„Deine Zeit als College-Student wird die beste in deinem Leben sein“ – so in etwa hörte ich es von Mitstudenten und Mannschaftskameraden, als ich am 26. Juli 2012 nach Amerika kam. Hier wollte ich meinen Traum vom College-Sportler und Vorzeige-Studenten wahr werden lassen. In Deutschland wäre es nahezu unmöglich gewesen, Leistungssport und Studium erfolgreich zu verbinden, ohne Abstriche machen zu müssen. Bis heute, mehr als vier Jahre später, hat sich vieles von dem bestätigt bestätig, was mir versprochen wurde.

Felix Petermann

Felix Petermann: „Es war immer mein Traum, Leistungssport und Studium erfolgreich an einer amerikanischen Elite-Uni zu verbinden“

Inzwischen sind die ersten beiden Schulwochen an der Stanford University vorüber. Anstrengend waren sie. In meiner bisherigen College-Zeit an der San Jose State und der Towson University hatte ich nie eine Woche, die so intensiv war, so vollgepackt mit Unterrichtsvorbereitungen, Hausaufgaben und außerschulischen Pflichtveranstaltungen. Da kann man schnell den Überblick verlieren – und die Nerven. Dazu kommen andere Faktoren: die Größe des Campus, beispielsweise. Fast 35 km2, mehr als 4500 Fußballfelder. Glücklicherweise pendle ich nur zwischen drei nah beieinanderliegenden Schulgebäuden. Sonst hätte ich wohl auch da schnell den Überblick verloren.

Felix Petermann

Felix Petermann: „Die Größe des Stanford University Campus ist mit fast 35 km² größer als 4.500 Fußballfelder.“

Geboten bekommt man dennoch viel, allein die 20-minütige Fahrt mit dem Rad von meiner Wohnung zur Uni, vorbei an beeindruckenden Wohn- und Bürohäusern, ausgedehnten grünen Parks und dem 50.000 Zuschauer fassenden Stanford Stadium, der Heimspielstätte des College-Footballteams, ist sehenswert. Auch die Professoren liefern ihren Beitrag, damit wir aus unserem Studium hier das beste machen können. Und wenn man sich die Zeit einteilt, ist der Arbeitsaufwand zu verkraften. Dann bleibt Gelegenheit, den ein oder anderen Nachmittag zu genießen, den Campus zu erkunden oder sich mit den Kommilitonen auf ein Bier zu treffen. Mein Blutzucker scheint die ganze Aufregung und den Stress besser zu verkraften, als ich selbst. Er hat sich bei Durchschnittswerten von 110 bis 150 mg/dl (6 bis 8 mmol/L) eingepegelt. Wenn es so weitergeht, wird auch das Kapitel „Master-Studium“ trotz der Strapazen am Ende das Prädikat „beste Zeit meines Lebens“ erhalten.

 

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