Kategorie: Forschung

Waldbaden reduziert nicht nur Stress: Ärzte sollten Naturpille verschreiben

Zeit in der Natur reduziert Stress, das ist längst kein Gehmeinis mehr. Eine jüngste Untersuchung hat ergeben, dass sogar bereits 20 Minuten Waldbaden ausreichen, um einen positiven Effekt zu erzielen, vorausgesetzt Telefon und Internet bleiben aus.

Das belegen Studien…

Wissenschaftler der Universität Michigan hatten für die Studie eine Gruppe von 36 Freiwilligen eine regelmäßige „Naturpille“ verordnet, sprich drei Spaziergänge pro Woche in der Natur mit einer Dauer von mindestens zehn Minuten oder mehr. Sie konnten den Tag, die Dauer und den Ort ihres Naturerlebnisses selbst bestimmen. Sie mussten jedoch einige Stressfaktoren minimieren. Voraussetzungen waren ein Aufenthalt in der Natur bei Tageslicht wowie die Vermeidung von sportlichen Übungen, Social Media, Internet, Telefonanrufen, Unterhaltungen und Lesen. Vor, während und nach dem Experiment wurden die Cortisolwerte der Teilnehmer durch Analyse einer Speichelprobe bestimmt.

Die Untersuchung ergab, dass schon 20 Minuten Natur genug waren, um den Cortisolspiegel deutlich zu senken. Am meisten reduzierte sich das Stresshormon, wenn die Teilnehmer etwa 20 bis 30 Minuten sitzend oder gehend im Grünen verbrachten. (Quelle: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.00722/full)

Es belegen bereits mehrere solcher Untersuchungsergebnisse , dass speziell Waldbaden positive Effekte auf die Gesundheit hat. 2015 konnte etwa der amerikanische Umweltpsychologe Marc Berman mit einer Untersuchung belegen, dass die Anzahl von Bäumen in einer Wohngegend sich auf die Gesundheit der Bewohner auswirkte. Bewohner in grüneren Gebieten litten seltener an Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes. Auch hatte eine Studie in Japan gezeigt, dass die „Naturpille“ die Zahl der natürlichen Killerzellen (Teil des menschlichen Immunsystems) erhöhte.

In Japan ist Waldbaden bereits hoch im Kurs…

In Japan ist Waldbaden („Shinrin-yoku“) bereits Teil der staatlichen Gesundheitsversorgung und  „Waldmedizin“ seit 2012 sogar ein eigener Forschungszweig an japanischen Universitäten.

Naturpille in Deutschland

Vielleicht kennt ihr schon den 2016 als ersten in Deutschland zertifizierten Kur- und Heilwald auf Usedom? Der Heringsdorfer Küstenwald ist bekannt als 187 Hektar großes Gesundheitsstudio der Natur, das im November 2016 als erster 1. Kur-und Heilwald Europas zertifiziert wurde.

Hier findet ihr mehr zu der „Natur-Apotheke“.

Mal schauen, wie lange es dauert, bis uns die Naturpille hier verschrieben wird, quasi als kostengünstiges therapeutisches Mittel, das die negativen Auswirkungen des urbanen Lebens in geschlossenen Räumen vor Bildschirmen eindämmt ;).

Wie haltet ihr es mit der Naturpille?

Sicherlich ist Waldbaden auch kein Wundermittel gegen alles, denn sonst hätte ich sicherlich gar keinen Diabetes (Typ 1) bekommen ;). Ich war schon immer ein Waldkind, das sich regelmäßig im Wald ausgetobt hat. Das mache ich auch noch heute. Meine gute Freundin hingegen hatte nie Lust in die Natur zu gehen und dennoch ist sie vor sämtlichen Krankheit verschon geblieben.

Ich merke jedoch, dass sich bei mir ein Schalter umlegt, jedesmal, wenn ich den Wald aufsuche. Deshalb mache ich mich auch fast jeden Tag auf dorthin, um meinen Stresspegel zu senken. Sei es laufend, radelnd, schlendernd oder einfach nur, um die Luft zu genießen.

Weiterhin fahren wir fast jedes Wochenende in den Harz zum Wandern und Klettern. Denn nicht nur der Wald sondern auch Bewegung soll ja das Immunsystem stärken und eine geringere Anfälligkeit gegenüber Infektionskrankheiten bewirken.

Nun als Leistungssportlerin/Fitnesstrainerin mit Typ 1 Diabetes ist mir natürlich auch bewusst, dass Sport nicht immer einfach zu kalkulieren ist und stressen kann. Aber die längeren Belastungen mit niedriger Intensi­tät, wie etwas das Wandern in der Natur, helfen mir zu entspannen und sorgen in der Regel für einen glatten Blutzuckerverlauf.

Wie sieht das bei euch aus? Nehmt ihr auch regelmäßig diese „Naturpillen“ ;)?

SLG2-Inhibitoren

Wenn Insulin allein nicht ausreicht: SGLT-2-Inhibitoren bei Typ-1-Diabetes

Insulin plus Tablette (SGLT-2-Inhibitoren) bei Typ-1-Diabetes? Das gab es noch nie. Seit nunmehr 100 Jahren wird Diabetes Typ 1 ausschließlich mit Insulin therapiert. Doch tatsächlich sind inzwischen bereits zwei Wirkstoffe aus der Klasse der SGLT-2-Inhibitoren für den Einsatz bei Typ-1-Diabetikern zugelassen: Dapagliflozin und Sotagliflozin. Beide können als „Add-on“ zur Insulintherapie bei erwachsenen Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 27 kg/m2 eingesetzt werden, die trotz optimaler Insulintherapie keine gute Blutzuckereinstellung erreichen. Die Medikamente sollen – ergänzend zum Insulin – eine Senkung des HbA1c-Wertes und des systolischen Blutdrucks bewirken sowie zur Gewichtsabnahme beitragen.

Über Dapagliflozin und Sotagliflozin

Dapagliflozin und Sotagliflozin gehören zur Gruppe der SGLT-2-Inhibitoren. SGLT steht für „Sodiumglukosetransporter 2“: Dieses Molekül befindet sich in der Niere eines jeden Menschen. Es hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass der Blutzucker nicht über den Urin ausgeschieden wird. SGLT-2-Inhibitoren blockieren dieses Molekül, so dass ein Teil der Glukose über die Nieren ausgeschieden wird.

Seit geraumer Zeit kommt das Medikament bereits bei Typ-2-Diabetikern zum Einsatz. Studien* hatten nun gezeigt, dass sich mit SGLT-2-Inhibitoren auch bei Typ-1-Diabetes die Blutzuckerverläufe glätten lassen und die Einstellung stabiler wird. Der Insulinbedarf konnte gesenkt und eine verbesserte Stoffwechseleinstellung erreicht werden. Weiterhin hatte sich auch ein positiver Effekt auf das Körpergewicht gezeigt.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) befürwortete die SGLT-2-Hemmer erstmals im Januar 2019. Mittlerweile dürfen sie bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ergänzend zum Insulin bei erwachsenen Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 27 kg/m2 eingesetzt werden, die trotz optimaler Insulintherapie keine gute Blutzuckereinstellung erreichen.

Nebenwirkungen

Allerdings kann es auch zu Nebenwirkungen kommen, u. a. in Form einer Ketoazidose, die sich entwickeln kann, ohne dass der Blutzucker stark ansteigt. Weiterhin kann es auch Infektionen der Harn- und Geschlechtsorgane begünstigen. Die Indikationsstellung für einen SGLT2-Hemmer bei Typ-1- Diabetes sollte deshalb nur durch eine(n) erfahrene(n) Diabetologin/ Diabetologen erfolgen und streng überwacht werden. Eine ausführliche Ketoazidose-Schulung und ein entsprechendes Ketoazidose-Management sind Voraussetzung für die Verordnung!

SGLT-2-Inhibitoren können sinnvoll bei Doppeldiabetes sein

Wenn Menschen mit Typ-1-Diabetes übergewichtig werden, kann eine Insulinresistenz hinzukommen, so dass mehr Insulin benötigt wird. Das kann wiederum dazu führen, dass sie noch mehr an Gewicht zunehmen. Man spricht vom so genannten „Doppeldiabetes“. An dieser Stelle könnten die SGLT-2 Hemmer zum Einsatz kommen. Sie verbessern die Insulinempfindlichkeit, so dass weniger Insulin benötigt wird. Es können wieder bessere Blutzuckerwerte erzielt und das Gewicht reduziert werden.

*Zulassungsstudien:

Dandona P et al. Efficacy and Safety of Dapagliflozin in Patients With Inadequately Controlled Type 1 Diabetes: The DEPICT-1 52-Week Study. DOI: 10.2337/dc18-1087

Mathieu C et al. Efficacy and Safety of Dapagliflozin in Patients With Inadequately Controlled Type 1 Diabetes (the DEPICT-2 Study): 24-Week Results From a Randomized Controlled Trial. DOI: 10.2337/dc18-0623

Glukagon-Nasenspray

In den USA zugelassen: Glukagon-Nasenspray als Alternative zur Injektion

Vor geraumer Zeit hatte das amerikanische Unternehmen Eli Lilly and Company in den USA und in Europa die Zulassung des Glukagon-Nasensprays zur Anwendung bei schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) beantragt. Nun hat die FDA (U.S. Food and Drug Administration) Glukagon als Nasenspray ab einem Alter von 4 Jahren zugelassen. (Quelle: FDA Pressemeldung)

Was ist Glukagon und wie wird es verabreicht?

Das Hormon Glukagon ist als „Gegenspieler des Insulins“ bekannt und kann als Notfallmedikament im Falle einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit von Dritten verabreicht werden. Bisher kennt man Glukagon nur als Notfall-Set, bestehend aus einer Flasche mit Glukagon in Pulverform und einer Spritze mit Lösungsmittel. Es muss vor dem Spritzen vermischt und aufgezogen werden.

Das neue Glukagon-Nasenspray macht die Behandlung einer schweren Hypoglykämie einfacher. Es wird über die Schleimhäute aufgenommen und kann dem Bewusstlosen über die Nase verabreicht werden.

Gleicher Effekt wie die Injektion

Das Glukagon-Nasenspray wurde vom Unternehmen Locemia entwickelt und Eli Lilly hatte sich im Oktober 2015 die Vertriebsrechte gesichert. Für die Zulassung hat das Nasenspray in drei Studien (zwei mit Erwachsenen, eine mit Kindern ab 4 Jahre) gezeigt, dass es den Blutzucker bei einer schweren Unterzuckerung vergleichbar mit der Glukagon-Injektion erhöht.

Das Glukagon-Nasenspray kann mit der Zulassung in den USA auf den Markt gebracht werden, die es wie eingangs erwähnt,  durch die FDA (U.S. Food and Drug Administration) nun erhalten hat. Wir sind gespannt, ob und wann es auch in Europa zugelassen wird. Ihr auch? Was meint ihr dazu? Sicher sorgt der einfachere und direktere Einsatz des Nasensprays dafür, dass mehr Menschen als Nothelfer im Falle einer schweren Unterzuckerung eingreifen werden.  

Hinterlasst gerne auch eure Meinung zum Glukagon-Nasenspray in den Kommentaren.

Quelle der oben genannten Studien:

DDG-Kongress

DDG-Kongress 2019: Diabetes – Nicht nur eine Typ-Frage

Vom 29. Mai – 1. Juni 2019 fand im CityCube Berlin unter dem Motto Diabetes – Nicht nur eine Typ-Frage der DDG-Kongress für Fachbesucher statt. Wir waren vor Ort und haben uns mal für euch umgesehen und umgehört…

Es gab wie immer viel zu entdecken, zum Beispiel…

… im Eingangsbereich ein riesiges Pankreas:Mega Pankreas Bauchspeicheldrüse

… diesen Pen Assist für den sicheren Griff von Insulinpens, der voraussichtlich ab September erhältlich sein wird und für Diabetiker mit koordinativen Problemen in den Händen oder Sehschwäche sicher hilfreich ist: 

Pen Assist

Was treibt die Pharma/Medizintechnik?

Die bekannten Pharmaunternehmen und Medizintechnik-Hersteller wie Medtronic, Roche Diabetes Care, Insulet Corporation, SOOIL, Ypsomed, Lilly… waren alle vertreten und standen Rede und Antwort. Hierzu geben wir aus Erfahrung immer wieder gerne folgenden Tipp: Geht gezielt mit euren Fragen auf die Hersteller zu, die ihr euch im Vorfeld gut überlegt und notiert habt. Ansonsten verrennt man sich schnell ;).

DiaBorg

Eigentlich hatten fast alle der genannten Hersteller und darüber hinaus auch ein paar News zu verkünden. So hat hat SOOIL die AnyDANA App für die DANA Insulinpumpe optimiert, hatte poppige Sticker im Gepäck ;). Ja, ein bisschen Farbe und Pepp motivieren uns doch auch alle gleich ein bisschen in Sachen Diabetesmanagement.

Die Medtronic 670G und Roches Accu-Chek Solo Patch-Pumpe konnte man sich vor Ort zeigen lassen, leider sind sie aber noch nicht in Deutschland erhältlich. Wir warten (un)geduldig ;)), genau wie auf OmniPod Dash von Insulet Corp. Oft überzeugen oder enttäuschen Diabetes-Hilfsmittel und Co. ja doch erst, wenn man sie live gesehen, in den Händen gehalten oder gar mal ausgetestet hat. So fällt die Entscheidung oft leichter.

Von Abbott erfuhren wir noch, dass zeitnah mit einer neuer Pflaster-Rezeptur fürs Libre 2 zu rechnen sei (Kontaktallergiker wird das sehr freuen) und das Libre 2 nun zur Regelleistung der Kassen und rtCGM-Systemen gleichgestellt wird.

Kommerzielle Loop-Systeme

Geheimniskrämerei gab es auf dem Kongress und gibt es weiterhin um offizielle, kommerzielle Hybrid-Closed-Loop-Lösungen wie Tidepool und Diabeloop DBLG1 mit Insulinpumpen wie t:slim X2, Kaleido und OmniPod. Auch Medtronic gab noch kein offizielles Datum für die MiniMed 670G bekannt, an dem sie in Deutschland erhältlich ist. Es wird sehr viel spekuliert, auch über nicht weniger spannende (ganz im Gegenteil ;)) bihormonelle Closed-Loop-Systeme wie etwa beta bionics iLet, das neben Insulin auch Glukagon verabreicht.

Vermutlich wird man zum EASD im September in Barcelona noch mehr erfahren. Das hoffen wir zumindest. Es bleibt spannend und wir halten euch auf dem Laufenden. 

Was war sonst noch los auf dem DDG-Kongress?

Am DIASHOP-Stand gab es Vorträge zum Thema Hautschutz, Fixierung und DIY-Loopen, die sehr gut besucht waren. 

DIASHOP Stand

Hier findet ihr unsere Loop-Artikelreihe: Hybrid-Closed-Loop-Systeme, Marke Eigenbau. Hilfreiche Praxistipps zum Thema Hautschutz und Fixierung haben wir hier bereitgestellt: Hautschutz und Fixierung

Neben dem DIASHOP-Stand konnte man sich dann direkt eine wohlverdiente Nackenmassage gönnen und das neu erworbene Wissen erstmal sacken lassen ;). Damit war man wieder fit für weitere spannende Vorträge und Workshops in den Vortragsräumen. Eine Vielzahl könnt ihr hier in der Mediathek hören: DDG Mediathek

Für alle die nicht teilnehmen konnten, eine gute Gelegenheit, up to date zu bleiben. Die Themen sind vielfältig und für Typ 1er, 2er, 3er, 4er… gleichermaßen spannend. Ob Ernährung, Digitalisierung, Sport, Politik, Apps, Loopen, neue Technologien… Hört unbedingt mal rein.

Auffällig viele Diskussionen unter Fachpersonal und Betroffenen fanden wie auf jedem Kongress statt, etwa bei Kaffee und Kuchen oder kühlen Getränken draußen in der Sonne. Oft macht dieser Austausch solche Veranstaltungen noch wertvoller und wichtiger. Die Diabetes-Community ist großartig! Teil des Programms war auch wieder der Diabetes-Lauf, ob man nun zum Spaß oder ehrgeizig mit neuer Bestzeit teilnahm, hauptsache dabei…

Diabetes Lauf

Fazit: Es gab viel zu entdecken, spannende Diskussionen, abwechslungsreiche Themen, Neues zu verkünden und zu erfahren, viele Spekulationen und Spaß inklusive auf dem DDG-Kongress in Berlin.  

Wohin mit dem Sensor

Wo sollte ich den FGM- und rtCGM-Sensor platzieren?

Wo sollte ich meinen FGM-Sensor und rtCGM-Sensor platzieren? Muss ich mich an die Angaben des Herstellers halten, um genaue Messwerte zu erhalten? FreeStyle Libre soll laut Hersteller-Empfehlung nur auf den Oberarm platziert werden. Auch Hersteller von rtCGM-Systemen machen klare Angaben, wo die Systeme am Körper angebracht werden sollten, damit die Messgenauigkeit gewährleistet wird. Doch weichen Diabetiker auch gerne mal auf andere Körperstellen aus und fragten deshalb interessiert nach, ob die Messgenauigkeit nicht auch an anderen Körperstellen gegeben sei.

Hierzu wurde nun eine Studie durchgeführt bei der 23 Patienten mit Diabetes Typ 1 über einen Zeitraum von 14 Tagen jeweils drei Sensoren gleichzeitig trugen: am Oberarm, am Oberschenkel und am Bauch. Die Sensorwerte wurden dahingehend überprüft, wie sehr sie von den verschiedenen Körperstellen von kapillaren Glukosemessungen abwichen.

Dabei kam es zu folgenden Ergebnissen, die auf der Internetseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft nachzulesen sind:

Messungen am Bauch mit FGM-System sind nicht ausreichend genau

„Die Vergleichswerte wurden anhand von 7-Punkte-Profilen bestimmt. Die mittlere Abweichung am Oberarm betrug 11,8 ± 12,0 % und 12,3 ± 13,8 % am Oberschenkel, die Messungen an den Extremitäten ergaben somit ähnliche Ergebnisse. Am Bauch waren die Werte jedoch deutlich schlechter, so Prof. Dreyer: Hier lag die Abweichung von den Blutglukosewerten bei 18,5 ± 18,4 %.

Zudem lieferten die Messungen am Bauch lediglich in 69,41 % der Fälle ausreichend genaue Werte, an Armen und Beinen waren 85 % der Gewebewerte ausreichend genau. Bisherige FGM-Systeme können daher nicht am Bauch getragen werden, so der Experte. Eine Platzierung am Oberschenkel wäre möglich – allerdings gingen die Sensoren dort in der Studie häufiger verloren.“

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/diabetes-zeitung/ansicht/artikel/ddg-042019/wohin-mit-dem-sensor.html

Anders bei CGM-Systemen…

„Werden statt FGM Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) eingesetzt, scheint die Situation jedoch eine andere zu sein. Das verdeutlicht eine Untersuchung, an der 88 Patienten mit Diabetes Typ 1 bzw. 2 teilnahmen, die ebenfalls pa­rallel drei Sensoren trugen. Hier waren jedoch zwei Sensoren am Bauch und ein Sensor am Arm platziert.

Verglichen wurden die Sensorenwerte mit kapillären Messungen mit Laborstandard. Bei dem CGM-System schien die Körperstelle, an der der Sensor positioniert war, keinen Einfluss auf die Messgenauigkeit zu haben: Die mittleren absoluten relativen Abweichungen an Bauch (9,6 ± 9,0 % bzw. 9,4 ± 9,8 %) und Arm (8,7 ± 8,0 %) variierten nicht signifikant.“

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/diabetes-zeitung/ansicht/artikel/ddg-042019/wohin-mit-dem-sensor.html

Regelmäßig kalibrieren

Möglicherweise wird der Unterschied zwischen rtCGM- und FGM-Systemen auch die Kalibrierung sein, die bei vielen CGM-Systemen nötig ist. Damit können Messunterschiede ausgleichen werden, die subkutanes Fettgewebe im Messareal mit sich bringen, heißt es weiter in der Pressemitteilung der DDG. Außerdem wird unabhängig davon empfohlen, ob nun FGM oder CGM genutzt wird, regelmäßige Qualitätskon­trollen durchzuführen.

Interessant wäre nun doch noch ein Vergleich zwischen dem CGM-System Dexcom G6, dass keine Kalibrierung mehr benötigt und dem FGM-System Libre 2, oder? Aber wir sind neugierig ;): Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht?