Dr. Bernhard Teupe (li.), Geschäftsführer des Diabetes-Dorfes Althausen, hat immer ein offenes Ohr für die Belange von Insulinpumpenträgern.

Dr. Bernhard Teupe (li.), Geschäftsführer des Diabetes-Dorfes Althausen, hat immer ein offenes Ohr für die Belange von Insulinpumpenträgern.

Dr. Bernhard Teupe hatte eine Vision: Er wollte eine Therapieeinrichtung für Insulinpumpenträger schaffen, in der sich bestimmte Strukturen von deren ambulanter Einstellung und stationärer Behandlung miteinander vereinen. Herausgekommen ist dabei das Diabetes-Dorf Althausen, das von 1994 bis 1999 Zug um Zug im Bad Mergentheimer Stadtteil entstand. „Ich habe bewusst die Bezeichnung Dorf gewählt, um den Anspruch zu vermeiden, ein Krankenhaus sein zu wollen“, erläutert der Diabetologe. „Gleichzeitig verspricht diese Namensgebung Geborgenheit und weist auf die Einbindung meiner Einrichtung in das Dorf Althausen hin.“

Mittlerweile stellt die Therapieeinrichtung eine Institution dar: Typ-1-Diabetiker aller Altersgruppen finden den Weg ins baden-württembergische Taubertal, um sich vom Geschäftsführer des Diabetes-Dorfes und dessen Team 18 Tage lang betreuen zu lassen und ihrer Stoffwechselerkrankung sowie Insulinpumpe näher zu kommen. „Da ich eine ambulante Einstellung schlicht und ergreifend als nicht ausreichend erachte und ein stationärer Aufenthalt den Bezug zum Alltagsleben vermissen lässt, habe ich mich für diesen Mittelweg entschieden“, erklärt Dr. Teupe. In Kursen, die sich in theoretische und praktische Einheiten gliedern, wird den Teilnehmern vermittelt, wie sie ihren Diabetes besser meistern können. Das Grundgerüst dafür bilden 135 Regelwerke, hinter denen sich Dr. Teupes Erfahrungsschatz, den er im Laufe von mehr als dreißig Jahren angesammelt hat, verbirgt.

Während ihres knapp dreiwöchigen Aufenthalts im Diabetes-Dorf Althausen sind die Insulinpumpenträger in Mehrfamilienhäusern untergebracht. Als Ansprechpartner steht den einzelnen Gruppen eine Bezugsperson aus dem Behandlerteam zur Seite. Ganz wie im normalen Leben sind die Dorfbesucher dazu angehalten, sich selbst ihr Essen zuzubereiten sowie ihre Unterkunft sauber zu halten. „Ziel ist es, sich unter Alltagsbedingungen und ohne entmündigende Hierarchien in die Pumpentherapie hineinzufinden“, betont der 63-jährige Mediziner. So wechseln Unterrichtseinheiten, Diskussionen zur Therapiefindung, Anpassungsübungen, ärztliche und psychologische Gespräche, mögliche notwendige Behandlungen und Haushaltsarbeiten einander ab.

Maximal kann das Diabetes-Dorf, das mit einer 365-Tage-Rund-um-die-Uhr-Notfallbetreuung aufwartet, 59 Diabetiker beherbergen. „In der Regel heißen wir pro 18-tägigem Kurstermin zwischen zehn und 50 Personen willkommen“, sagt der Mediziner, der von 1984 bis 1993 als leitender Oberarzt die Geschicke der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim lenkte. „Im Jahr bieten wir zwölf Kurse an, davon richtet sich einer speziell an Kinder und Jugendliche, die gemeinsam mit ihren Eltern die Reise zu uns antreten.“

Das Diabetes-Dorf setzt sich aus einem Praxishaus, drei Mehrfamilienhäusern und einem kombinierten „Rat- und Kinderhaus“ zusammen. Zudem gibt es ein Versandhandelshaus, welches von der DiabetikExpress GmbH (ehemals „Betes“) geführt wird und darüber hinaus die Räumlichkeiten zum Teil für Fußpatienten genutzt wird . Klar, dass diese Häuser zu einer kleinen, dorfähnlichen Struktur zusammengewachsen sind – ganz nach dem Leitgedanken: „Nomen est omen.“ In Althausen ist der Name eben ganz Programm.

Typ-1-Diabetiker aller Altersgruppen finden den Weg ins Diabetes-Dorf Althausen.

Typ-1-Diabetiker aller Altersgruppen finden den Weg ins Diabetes-Dorf Althausen.

Neugierig geworden? Weitere Informationen gibt es in nachfolgender Download-Datei:

Diabetes-Dorf Althausen