Leider wahr: Studienergebnisse zeigen, dass die diabetische Polyneuropathie bei fast jedem dritten Diabetiker auftritt. Aber auch schon in den Stadien vor der Ausbildung eines Diabetes mellitus kann sich eine diabetische Polyneuropathie entwickeln, nämlich bei 13 Prozent aller Menschen mit einer gestörten und bei immerhin sieben Prozent aller Menschen mit einer völlig normalen Zuckerverwertung.

Diabetes und diabetische Neuropathie

Viele Diabetiker sind von einer Neuropathie betroffen – häufig ohne es zu wissen. © koszivu/Fotolia


Bei einer diabetischen Neuropathie werden Blutgefäße und Nerven geschädigt. Eine gefürchtete Komplikation ist das diabetische Fußsyndrom (DFS), bei dem es aufgrund der Durchblutungsstörungen zu schlecht heilenden Wunden und Geschwüren kommt. Meist besteht gleichzeitig ein vermindertes Schmerzempfinden, so dass Wunden häufig nicht bemerkt werden. Das diabetische Fußsyndrom führt jährlich zu 50.000 Amputationen, von denen mehr als die Hälfte vermeidbar wäre. Erschreckend ist: Jährlich kommen 230.000 neue DFS-Patienten hinzu.

Symptome bei diabetischer Neuropathie

Es gibt verschiedene Formen der diabetischen Neuropathie. Bei der distalen symmetrischen sensiblen oder sensomotorischen Form zeigen sich Nervenschädigungen beidseits anhand von Schmerzen oder Gefühlsstörungen an den Füßen. Die proximale asymmetrische motorische Variante macht sich in isolierten Muskellähmungen, zum Beispiel an den Oberschenkeln, bemerkbar. Bei der etwas selteneren Mononeuropathie ist ein einzelner Nerv befallen, der zum Beispiel zu Augenmuskellähmungen führen kann. Schließlich gibt es noch die autonome Neuropathie, bei der innere Organe, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-System oder Magen-Darm- und Urogenital-Trakt, betroffen sind.

Vorbeugende Maßnahmen gegen diabetische Neuropathie

Das Wichtigste gegen diabetesbedingte Folgeerkrankungen und Komplikationen ist eine gute Blutzuckereinstellung. Deshalb ist es neben einer gesunden Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung notwendig, gezielt seinen Blutzucker zu messen und zu dokumentieren – vor allem auch nach den Mahlzeiten. Die tägliche Fußinspektion ist unumgänglich, um frühzeitig Verletzungen oder Druckstellen zu erkennen. Mindestens einmal pro Jahr sollten sich Diabetiker auf Anzeichen einer diabetischen Neuropathie beim Arzt untersuchen lassen. Mit einfachen und schmerzfreien Basis-Untersuchungen kann der behandelnde Arzt prüfen, ob bereits Schädigungen der Nerven vorliegen.