Abgetaucht in die virtuelle Welt: Hier gibt es keine Hypos?!

Hypo virtuelle Welt VR-Brille

Den Begriff „Virtuelle Realität“ (kurz: VR) gibt es zwar schon seit Jahrzehnten, so richtig in der Öffentlichkeit angekommen ist das Thema allerdings erst in den letzten Jahren. Worum geht es? Man setzt sich eine so genannte VR-Brille auf und taucht ab in eine künstliche, computergenerierte Welt, die der Realität in vieler Hinsicht sehr nahe kommt. Die virtuelle Realität lässt sich vielfältig nutzen, sei es zur Unterhaltung, zum Lernen oder um einfach nur abzuschalten.

Mein Mann hat so eine VR-Brille als „Spielkind“ natürlich schon seit Jahren auf dem Schreibtisch liegen. Mich selber hat das zunächst wenig interessiert. Videospiele interessieren mich nicht wirklich. Aber auch ich habe ein paar passende Einsatzzwecke für mich entdeckt: So fliege ich zum Beispiel mit Google Earth durch Hannovers Straßen, um meinen Orientierungssinn zu verbessern oder lasse mir ein paar virtuelle Spinnen vors Gesicht setzen, um meine Phobie in den Griff zu bekommen. Auch wenn ich weiß, dass die Spinnen nicht echt sind, fliegen bei meinen Sessions schon mal Bürostühle um ;). Aber ich muss zugeben, es hat wirklich funktioniert: Meine Angst vor Sonnen hat sich tatsächlich gebessert.

Abgetaucht in die virtuelle Welt: Hab ich jetzt ne Hypo?

Interessant in Bezug auf meinen Diabetes: Wenn ich in die virtuelle Welt abtauche, bin ich deutlich weniger sensibel in Bezug auf Hypos. Während ich in der echten Welt schnell merke, wenn der Blutzucker abrauscht und Handlungsbedarf besteht, fühle ich mich mit VR-Brille auf dem Kopf noch fit, obwohl ich schon bei 60 mgd/l bin. 

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Zukünftig setze ich die Brille häufiger ab, um den aktuellen Wert von meiner Smartwatch abzulesen oder mir die Beine zu vertreten (spätestens jetzt merke ich die nahende Hypo dann doch ;). Kann nicht mal ein findiger Software-Entwickler ein Widget für VR-Brillen entwickeln, welches den aktuellen Wert in der Ecke des Bildes einblendet, das wäre doch mal was.

Vor einigen Jahren habe ich mal auf einer Messe einen Hypo-Simulator in VR erlebt. Wenn man die VR-Brille aufgesetzt hat, wurden die typischen Symptome einer Unterzuckerung simuliert. Eine spannende Sache: Zum einen kann dies als Schulung für Menschen mit Diabetes dienen, um die Hypo-Wahrnehmung zu verbessern. Zum anderen kann man auf diese Weise Menschen ohne Diabetes mal zeigen, mit was für uns so im Alltag rumschlagen müssen. Horror-Spiele in VR sind ja sehr beliebt ;). Leider gibt es diese Software nicht regulär zu kaufen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.