Das Helmholtz Zentrum München verfolgt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten zu entwickeln. Foto: Helmholtz Zentrum München

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten zu entwickeln. Quelle: Helmholtz Zentrum München

Der bayerische Staatssekretär für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, legte unlängst gemeinsam mit Vertretern des Helmholtz Zentrums München den Grundstein für den Helmholtz Diabetes Campus. Ziel ist es, in den geplanten Gebäudekomplexen alle Diabetesaktivitäten des Zentrums nach internationalen Standards unterzubringen.

„Die Diabetesforschung hier in Neuherberg wird von dem künftigen Gebäudekomplex profitieren. Sie wird noch interdisziplinärer, kommunikativer und spannender“, betonte Bernd Sibler. „Die neuen Infrastrukturen werden den Standort München im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung weiter stärken und dazu beitragen, dass es weltweit in der ersten Liga mitspielen kann.“

Wie wichtig die Erforschung der Volkskrankheit Diabetes ist, zeigen aktuelle Schätzungen. Demnach leidet in Deutschland heute bereits jeder Dreizehnte an der Stoffwechselerkrankung – das sind sechs Millionen Diabetiker. Professor Dr. Günther Wess, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, unterstrich in diesem Zusammenhang: „Es müssen möglichst rasch neue Therapiemöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen entwickelt werden. Der gesellschaftlich drängende Bedarf an interdisziplinären und systemischen Forschungsansätzen sowie die zunehmend komplexen Forschungsarbeiten im Diabetesbereich erfordern innovative Strukturen, die den wissenschaftlichen Austausch fördern.“

Mit dem Helmholtz Diabetes Campus entsteht eine neuartige, hochmoderne wissenschaftliche Forschungsinfrastruktur, die genau diese idealen Rahmenbedingungen am Standort München schafft. Das Helmholtz Zentrum München wird so den steigenden Anforderungen einer zukunftsgerichteten Wissenschaft und Forschung gerecht. Dr. Alfons Enhsen, Geschäftsführer für wissenschaftlich-technische Infrastruktur am Helmholtz Zentrum München, führte in seinem Grußwort aus: „Die Grundsteinlegung ist ein wichtiger Meilenstein. Beginnend mit dem ersten Bauabschnitt soll ein weltweit führendes Diabeteszentrum entstehen. Die Weiterentwicklung unseres Zentrums stellt uns vor die Herausforderung, eine moderne Infrastruktur bereitzustellen, die im internationalen Wettbewerb für Wissenschaftler attraktiv ist.“

Der Neubau des Helmholtz Diabetes Center I – eines der drei geplanten Gebäude – konnte nur dank die Unterstützung des Freistaates Bayern realisiert werden, der sich mit 20 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligte. Zwei weitere Gebäude, das Helmholtz Diabetes Center II und der Helmholtz Pioneer Campus, sind bereits in Planung.

Letzterer stellt eine weitere Besonderheit in der Wissenschaftslandschaft dar. Professor Matthias Tschöp, Direktor des Instituts für Diabetes und Adipositas und Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselerkrankungen an der Technischen Universität München, erklärte: „Hier werden fachübergreifende Teams aus Biologen, Medizinern, Ingenieuren, Physikern und weiteren Disziplinen gemeinsam und zeitnah Lösungen und Produkte für wichtige medizinische Bedarfe entwickeln.“