Zellkultur im Blickpunkt: Besonderen Focus legt das Helmholtz Zentrum München auf die Erforschung des Diabetes mellitus. © Helmholtz Zentrum München

Zellkultur im Blickpunkt: Besonderen Focus legt das Helmholtz Zentrum München auf die Erforschung des Diabetes mellitus. ©Helmholtz Zentrum München

Vor wenigen Wochen ist das Forschungsprojekt HumEn an den Start gegangen, das führende europäische Stammzellforschungsgruppen aus Wissenschaft und Industrie vereint. Das gemeinsame Ziel? Die Erforschung der Insulin-produzierenden Betazellen voranzutreiben. So könnten Stammzellen künftig für Zellersatz-Therapien bei Diabetes genutzt werden. Einen der insgesamt neun Projektpartner von HumEn verkörpert das Institut für Diabetes- und Regenerationsforschung am Helmholtz Zentrum München. Die Europäische Union fördert HumEn mit sechs Millionen Euro.

Fakt ist, dass Diabetes mit einer fehlerhaften Funktion der Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse einhergeht. Regenerative Behandlungsansätze zielen darauf ab, diese Zellen zu erneuern beziehungsweise zu ersetzen, um Diabetes heilen zu können. Allerdings ist Spendergewebe rar und die künstliche Herstellung dieser Zellen aus Vorläuferzellen, den sogenannten pluripotenten Stammzellen, bislang nicht vollständig möglich, heißt es in einer Pressemeldung des Helmholtz Zentrums München.

Im HumEn-Projekt wollen die Wissenschaftler nun die Mechanismen der Unterscheidung sowie des Wachstums und der Vermehrung der Vorläuferzellen von Betazellen intensiv durchleuchten. Die Erkenntnisse sollen zu einer effizienten Erzeugung von funktionalen Betazellen beitragen, die für Transplantations-Therapien bei Diabetikern eingesetzt werden können. Zudem könnten sich wichtige Grundlagenkenntnisse zu Zellzyklus und Reifungsprozessen ergeben, die insbesondere in der Stammzellforschung von großer Bedeutung sind.

Die Projektführung von HumEn hat das Danish Stem Cell Center (DanStem) der Universität Kopenhagen inne. „Mit HumEn wollen wir entscheidend zu einer Verbesserung der Behandlung und der Lebensqualität von Menschen mit Diabetes beitragen“, betont Projektleiter Prof. Henrik Semb. „Die wissenschaftliche Kompetenz und Interdisziplinarität unseres Teams sowie der kooperative Forschungsansatz bergen ein großes Potenzial – sowohl für die Patienten als auch für die Bedeutung Europas in der biomedizinischen Wissenschaft.“