise die Gefahr für eine Hypo erhöht, senkt die erfahrene Insulinpumpenträgerin nach zwei bis drei Gläschen Prosecco die Basalrate für etwa zwei Stunden auf 80 Prozent ab – und zwar auf der Bettkante. „Dies bezieht sich jedoch nur auf mich. Da jeder anders auf Alkohol anspringt, kann die Therapieanpassung von Einzelfall zu Einzelfall abweichen“, gibt Sandra zu bedenken.

Das Spiel mit der temporären Basalrate hat Sandra Horizonte eröffnet: „Dank der Insulinpumpentherapie bin viel flexibler geworden.“