Es ist jedes Jahr das selbe Lied: Irgendwann im Dezember mache ich mich auf zum Flughafen, nach San Francisco oder Oakland. Die Vorfreude ist riesig, nach Monaten ohne meine Familie kann ich es kaum erwarten, nach Hause zu kommen. Das Einzige, was mich jetzt noch von der Heimat trennt, ist eine etwa 24-stündige Reise von der Westküste der USA in den Westen Berlins, zum Flughafen Tegel. Eigentlich dürfte es diesen ja gar nicht mehr geben. Aber wir Berliner können eben alles, ausgenommen einen Flughafen bauen. Wie auch immer, mitten in der Nacht stehe ich auf, packe die letzten Kleinigkeiten in den Koffer und dann ab ins Auto.

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Die Heimat ruft: Nach einer fast 24-stündigen Reise freue ich mich, endlich in die Arme meiner Familie zu fallen.

Schon nach den ersten Metern überkommt mich das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. Hauptsache der Reisepass und meine Studienbescheinigung sind mit dabei – ohne sie dürfte ich nicht wieder in die USA einreisen. Ach ja, und das Insulin hätte ich fast vergessen. Am Flughafen angekommen gebe ich mein Gepäck auf, dann geht es zur nächsten Hürde, der Sicherheitskontrolle. Zwar erhalte ich aufgrund des Diabetes eine „Sonderbehandlung“ (zusätzliche Handgepäckkontrollen, aber dafür darf ich dann meine Flasche Cola mitnehmen), mit ausreichend Zeit ist es aber alles kein Problem. Vom San Francisco International Airport oder Oakland International Airport geht es in der Regel irgendwo nach Europa: Kopenhagen, Oslo, Brüssel, Istanbul, Frankfurt, München, Düsseldorf – die Liste meiner Zwischenstopps über die letzten fünf Jahre ist lang. Jetzt kann ich Berlin schon fast spüren. Noch ein, zwei Stunden, dann, endlich, nach einer fast 24-stündigen Reise habe ich es von meinem Bett in Kalifornien in die Arme meiner Familie geschafft.

Es dauert einige Tage, manchmal Wochen, bis sich mein Körper an die neun Stunden Zeitverschiebung gewöhnt hat. Langsam passe ich mein Basalratenprofil in der Pumpe an, denn auch der Blutzucker braucht eine Weile, bis er sich an die Umstellung gewöhnt hat. Auch wenn solche Reisen stressig sind, so genieße ich jeden einzelnen Flug. Aber zu Hause ist es eben doch immer noch am schönsten…

Bis bald, euer Felix!

 

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