Vor wenigen Tagen erreichte mich ein Anruf meiner völlig aufgelösten Freundin. Frischgebackene Insulinpumpenträgerin, müsst Ihr wissen. „Du, Chrissie, mir gehen nach etwa einem Monat die freien Stellen am Bauch aus“, meinte sie. „Ich wollte Dich mal fragen, wo ich meinen Teflon-Katheter noch setzen könnte. Du kennst Dich doch damit bestens aus.“
„Oh“, dachte ich mir, „wenn die Tine bereits nach vier Wochen Probleme hat, eine passende Stelle zu finden – das kann ja was werden.“

Also: Fakt ist, dass es eine Menge Möglichkeiten gibt, den Katheter zu platzieren. Ich persönlich bevorzuge Einstichstellen in der vorderen und seitlichen Bauchwand sowie im Hüftbereich bis hin zu den Pobacken. Selbstverständlich achte ich dabei auf die Kleidung, die ich aktuell trage, damit der Schlauch nicht abgeknickt wird. Zudem darf die Einstichstelle niemals direkt unterhalb des Gürtels oder eines engen Hosenbundes liegen, da mechanischer Druck auf die Nadel zu Schmerzen oder Einblutungen führen kann. Klar: Am Anfang sind viele Stellen sehr empfindlich, aber das ist Gewohnheitssache und lässt mit der Zeit nach!

Die vordere und seitliche Bauchwand sind unter Insulinpumpenträgern die bevorzugten Infusionsstellen.

Die vordere und seitliche Bauchwand sind unter Insulinpumpenträgern die bevorzugten Infusionsstellen.

Tabu sind für mich die Zonen rund um den Bauchnabel (hier halte ich einen Abstand von mindestens drei Zentimetern ein) sowie rund um meine Blinddarmoperationsnarbe. Um Verhärtungen des Unterhautfettgewebes gar nicht erst entstehen zu lassen, wechsele ich immer die Injektionsstelle. Viele „Pumpis“ schwören dabei auf die Uhr- oder auf die M- und W-Methode, doch ich teile meinen Körper in zwei Hälften ein, ganz nach dem Motto: „Heute linke, übermorgen rechte Seite.“

Einige wenige Pumpenträger setzen ihre Katheter sogar am Oberarm oder Oberschenkel. Dies ist jedoch nichts für mich… Als passionierte Jeansträgerin sind meine Beine ein No-Go. Wobei, wenn ich mich im Sommer in mein neuerstandenes, todschickes Kleidchen werfe, werde ich vielleicht auf die Oberschenkelpartie zurückgreifen.