Darüber freut sich der Blutzucker genauso wie die Seele: Im Gartenmonat April sind Hobbygärtner voller Elan. Jetzt werden Kartoffeln gesetzt, Stauden gepflanzt, früh blühende Sträucher geschnitten und endlich der letzte Winterschutz aus den Beeten entfernt. Wer im Garten arbeitet, kann sich allerdings schnell verletzen. Die dreckige Gartenschere, die Dornen am Rosenstock oder ein Holzsplitter am Gartenzaun prädestinieren für Ritzer und Schrammen. Die Gefahr dabei: Durch kleinste Verletzungen können Tetanusbakterien in die Wunde gelangen.

Tetanus-Schutzimpfung

Endlich Frühling: Zurzeit sind alle Hobbygärtner wieder voller Elan. Auch für Diabetiker gilt, Tetanus-Schutzimpfung nicht vergessen. © Alexander Raths/Fotolia


Die Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) gehört eigentlich zu den am besten akzeptierten Impfungen in Deutschland. Während allerdings die Durchimpfungsrate bei Kindern sehr gut ist (in der Regel über 95 Prozent), sinkt sie mit zunehmendem Alter ab. Eine Tetanus-Auffrischimpfung ist alle zehn Jahre fällig. Wie in vielen Industriestaaten zeigt sich Wundstarrkrampf in Deutschland daher heute als Erkrankung bei Erwachsenen und älteren Menschen.

Das für den Wundstarrkrampf verantwortliche Bakterium, Clostridium tetani, ist ein Überlebenskünstler und übersteht widrige Bedingungen jahrzehntelang. Dazu wandelt es sich vom aktiven Keim um in eine sogenannte Sporenform, die problemlos beispielsweise in Erde, Staub oder in Tierkot überdauert. Auch an Pflanzen haften die Sporen, und so kann schon ein kleiner Dornenstich fatale Folgen haben. Tiefe Wunden, an die kaum Luft kommt, sind der ideale Nährboden für die Keime.

Wenn Tetanussporen in Wunden gelangen, wandeln sie sich zurück in die aktive Form, die Bakterien vermehren sich und geben Giftstoffe ins Gewebe ab. Diese Toxine gelangen entlang der Nervenbahnen bis ins Rückenmark. Sie stören massiv bestimmte Vorgänge in der „Datenübertragung“ zwischen Nervenzellen, und so gerät die Muskulatur unter außergewöhnliche Spannung. Schmerzhafteste Krämpfe, oft ausgelöst durch optische und akustische Reize, sind die Folge. Atemprobleme kommen hinzu, der Patient ist währenddessen bei vollem Bewusstsein.

Eine intensivmedizinische Therapie ist in solchen Fällen unumgänglich, aber dennoch sterben bis zu 20 Prozent der Patienten. Die vergleichsweise leichtere Form tritt auf, wenn nur eine Teilimmunität vorhanden ist, zum Beispiel wenn die Auffrischimpfung längst überfällig ist. Dann treten die Krämpfe möglicherweise „nur“ an der Stelle auf, wo die Keime über eine Wunde in den Körper gelangt sind.

Die Tetanus-Schutzimpfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausnahmslos allen empfohlen. Nach der aus drei Impfungen bestehenden Grundimmunisierung (Babys benötigen zur Grundimmunisierung vier Impfungen mit Kombi-Impfstoffen) reicht bei Erwachsenen eine Auffrischung alle zehn Jahre aus, um den vollen Impfschutz zu erhalten – auch wenn der Abstand zur letzten Impfung einmal deutlich größer ausgefallen ist. Sinnvoll ist es, die Tetanus-Auffrischimpfung mit einer Auffrischimpfung gegen Diphtherie, Keuchhusten und Polio zu kombinieren. Wer das tut, erhält mit einem einzigen Piks eine vierfache Wirkung!

(Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V.)