Nach Meinung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gibt es nach wie vor keinen Beleg dafür, dass der maßvolle Konsum von Süßstoff dem Menschen schadet.

Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) gibt es nach wie vor keinen Beleg dafür, dass der maßvolle Konsum von Süßstoff dem Menschen schadet.

Nach Meinung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gibt es nach wie vor keinen Beleg dafür, dass der maßvolle Konsum von Saccharin & Co dem Menschen schadet und etwa das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, erhöht. Die Fachgesellschaft tritt damit Befürchtungen entgegen, die nach Veröffentlichung einer tierexperimentellen Studie in der Fachzeitschrift „Nature“ laut geworden waren.

Die Studie hatte für Wirbel gesorgt, weil bei Mäusen nach dem Genuss von sehr großen Süßstoff-Mengen der Blutzuckerspiegel angestiegen war (Diabetiker.Info berichtete).

Um diesen Effekt beim Menschen zu erzeugen, seien unrealistisch hohe Dosierungen erforderlich, unterstreicht die DDG. „Daraus abzuleiten, dass der Gebrauch von Süßstoff generell das Diabetes-Risiko erhöht, ist zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben“, betont Professor Dr. med. Jochen Seufert, Leiter der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Denn, um die in den Studien verwendeten Dosierungen im Rahmen einer normalen Ernährung zu erreichen, müsste man beispielsweise literweise mit Süßstoffen gesüßte Diät-Getränke täglich trinken, und das ist unrealistisch.“

Süßstoff sei als gelegentlicher Zusatz für Getränke oder feste Nahrungsmittel im Rahmen eines ausgewogenen Ernährungsplanes für Diabetiker weiterhin sinnvoll und sollte Zuckeraustauschstoffen, wie etwa Fruktose, vorgezogen werden. Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der DDG, empfiehlt einen maßvollen Umgang mit Süßstoff: „Süßstoff ist nach derzeitigem Erkenntnisstand gesünder als etwa Fruchtzucker, der die Blutfette ungünstig beeinflusst und Fettleber, Übergewicht und Typ-2-Diabetes zu fördern scheint.“

Interessant ist allerdings aus Sicht der DDG eine weitere Erkenntnis, die die „Nature“-Studie zu Tage förderte. So ging das Wissenschaftler-Team um Jotham Suez der Frage nach, auf welche Weise Süßstoff die Blutzuckerwerte beeinflusst. Die Resultate legten nahe, dass Süßstoff die Zusammensetzung der Bakterien im Darm verändere. Wie die Forscher vermuten, begünstigt Süßstoff offenbar das Wachstum von Darmbakterien, die die Aufnahme von Zucker ins Blut steigern und damit den Blutzuckerwert erhöhen.

„Dass Süßstoff unseren Stoffwechsel über Darmbakterien beeinflussen kann, ist eine spannende neue Erkenntnis“, bekräftigt Professor Dr. med. Jochen Seufert. „Möglicherweise können wir ja eines Tages Darmbakterien als therapeutisches Mittel zur Behandlung von Diabetes einsetzen.“