Vorurteile in Zusammenhang mit Diabetes kennen wir wohl alle. Oder wer von euch wurde damit noch nicht konfrontiert? Ich denke, da dürfte sich hier jetzt kaum jemand zu Wort melden. Das liegt wohl mitunter daran, dass es zu viele verschiedene Diabetes-Typen/Formen gibt und die meisten Menschen an Diabetes Typ 2 erkrankt sind. Weshalb auch genau über diese Form des Diabetes verstärkt in den Medien berichtet wird.

Aufgrund der Namensgleichheit „Diabetes“, werden Diabetes Typ 1a/b, Typ 2a/b/…, Typ 3c oder XYZ gleichgesetzt und kaum jemand weiß, dass Diabetes eben nicht gleich Diabetes ist. Hier wird dann mal vom schweren Diabetes gesprochen, wenn die Behandlung über eine Diät oder Tabletten hinausgeht.

Diabetes Vorurteile

Diabetes! Vorurteile und Verwirrung: Außenstehende und nicht Nicht-Betroffene wissen oft nicht, dass Diabetes eben nicht gleich Diabetes ist.

Diabetes-Typen

Die verschieden Diabetes-Formen sind in Typen unterteilt (Typ 1, 2 und 3 + Gestationsdiabetes) die nach Ursachen unterschieden werden. Aber auch die Therapieformen sind völlig unterschiedlich: Nicht nur innerhalb der verschiedenen Diabetes-Typen wird die Medikamentation/das Vorgehen der Behandlung entschieden, sondern individuell einzeln, für jeden Patienten. Auch die Blutzucker-Zielbereiche gleichen sich nur annähernd.

Als Diabetiker besprichst du die Basics mit deinem Arzt/Diabetologen. Im Alltag bist du selbst der Herr über deine Blutzuckerwerte und das ist definitiv kein Zuckerschlecken!

Vorurteile wie „Diabetes, die Zuckerkrankheit, die meine Oma auch hatte…“

„Diabetes? – Ah ja die Zuckerkrankheit, hatte meine Oma auch. Die hat es aber wieder wegbekommen.“ Vermutlich mit weniger Schokolade ;)? Das ist wohl der Klassiker in Sachen Vorurteile, so höre ich es jedenfalls oft. Gern auch „Diabetes, jetzt schon, in dem Alter?“. Aber woher sollen es „Außenstehende“ auch besser wissen?

Mit am besten gefällt mir übrigens auch das Vorurteil: „Ach du hast eine Insulinpumpe, herrje, dann hast du den ganz schweren Diabetes.“ Das will ich oft gar nicht mal abstreiten, von daher lasse ich es auch schon mal so stehen. Denn einfach macht mir der Diabetes das Leben tatsächlich nicht! Die Aufgabe eines Organs zu übernehmen ist schon eine Herausforderung. Ich hoffe dann nur, dass die Aussage nicht auf mein Gewicht bezogen war ;/.  Man weiß es nicht. Diabetes in Kürze zu erklären fällt mir jedoch auch sehr schwer…

Und was sagen Mediziner und die Profis dazu?

Selbst auf Diabetes spezialisierte Mediziner haben oft Schwierigkeiten Diabetes zu definieren und einzuordnen. So kenne ich einige, die falsch diagnostiziert wurden. Zunächst hieß es Diabetes Typ 2, dann war es doch Diabetes Typ 1. Aber auch umgekehrt ist diese Verwechslung keine Seltenheit.

Wenn selbst Mediziner Schwierigkeiten haben hier zu unterscheiden und nicht konkret sagen können, wie unser Diabetes entstanden ist, wie sollen es dann Außenstehende wissen, was es mit dieser Krankheit auf sich hat? Mir konnte selbst nie jemand sagen, warum ich Diabetes habe. Selbst konnte ich es mir auch nicht erklären. Ich war ein Waldkind, immer viel draußen, habe viel Gemüse aus dem Garten genascht, war nie großartig krank… Mhh, Ursache: idiopathisch? Umwelt-Einfüsse? Vitamin-D-Mangel? Virus/Infektion? Die Begründung „autoimmunbedingt“ reicht mir nicht. Dazu bin ich wohl zu neugierig, um mich damit einfach abfinden zu können. Irgendeinen Fehler im System muss es ja geben/gegeben haben, warum ich nun mit diesem schweren Diabetes 😉 leben darf. Ach ja! Diabetes verwirrt selbst die Betroffenen…