Von Anne-Catrin Bieber, Diabetesassistentin, DIASHOP-Außendienst

Die Haut ist trocken juckt, schuppt und spannt? Bei Diabetes ist dies ein bekanntes Problem. Pflegeprodukte schaffen Abhilfe – wenn die Inhaltsstoffe stimmen. Insulin-Injektionsstellen bzw. Klebestellen Pflaster von Infusionssets und Sensoren können Hautprobleme verursachen – was tun?

Hautpflege bei Diabetes

Hautpflege bei Diabetes – dazu einige Tipps von Anne-Catrin Bieber, Diabetesassistentin, DIASHOP-Außendienst

Warum ist Hautpflege bei Diabetes ein wichtiges Thema?

Die Haut wird bei Diabetes gleich mehrfach belastet:

  • Von innen heraus: Hohe Blutzuckerwerte wirken sich auf die feinen Blutgefäße und Nerven aus, welche die Haut durchziehen. Als Folge vermindert sich die Durchblutung und damit die Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Drüsen produzieren weniger Talg und Schweiß (Fett und Feuchtigkeit) als normal. Die Haut kann weniger Feuchtigkeit binden. Das Ergebnis: Trockene, empfindliche, schuppige und oft auch juckende Haut.

Für das Symptom der juckenden Haut  kennt die Medizin sogar einen eigenen Begriff: „Pruritus diabeticorum“. Er bezeichnet einen unspezifischen Juckreiz, der sich nicht auf andere Erkrankungen zurückführen lässt. Besonders häufig juckt es Menschen mit Diabetes übrigens an den Unterschenkeln und im Genitalbereich.

  • Äußerliche Belastungen: Jede Insulininjektion bedeutet eine kleine Verletzung für die Haut, die abheilen muss. Wer eine Insulinpumpe bzw. ein System zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM bzw. FGM) trägt, klebt regelmäßig für mehrere Tage ein Pflaster auf die Haut. Die Pflasterbestandteile können Irritationen bzw. Allergien auslösen.

Hauptpflege beginnt schon beim Waschen bzw. Duschen

Bei der Auswahl der Produkte (Seifen bzw. Waschstücke oder Waschemulsionen) ist der pH-Wert entscheidend. Der Hydrolipidfilm auf der Hautoberfläche hat einen durchschnittlichen pH-Wert von 5,5, welcher  durch körpereigene saure Substanzen zustande kommt. Dieser „Säureschutzmantel“ schützt die Haut vor Infektionen, Reizung, Allergie und Austrocknung. Außerdem hat er einen natürlichen „Deo-Effekt“: Die bakterielle Zersetzung von Schweißbestandteilen, durch die der Körpergeruch entsteht, wird niedrig gehalten.

Produkt zum Waschen bzw. Duschen bei Diabetes sollten einen pH-Wert von 5,5 haben. Damit bleibt der Säureschutzmantel der Haut erhalten: Dies bietet auch einen gewissen Schutz vor Pilzinfektionen – bei Diabetes ein wichtiges Thema.

Hautpflege bei Diabetes

Beim Duschen eine milde Waschlotion verwenden, am besten mit einem pH-Wert von 5,5.

Gut abtrocknen und die Haut täglich eincremen

Häufiges Duschen und Baden trocknet die Haut aus. Besser sind kürzere Duschbäder mit lauwarmem Wasser. Nach dem Duschen bzw. Baden sollte die Haut gut abgetrocknet werden – vor allem zwischen den Zehen und in Hautfalten.

Lästig, aber notwendig: Die Haut bei Diabetes muss täglich eingecremt werden. Vor allem nach dem Duschen oder Baden ist dies unverzichtbar. So wird der Haut Feuchtigkeit und Fett zugeführt, die beim Kontakt mit Wasser verloren gehen.

Welche Pflegeprodukte sind bei Diabetes besonders geeignet?

Hier kommt es erstens auf die Körperstelle an, die eingecremt werden soll. Eine Creme für alles – dies ist nicht zu empfehlen. Das Gesicht hat andere Anforderungen an Pflegeprodukte als die Hände, die Füße oder der Körper.

Hautpflege bei Diabetes

Gute Hauptpflegeserien, wie z.B. sebamed, bieten für jeden Körperbereich passende Cremes und Lotionen. Erhältlich sind sie bei DIASHOP.

Ganz wichtig bei der Auswahl der Pflegeprodukte bei trockener Haut: Der hohe Anteil feuchtigkeitsspendender Inhaltsstoffe. Allen voran ist hier Urea (Harnstoff) zu nennen. Harnstoff (Urea) ist ein hautverwandter, natürlicher Feuchthaltefaktor, der hilft, übermäßigen Wasserverlust aus der Haut zu verhindern, und so nachhaltig hydratisierend wirkt. Er lindert sofort spürbar Juckreiz und Spannungsgefühl und unterstützt die natürliche Abschuppung sehr trockener Haut.

Weitere wichtige Wirkstoffe sind Panthenol (wirkt entzündungshemmend) und Lipide (Fette). Wer eine besonders trockene und empfindliche Haut hat, sollte Produkte ohne Parfum verwenden.

Cremeschäume in Spraydosen sind eine Alternative zu Cremes und Lotionen. Hier wird der Doseninhalt in Verbindung mit Treibgas aufgeschäumt. Der dabei entstehende Schaum lässt sich gut verteilen und zieht schnell ein.

Hautpflege bei Diabetes

Cremeschäume, die zur Hautpflege bei Diabetes besonders geeignet sind, gibt es ebenfalls bei DIASHOP

Hautpilz und Co. – bei Diabetes leider häufig

Keime und Bakterien können in  trockene, rissige Haut leichter eindringen. Ein Grund, warum Hautinfektionen und Hautpilzerkrankungen bei Diabetes gehäuft auftreten. Infektionen zeigen sich vor allem an den Füßen und in Hautfalten. Solche Stellen gehören in die Hände eines Hautarztes, sie sollten nicht selbst behandelt werden.

Hautprobleme durch die Insulininjektionen

Wer Insulin spritzt bzw. einen Insulinpumpen-Katheter trägt, wird vielleicht schon festgestellt haben, dass sich kleine (oder große) „Knubbel“ (medizinisch: Lipohypertrophien) in der Haut bilden können. Sie entstehen, wenn das Insulin häufig an eine Stelle injiziert wird. Solche Lieblingsstellen sollte man konsequent meiden und stattdessen die Injektionsstellen (Spritzstellen) regelmäßig wechseln. Nur so lassen sich diese Lipohypertrophien verhindern. Ebenso wichtig: Die Pennadel regelmäßig wechseln, denn abgenutzte Nadeln hinterlassen größere Verletzungen in der Haut. Auch das begünstigt Lipohypertrophien.

Hautprobleme durch Pflaster von Infusionssets und Sensoren

Infusionssets für die die Insulinpumpentherapie werden regelmäßig alle 2-3 Tage gewechselt. Deutlich länger (6-7 Tage) ist die Tragedauer bei  Sensoren zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) bzw. bei FreeStyle Libre (14 Tage). Verständlich, dass die Haut hier Probleme bereiten kann. Zu unterscheiden sind  Hautirritation und Kontaktallergien

Hautirritationen durch Katheterpflaster erkennt man an Rötungen und leichtem Juckreiz, der nach Entfernen des Pflasters verschwindet. Hier kann ein Schutzspray (wie Cavillon oder Askina Barrier helfen. Es wird vor dem Aufkleben des Pflasters auf die Haut gesprüht. Gut trocknen lassen!

Kontaktallergien kommen seltener vor, sind aber schwerwiegender. Sie zeigen sich durch lokale Rötungen mit Papeln und gelblichen Bläschen sowie unerträglichen Juckreiz. Sie treten oft erst Monate oder sogar Jahre nach dem ersten Kontakt mit dem Pflaster (Allergen) auf, bleiben dafür aber lebenslang bestehen. Die Diagnose „Kontaktallergie“ stellt der Hautarzt.

Bei einer Kontaktallergie kann es hilfreich sein, acrylatfreie Schutzpflaster aus dem Bereich der Wundheilung (wie Biatain oder Cutimed) unter das eigentliche Katheterpflaster zu kleben. Dies in Absprache mit dem Arzt.

Wenn solche Schutzpflaster verwendet werden, dürfen sie nie „durchgeschossen“ werden, da sonst Kleber in die Einführungsstelle  gelangt. Vor dem Aufkleben sollte der Anwender ein kleines Loch für die Kanüle anbringen.

Produkte zum Hautschutz vor dem Aufkleben von Pflastern in Verbindung mit Infusionssets und Sensoren gibt es bei DIASHOP.