Kürzlich sprach mich eine junge Frau in der Fußgängerzone an, die ich wenige Tage zuvor im Wartezimmer meines Diabetologen kennengelernt hatte und bei der gerade Diabetes mellitus Typ 1 manifestiert worden war. „Gut, dass ich Sie treffe“, meinte sie zu mir. „Sie als langjährige Diabetikerin können mir doch bestimmt verraten, warum plötzlich meine Knöchel so anschwellen. Und das, seitdem ich mir Insulin injiziere.“

Nach kurzem Nachdenken – meine Gesprächspartnerin hatte mich irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt – fiel mir wieder ein, dass ich zu Beginn meiner intensivierten Insulintherapie ebenfalls unter geschwollenen Gelenken litt. Ich verabreichte mir damals Insuman rapid®, ein schnell wirkendes Humaninsulin, das eigentlich sehr gut verträglich ist.

Allerdings weist es eine Nebenwirkung auf, die diejenigen, die sich zum ersten Mal Insuman rapid® oder andere schnell wirkende Humaninsuline spritzen, wissen sollten. Zu Behandlungsbeginn kann es zu Wasseransammlungen und damit verbundenen Schwellungen an Gelenken, wie an den Knöcheln, kommen. Dies erklärte ich der jungen Typ-1-Diabetikerin.

Sogleich griff sie in ihre Handtasche und kramte einen Beipackzettel des besagten Medikaments hervor. „Zu Beginn Ihrer Insulinbehandlung kann eine Wasseransammlung Schwellungen um Ihre Knöchel und andere Gelenke verursachen. Dies verschwindet bald“, las sie mir vor, um anschließend festzustellen: „Ich sollte doch wirklich eingehender die Packungsbeilagen studieren. Jetzt erübrigt sich auch der Besuch bei meinem Diabetologen, den ich um Rat fragen wollte.“

Wir tauschten unsere Telefonnummern aus, damit sie mich darüber informieren konnte, ob sich ihre Beschwerden gebessert haben. Gestern rief sie mich an, um mir mitzuteilen, dass die Schwellungen wieder verschwunden seien.