Frühstücken, wann ich will: Bei der intensivierten Insulintherapie (ICT) ist eine flexible Gestaltung des Tages und der Mahlzeiten möglich. © Julien Christ / pixelio.de

Frühstücken, wann ich will: Bei der intensivierten Insulintherapie (ICT) ist eine flexible Gestaltung des Tages und der Mahlzeiten möglich. ©Julien Christ / PIXELIO

Neulich war ich echt geschockt. Nach einem gemütlichen Rundgang über den Wochenmarkt, bekam ich plötzlich Appetit auf eine gegrillte Bratwurst mit Brötchen. Als ich mich – mit der herzhaften Leckerei in der Hand – an einem Stehtisch platziert hatte, beobachtete mich eine junge Frau ganz ungeniert beim obligatorischen Messen des Blutzuckers und beim Scharfschalten meines Insulinpens. „Darf ich Sie mal etwas fragen“, sprach sie mich an. „Müssen Sie sich nicht an starre Zeiten für die Mahlzeiten halten?“

Etwas verdattert entgegnete ich ihr: „Selbstverständlich nicht, was ja auch im Alltag oder im Berufsleben ein Ding der Unmöglichkeit darstellt.“ Jetzt betrachtete mich mein Gegenüber aus weit aufgerissenen Augen. „Ach so. Ich spritze mir mein Insulin immer zu festen Zeiten, danach richte ich auch meine Essgewohnheiten aus.“

Nach kurzem Nachdenken, empfahl ich der Typ-1-Diabetikerin, doch mal Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt zu halten. Schließlich sind bei der intensivierten Insulintherapie (ICT) die Essenszeiten nicht fest vorgeschrieben, weil man dabei morgens und abends ein Basalinsulin injiziert, das den täglichen Grundbedarf abdeckt.

„Also, ich stille meinen Hunger, wenn mir danach ist“, erläuterte ich meiner Zufallsbekanntschaft. „Vor dem Essen messe ich meinen Blutzucker, berechne die Broteinheiten und spritze mir dann – je nach Wert – mein Kurzzeitinsulin.“ Artig bedankte sich die junge Frau für meine Auskunft, um in der Menschenmenge unterzutauchen.