Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass sich das Zusammenspiel der Darmkeime von Kindern mit Diabetes-typischen Autoantikörpern von dem gesunder Kinder unterscheidet. Diese Differenzierung tritt bereits auf, bevor Antikörper im Blut nachweisbar sind, berichten die Experten. Infolgedessen hätten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass bakterielles Erbgut, das sogenannte Mikrobiom, möglicherweise an der Entstehung von Autoimmunprozessen beteiligt sei.

Vor dem Hintergrund der BABYDIET-Studie, die sich mit dem Einfluss von Ernährungsfaktoren auf das Diabetesrisiko auseinandersetzt, verglichen die Wissenschaftler die Zusammensetzung und Interaktion der Darmflora bei Kindern, die später Diabetes-spezifische Autoantikörper im Blut entwickelten, mit Daten von Kindern ohne Autoantikörper.

„Dabei stellte das Team um PD Dr. Peter Achenbach und Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler vom Institut für Diabetesforschung sowie Dr. David Endesfelder und PD Dr. Wolfgang zu Castell von der Abteilung Scientific Computing am Helmholtz Zentrum München fest, dass sich die Diversität und Zahl der Darmkeime in beiden Kollektiven ähneln“, heißt es in einer Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München. „Die Interaktionsnetzwerke der Darmkeime dagegen unterschieden sich in den beiden Gruppen deutlich – und zwar schon in den ersten Lebensjahren, Monate bis Jahre, bevor die eine Gruppe Diabetes-typische Autoantikörper entwickelte.“

„Eine Reihe externer Faktoren, wie Ernährung, Hygiene oder gar der Geburtsmodus, können sowohl die Zusammensetzung als auch die Interaktion der Darmbakterien beeinflussen“, erklärt die Studienleiterin Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler. „Wenn wir diejenigen Parameter identifizieren, die zu eher negativen Mikrobiomeigenschaften führen, können wir neue Präventionsansätze gegenüber Autoimmunprozessen, wie beispielsweise beim Typ-1-Diabetes, entwickeln.“