Die deutsche Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) und das spanische Startup Menschen Die kooperieren beim Aufbau einer modernen Online-Selbsthilfe-Community für alle „Zuckersüßen“. Menschen Die ist ein Netzwerk, in dem diejenigen, die mit einer Krankheit leben müssen, den Dialog miteinander suchen können. Hierzulande werden derzeit Plattformen für Diabetes, Adipositas, Alzheimer, Arthritis, Bipolare Störung, Depression, Eierstockkrebs, Epilepsie, Hautkrebs, HPV, Leukämie, Schizophrenie, Schuppenflechte, Vorhofflimmern und Zöliakie angeboten. Die Plattformen sind miteinander verknüpft, und die Unterstützung weiterer Krankheiten ist in Planung. Neben den Betroffenen können sich dort auch Angehörige, Freunde und Bekannte anmelden.

„Menschen Die mit Diabetes Leben“

Das ist sie: die neue Online-Selbsthilfe-Community (für) „Menschen Die mit Diabetes Leben“.


Das Portal „Menschen Die mit Diabetes Leben“ eröffnet die Möglichkeit, sich untereinander über die Stoffwechselerkrankung auszutauschen und eigene Erfahrungen einzubringen. „So helfen die Betroffenen sich gegenseitig, wie in einer Selbsthilfegruppe, nur mit dem Unterschied: das Portal ist 24 Stunden am Tag erreichbar“, betont Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der DDH-M. „Wir sind froh, mit Menschen Die einen Partner für eine moderne Ergänzung der Selbsthilfegruppen gefunden zu haben, dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die herkömmlichen Selbsthilfegruppen genauso wichtig bleiben wie bisher. Es unterscheiden sich lediglich die Zielgruppen.“

Das Portal bietet mit einer Ärztin 2.0 auch eine professionelle Ansprechpartnerin, die bei Falschinformationen oder fachlichen Fragen sofort eingreifen kann. Zudem wartet die Plattform mit einem Diabetes-Magazin auf. „Uns war es wichtig, gleichsam einen Mehrwert zu anderen Portalen, aber auch eine erhöhte Sicherheit für unsere Nutzer zu bereitzustellen. Kurz- oder mittelfristig wollen wir gerne auch Diabetesberater und Diabetologen einbinden“, sagt Tomas Garcia, CEO und Managing Director von People Who Global.

Gerade für Diabetiker sei es erfreulich, dass sie ohne weitere Anmeldungen direkt auch in der Selbsthilfe von häufigen Begleiterkrankungen, wie Zöliakie oder Depressionen, aktiv werden können. Das Portal erfülle im Gegensatz zu anderen gängigen Social Media Plattformen höchste Datenschutzanforderungen nach europäischen Standards. Die Betroffenen sollen ausdrücklich keine Klarnamen und keine Bilder von sich verwenden. Die Plattform ist darauf ausgelegt, dass die Besucher anonym bleiben.

Das Portal Menschen Die finanziert sich übrigens nicht über den Verkauf von Daten, sondern über strategische Partnerschaften. „Für uns war essentiell, dass sich die gespeicherten Daten nicht auf eine Person zurückverfolgen lassen und keine individualisierten Nutzerprofile entstehen. Das können wir ausschließen“, sagt Richard Schlomann, Vorstandsmitglied und Internetbeauftragter der DDH-M. Volljurist Jan Twachtmann ergänzt: „Es ist ein erhebliches Problem, dass auf Facebook Klarnamen und medizinische Daten und Probleme verknüpft werden. Versicherungen wollen diese Daten, Behörden können sie ebenfalls einsehen und dank Klarnamenzwang in beiden Fällen direkt einer Akte zuordnen.“