Seit 20 Jahren, sprich seit meiner Diabetes-Diagnose, beobachte und verfolge ich in Sachen „Typ 1 Diabetes“ die Medizinforschung. In diesen 20 Jahren waren für mich die (schlauchlose) Insulinpumpe, die Insulinanaloga, das CGM- und das FGM-System die wohl gewinnbringendsten Fortschritte.

Diabetes-Forschung

So war das früher, so ist das heute… Was hat die Diabetes-Forschung erreicht?

So war das früher, so ist das heute… Was hat die Diabetes-Forschung erreicht?

Dank Pumpe kann ich das Insulin viel feiner dosieren, die Basalrate flexibler gestalten. Außerdem habe ich es nur Dank Insulinpumpe geschafft, mein Dawn-Phänomen in den Griff zu bekommen. Die kontinuierlichen Glukosemessmethoden samt Trendpfeilen erlauben mir vorausschauend zu agieren, so dass Blutzuckerspitzen und Unterzuckerungen nur noch selten vorkommen. Ich habe meine Werte damit immer im Blick, auch nachts. Nächtliche Blutzuckermessungen, wie sie früher gang und gäbe waren, sind damit nicht mehr nötig. Auch meine Finger sehen nicht mehr so ramponiert aus wie damals. Generell sind Lanzetten und Nadeln auch viele feiner/hautfreundlicher geworden. Selten sichte ich noch blaue Flecken am Körper.

Die Insulinanaloga möchte ich übrigens auch nicht mehr missen. Noch vor 20 Jahren hatte ich einen festen Plan mit Zwischenmahlzeiten. Zu einer bestimmten Tageszeit, musste eine bestimmte Menge BE gegessen werden, gleichgültig ob man jetzt nun Hunger hatte oder nicht. Jeden Tag: ein starrer Tagesablauf. Gott bin ich froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Fragt man Menschen mit Diabetes Typ 1, die seit 50 Jahren mit ihrer Erkrankung leben, erzählen sie dir von Glasspritzen, die noch ausgekocht werden mussten oder, dass sie ihren Blutzucker beim Arzt messen lassen mussten, etc. pp.

Mann Mann Mann, schön, dass uns durch den medizinisch-technischen Fortschritt immer mehr Lebensqualtät geschenkt wird.

Was sollte die Diabetes-Forschung unbedingt erreichen?

Das Non-Plus-Ultra ist jetzt wohl noch das Closed-Loop-System, an dem unter Hochdruck geschraubt wird. Vorab hoffe ich noch auf eine FGM-Kombi mit schlauchloser Insulinpumpe samt Smartguard. Worauf hofft ihr? Was wünscht ihr euch?

Der medizintechnische Fortschritt kann sich in jedem Fall schon mal sehen lassen, auch wenn seltsame Flops dabei waren. Was ich auch nicht verstehen kann, dass immer noch viele Gelder in klassische Blutzuckermesssysteme gesteckt werden. Wer will das noch? Ein punktueller Blutzuckerwert nützt mir relativ wenig im Vergleich zu einer 24-Stunden-Messung. Auch neue Features, bunt beleuchtete Displays oder coole Design bringen mir nicht wirklich Vorteile. Klar sind sie ein „Nice-to-have“, mehr aber auch nicht.

Und was passiert im Labor? Davon bekommt der Diabetiker weniger mit. Ab und zu hört man neben Wunderheilungen, mal was aus der Stammzellenforschung oder von vorbeugenden Maßnahmen wie etwa Impfungen. Transplantationen sind auch immer mal wieder Thema. Aber diesen Sache stehe ich persönlich noch sehr kritisch gegenüber, so sehr ich auch auf Heilung hoffe. Ich hab das Gefühl das des Rätsels Lösung wohl noch länger auf sich warten lassen wird. Und ihr? Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, oder?