Wenn immer ich neue Leute kennenlerne oder Zeit mit Verwandten und Freunden verbringe, die ich lange nicht gesehen habe, stellt sich irgendwann die Frage: „Was studierst du nochmal genau?“ Nun, die Antwort ist nicht ganz so einfach, aber ich werde versuchen, euch das heute zu erklären.

Das erste Wortpaar könnte man sich noch zusammenreimen. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Daten-Journalismus,“ was natürlich nicht gerade spannend klingt. Dieser Teil meines Studiums beschäftigt sich mit dem Erlernen verschiedener Softwares und Strategien zum Finden, Organisieren und Auswerten von Datensätzen. Eine gewöhnliche Excel-Tabelle mit ein paar hundert Zeilen ist damit selten gemeint. Wir beschäftigen uns mit teils zehntausenden Datensätzen, die zusammen eine Datenbank ergeben. Beispiel gefällig? Gern!

„Data Journalism“

Für Legosteine ist man nie zu alt – Vor einigen Tagen nutzten wir sie zur Veranschaulichung komplexer Daten.

Zu Beginn meines Studiums arbeiteten wir mit den Nachnamen der U.S. Census, also der Volkszählung, die alle 10 Jahre amerikaweit stattfindet. Bei der letzten Zählung 2010 tauchten insgesamt 162,253 verschiedene Nachnamen auf, wobei sich diese Zahl nur auf diejenigen Namen bezieht, die mehr als 100 Mal registriert wurden. Diese Datenbank kann man beispielsweise nutzen, um die Volkszugehörigkeit eines U.S. Bürgers festzustellen. Anhand der Namen haben verschiedene amerikanische Medien so feststellen können, dass Afro-Amerikaner in den Vereinigten Staaten dreimal öfter im Straßenverkehr von der Polizei angehalten werden, als Weiße. Daraufhin änderten sich die Gesetze und Polizisten wurden in vielen Bundesstaaten verpflichtet, auch die Abstammung der angehaltenen Personen zu in ihren Berichten festzuhalten, um Rassendiskriminierung in Zukunft zu verhindern.

Das zweite Wortpaar beschreibt die Art und Weise, wie wir Stories publizieren: mithilfe verschiedener Medien. Dazu gehören neben dem klassischen geschriebenen Artikel auch Fotos, Videos, Podcasts, Grafiken, digitale Diashows und viele weitere. Mein Hauptprojekt zum Abschluss des vergangenen Quartals beinhaltete neben einem Video, einem geschriebenen Artikel und Fotos auch eine interaktive Zeitachse. Sie half mir dabei, die Geschichte eines Unternehmens zu erzählen, um welches sich die zu großen Teilen drehte. Hier könnt Ihr euch das Ganze bei Interesse angucken.

Momentan arbeite ich an vier verschiedenen Stories und Inhalten für meine diversen Kurse: ein 360°-Video übers Rudern; ein bebilderter Artikel über ein ehemaliges Baseball- und Footballstadion; das Erstellen einer interaktiven Karte von für Radfahrern besonders gefährlichen Straßenkreuzungen in Palo Alto; sowie ein Video über eine neuartige Behandlungsmethode für Arteriosklerose – eine Krankheit, die unter anderem als Langzeitfolge von Diabetes auftreten kann.

Welches Medium ist Euch am liebsten? Artikel zu lesen, Videos zu schauen, Radiosendungen zu hören oder sich durch Karten zu klicken?

Bis bald, euer Felix!

Mehr von Felix findet Ihr hier:

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SERIE (2): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Diagnose Diabetes – Was nun?
SERIE (3): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Vom „Penner“ zum „Pumper“ – Umstieg auf die Insulinpumpe
SERIE (4): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Diabetes-Jugend-Camp in Bad Mergentheim
SERIE (5): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Diabetes und Fliegen
SERIE (6): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Jetzt seid Ihr gefragt?
SERIE (7): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Es geht wieder los – Stanford ruft
SERIE (8): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Rückblick auf einen Nachmittag voll „Sport mit Diabetes“
SERIE (9): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Umfrage-Ergebnis zum „Sporttreiben“
SERIE (10): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Vom „Penner“ zum „Pumper“ – Zeit für ein erstes Zwischenfazit
SERIE (11): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Studium an einer amerikanischen Elite-Uni – Nichts für schwache Nerven
SERIE (12): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Vom “Penner” zum “Pumper” – Wenn’s mal nicht läuft, leidet das Vertrauen
SERIE (13): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Blutzuckerüberwachung 2.0 – CGM und „Nightscout“
SERIE (14): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Das “Wir” gewinnt – Diabetesmanagement ist Mannschaftssport
SERIE (15): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Polarisierend – Die Präsidentschaftswahlen in Amerika
SERIE (16): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Friendsgiving – Das etwas andere „Thanksgiving“
SERIE (17): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Derby-Time in Kalifornien – Der Kampf um die „Axt“
SERIE (18): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Noch immer ein „Tabu-Thema“ – Diskriminierung gegen Menschen mit Diabetes
SERIE (19): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Die Heimat ruft – Zu Hause ist es doch am schönsten
SERIE (20): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Stanford-Update – Die Lehren des Ersten Quartals
SERIE (21): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Die guten Vorsätze für 2017 – „Bolusrechner“ und „Unterzuckerungshelfer“
SERIE (22): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Von Light-Getränken bis Wasser – Hauptsache ohne Zucker?!
SERIE (23): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Kalifornien endlich über die jahrelange Dürre hinweg
SERIE (24): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Amerika vor einem Umbruch – Donald Trump beginnt Präsidentschaft
SERIE (26): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Schlechtes Wetter in Kalifornien – Schlechte Werte bei mir
SERIE (27): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Reise in die Vergangenheit – Auf den Spuren eines verschwundenen Stadions
SERIE (28): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Jacksonville, Florida – Meine erste Journalisten-Tagung
SERIE (29): Felix Petermann plaudert aus dem Nähkästchen: Geschafft! Quartal eins und zwei liegen hinter mir