Welcher Diabetiker kennt das nicht: Wenn es hektisch und aufregend wird, schnellt der Blutzuckerspiegel gewaltig in die Höhe. Hintergrund ist, dass unser Körper in diesen Situationen Stresshormone, wie Adrenalin und Cortisol, ausschüttet. Und diese Hormone kann der Blutzucker gar nicht leiden. Fakt ist, dass Stress mittlerweile für viele Menschen zum Alltag gehört: die häufigen Überstunden im Job, der ständige Spagat zwischen Familie und Beruf, die vielen unerledigten Aufgaben, die wir seit Wochen vor uns herschieben…

Strategien gegen Stress

Kurze Auszeit: Bereits kleine Erholungsmomente bilden ein Gegengewicht zum oft hektischen und nervenaufreibenden Alltag. © Trueffelpix/Fotolia


Ungesund wird der Druck dann, wenn er überhandnimmt und als Dauerbelastung empfunden wird. Wer permanent unter Strom steht und das ungute Gefühl hat, dass ihm „alles über den Kopf wächst“, setzt seine Gesundheit und sein Wohlbefinden aufs Spiel. Viele Stressgeplagte klagen über innere Unruhe, Nervosität, Gereiztheit, schlechten Schlaf und Abgeschlagenheit. Zu den typischen Stresssymptomen gehören auch körperliche Beschwerden, wie Verspannungen, Kopfschmerzen und Magenschmerzen. Natürlich ist es in unserer schnelllebigen Zeit kaum möglich, Stress komplett aus dem Leben zu verbannen. Deshalb müssen wir lernen, ihn auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und besser mit Belastungen umzugehen. Sieben Strategien können dabei helfen:

  1. Rhythmus ins Leben bringen
    Manch einer vermutet, ein fester Terminplan setze unter Druck. Doch oft ist genau das Gegenteil der Fall: Verbindliche Termine und alltägliche Rituale – wie die Frühstückspause um 9.30 Uhr oder der Saunabesuch an jedem Mittwochabend – gliedern den Tag und die Woche in überschaubare Einheiten. Das bringt Struktur und einen verlässlichen Rhythmus ins Leben und gibt uns ein Gefühl von Sicherheit. Gerade dann, wenn es im Alltag mal wieder sehr hektisch zugeht.
  2. Balance herstellen
    Wer es schafft, ein Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung herzustellen, kann meist besser mit stressigen Situationen fertigwerden. Zum Abschalten und Auftanken eignen sich gezielte Entspannungstechniken, wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelrelaxation – erlernbar in vielen Volkshochschulen –, aber auch kleine Auszeiten. Wie wäre es mit einer Massage, einem Entspannungsbad oder einer Mußestunde auf der Couch? Solche Erholungsmomente bilden ein Gegengewicht zum oft hektischen und nervenaufreibenden Alltag.
  3. Kräftig auspowern
    Sport gehört zu den besten Stresskillern überhaupt. Kein Wunder, baut das Körpertraining doch Stresshormone, wie Cortisol, ab. Nach einem anstrengenden Tag ist es deshalb eine echte Wohltat, durch den Wald zu joggen, sich aufs Rad zu schwingen, ins Fitnessstudio oder zum Squash zu gehen.
  4. Erwartungen runterschrauben
    Kaum zu glauben: Oft setzen wir uns selbst am meisten unter Druck – mit übertrieben hohen Erwartungen an unser eigenes Leistungsvermögen. Besonders Perfektionisten, denen 99 Prozent längst noch nicht reichen, geraten schnell in die Überlastungsfalle. Zum Glück lässt sich trainieren, öfter mal fünf gerade sein zu lassen.
  5. Smartphone, Laptop und Co. ausschalten
    Moderne Technik und soziale Medien erleichtern uns das Leben in vielerlei Hinsicht. Auf der anderen Seite sind wir dank Handy, Tablet und Laptop aber beinahe rund um die Uhr erreichbar. Und das wird auch von uns erwartet! Macht Schluss damit: Nehmt Euch das Recht, Computer, Telefon und Co. einfach auszuschalten, wenn Ihr nicht gestört werden wollt oder eine persönliche Auszeit braucht. Eine wahre Wohltat kann ein komplett technikfreier Tag sein. Ausprobieren lohnt sich!
  6. Natürliche Stresskiller nutzen
    Profitieren können Stressgeplagte von natürlich wirksamen Präparaten, die typische Stresssymptome, wie nervöse Unruhe, innere Anspannung und schlechten Schlaf, lindern und ausgleichend wirken können. Bekannt für ihre beruhigenden Eigenschaften sind Heilpflanzen, wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Melisse. Um die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit in stressigen Zeiten zu steigern, kommen Rosenwurz und andere pflanzliche Anpassungsmittel, sogenannte Adaptogene, infrage. Geht innere Unruhe mit stressbedingten seelischen Verstimmungen einher, ist Johanniskraut ein gut untersuchtes Heilmittel. Bei Unruhe mit ängstlicher Verstimmung helfen Präparate mit Lavendelöl. Anthroposophische und homöopathische Arzneimittel können die Selbstheilungskräfte anregen, sodass Unruhe und Verstimmungen abklingen.
  7. Dem Stress lachend begegnen
    Als einfachstes Rezept gegen Stress wird Lachen empfohlen. Der Grund: Lachen hemmt die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol. Wer also kräftig prustet, gluckst und gackert, wird beinah wie von selbst gelassener, ruhiger und kann nach einem herzhaften Lachanfall meist viel entspannter weiterarbeiten.

(Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V.)