Wenn ich zu Informations- oder Schulungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche mit Typ 1 eingeladen werde, um über meine Erfahrungen mit Diabetes und Sport zu berichten, sind oft auch deren Eltern dabei. Dann fällt meist auch die Frage: „Wie schaffst du es, deinen Diabetes trotz der intensiven sportlichen Belastung erfolgreich zu managen?“ Die Antwort ist simpel – ich lasse mir von meinem Diabetes-Team helfen. Dazu gehört meine Familie, meine Freunde, Ärzte, Diabetesberaterinnen sowie Trainer, Mitspieler und Uni-Professoren. Sie alle wissen von meinem Diabetes, das ist die erste und wichtigste Voraussetzung. Denn so weiß ich, selbst wenn ich mal eine Injektion vergessen sollte oder die Vibration meines CGM-Empfängers nicht wahrnehme, habe ich Menschen um mich herum, die mich daran erinnern.

Diabetesmanagement-ist-Mannschaftssport

In Amerika gibt es eine Vielzahl lokaler, regionaler und nationaler Diabetesorganisationen, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen, Erfahrungen austauschen und gemeinsame Ausflüge unternehmen.

In Amerika gibt es noch einen weiteren großen Teamkameraden, nämlich eine Vielzahl lokaler, regionaler und nationaler Diabetesorganisationen, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen, Erfahrungen austauschen, gemeinsame Ausflüge unternehmen und jederzeit Unterstützung anbieten. Klar, in Deutschland gibt es Selbsthilfegruppen. Aber die sind, meines Wissens nach, nicht unbedingt auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet, sondern eher auf die Eltern.

 

Diabetesmanagement ist Mannschaftssport

Das “Wir” gewinnt – Diabetesmanagement ist Mannschaftssport

Es ist für mich immer wieder bemerkenswert, wie offen Menschen mit Diabetes in den USA mit ihrer Erkrankung umgehen, egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. In Deutschland geschieht ein solcher Erfahrungsaustausch in der Regel nicht im Büro oder während der „Hofpause“. Zu groß ist die Angst, als Außenseiter angesehen zu werden, womöglich den Verlust des Jobs zu riskieren. Dabei würde es das Leben so viel einfacher für alle Beteiligten machen. In Situationen wie beispielsweise während einer starken Unterzuckerung sind es genau die Leute, von denen wir täglich umgeben sind, die uns helfen könnten. Ich hoffe inständig, dass wir bald auch in Deutschland uns nicht mehr hinter dem Diabetes verstecken müssen. Diabetesmanagement funktioniert am besten im Team – ganz nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark, allein gehen wir unter.“ Schaut euch das nachfolgende Video von einem Fußballnachmittag für Typ-1-Diabetiker mit anschließender Fragerunde an und ihr versteht, was genau ich damit meine.

 

 

Wie geht Ihr mit dem Diabetes um? Habt Ihr oft das Gefühl, mit der Krankheit allein zu sein? Wenn ja, warum? Schreibt es mir in den Kommentaren!

Bis bald, Euer Felix

 

 

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SERIE (4): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Diabetes-Jugend-Camp in Bad Mergentheim
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SERIE (10): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Vom „Penner“ zum „Pumper“ – Zeit für ein erstes Zwischenfazit
SERIE (11): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Studium an einer amerikanischen Elite-Uni – Nichts für schwache Nerven
SERIE (12): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Vom “Penner” zum “Pumper” – Wenn’s mal nicht läuft, leidet das Vertrauen
SERIE (13): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Blutzuckerüberwachung 2.0 – CGM und „Nightscout“
SERIE (15): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Polarisierend – Die Präsidentschaftswahlen in Amerika
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SERIE (22): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Von Light-Getränken bis Wasser – Hauptsache ohne Zucker?!
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SERIE (25): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: „Data Journalism“ und „Multimedia Storytelling“ – Wie bitte?!
SERIE (26): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Schlechtes Wetter in Kalifornien – Schlechte Werte bei mir
SERIE (27): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Reise in die Vergangenheit – Auf den Spuren eines verschwundenen Stadions
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SERIE (29): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Geschafft! Quartal eins und zwei liegen hinter mir