Gewürze in weihnachtlichem Gebäck und Getränken sorgen nicht nur für den besonderen Geschmack. Sie regen nebenbei die Verdauung an und bringen Herz und Kreislauf in Schwung. Wohlgerüche von Zimt, Anis, Kardamom, Ingwer und Nelken verleihen dem Weihnachtsfest die richtige Würze. Doch steckt in den würzigen Zutaten weit mehr als nur festlicher Duft. Schon antike Völker setzten Blüten und Knospen, Wurzeln und Rinden nicht nur als kulinarische Bereicherung ein, sondern gezielt, um Kranke zu heilen.

„weihnachtliche“ Gewürzkunde

Duftende Zutaten für die Weihnachtsbäckerei. © Floydine/Fotolia


Ingwer, das wichtigste Heilmittel der chinesischen Medizin, stärkt den Magen und hilft bei der Fettverdauung. Er regt den Kreislauf an, erwärmt und entspannt den Körper von innen und gilt als Geheimwaffe gegen Übelkeit und Erbrechen. Er lindert Schmerzen und wirkt gegen Entzündungen. Durch seine Scharfstoffe regt Ingwer Speichelfluss und Verdauungssäfte an.

Gewürznelken wirken aufgrund ihres hohen Gehalts an Eugenol, einem ätherischen Öl, desinfizierend und betäubend. Deshalb hilft es bei Zahnschmerzen, Gewürznelken zu kauen oder das Zahnfleisch mit einem in Nelkenöl getränkten Wattestäbchen zu massieren. Was nebenbei auch noch gegen Mundgeruch hilft.

Anregend und erwärmend wirkt Zimt. Auch Zimt enthält Eugenol, allerding etwas weniger als Nelken. Das Gewürz kurbelt die Durchblutung an, senkt den Blutdruck und schützt die Blutgefäße. Zimt stoppt Bakterien und Hefepilze schon im Mund, fördert die Fettverdauung und den Appetit. Beim Kauf von Zimt sollte man darauf achten, Zimt aus Ceylon zu kaufen. Das steht meist ausdrücklich auf der Packung, weil es ein Qualitätsmerkmal ist. Der meist billigere Cassia-Zimt aus China, Vietnam oder Indonesien enthält wesentlich mehr vom Inhaltsstoff Cumarin, der nicht in größeren Mengen verzehrt werden sollte. Trotzdem muss niemand auf Weihnachtsgebäck verzichten. Denn auch bei Cassia-Zimt sind für Kleinkinder drei Zimtsterne täglich völlig unbedenklich, für Erwachsene das Doppelte.

Koriander ist ein guter Helfer bei Völlegefühl und Durchfall. Das Gewürz enthält Korianderöl, das bei Magen- und Darmproblemen krampflösend wirkt. Wie auch andere ätherische Öle kann Korianderöl bei Säuglingen und Kleinkindern zu Atemnot führen, weshalb es bei den Kleinen nicht in der Nähe von Mund und Nase verwendet werden soll.

Grüner Kardamom wird für Lebkuchen oder Spekulatius verwendet. Er unterstützt die Verdauung, entkrampft und wirkt leicht antibiotisch. Außerdem vertreibt er Mundgeruch und Völlegefühl. Ein wenig Kardamom-Pulver macht Kaffee magenverträglicher.

Anis wirkt schleimlösend und ist ein gutes Mittel gegen Husten. Er hilft bei Blähungen, entkrampft Magen und Darmwände und unterstützt damit die Verdauung.

Gewürz-Tipps:

  • Lichtgeschützt, trocken und kühl in gut verschließbaren Dosen lagern.
  • Nicht länger als drei Jahre aufbewahren.
  • Körnergewürze möglichst ganz lassen und erst kurz vor dem Gebrauch mahlen oder reiben. So bleibt das Aroma erhalten.
  • Wenn möglich, erst kurz vor dem Verzehr zur Mahlzeit geben. Wenn sie heiß werden, oder gar brennen, werden sie bitter.
  • Auf fertige Gewürzmischungen besser verzichten. Sie enthalten oft Zusatzstoffe (Salz, Zucker und Geschmacksverstärker). Der Anteil der Gewürze ist eher gering.
  • Mit Nelken gespickte Früchte verströmen weihnachtlichen Duft in der ganzen Wohnung.

(Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V.)