Abspecken mit Diabetes Typ 1, so funktioniert‘s?!

Abspecken mit Diabetes Typ 1… echt kein Kinderspiel. Warum? Nun ja, Stoffwechselgesunde essen weniger Kalorien und/oder treiben etwas mehr Sport. Sie verlieren durch die negative Energiebilanz ihre Pfunde.

Bei Diabetes Typ 1 funktioniert das im Prinzip natürlich genauso, nur gestaltet sich das etwas schwieriger. Eine Ernährungsumstellung bedeutet für uns auch eine Anpassung der Insulindosis. Dadurch und auch durch mehr/intensiver betriebenen Sport können insbesondere in der Anfangsphase die Blutzuckerwerte verstärkt durcheinander geraten. So kommt es, dass sich zu niedrige oder zu hohe Blutzuckerwerte abwechseln.

Abspecken mit Diabetes Typ 1
Abspecken mit Diabetes Typ 1, so funktioniert‘s?!

Suboptimale Fettverbrennung: Deshalb ist Abspecken mit Diabetes Typ 1 schwieriger

Durch die ständigen Korrekturen der Blutzuckerwerte mit Essen und/oder Insulin spritzen, gerät der Stoffwechsel außer Balance, dies wirkt eine Gewichtsabnahme entgegen. Die Fettverbrennung funktioniert dabei nur subotimal. Hier muss sich erst wieder „Ruhe“ einstellen bevor die Pfunde purzeln können.

Meine Erfahrung beim Abspecken mit Diabetes Typ 1: wie hat es funktioniert?

Erst mit einem ausgeglichenen Blutzuckerverlauf habe ich es geschafft etwas Gewicht zu verlieren. Ob ich dabei nun Low Carb, High Carb, FDH oder welche Diät/Ernährungsumstellung auch immer bevorzugt hatte, war völlig egal. Entscheidend war das Energiedefizit bei ausgeglichenen Blutzuckerwerten (leider gibt es dafür keine Garantie).

„Masthormon“ Insulin stört das Abspecken mit Diabetes Typ 1

Hinzu kommt, dass Insulin, wie wir wissen, auch als Masthormon bezeichnet wird, so dass zudem wichtig ist, die Insulintagesdosis im Blick zu behalten. Sie sollte etwas niedriger als die im Durchschnitt der letzten Wochen benötigte ausfallen.

Spätestens an dieser Stelle wird es schwierig. Oft habe ich es einfach nicht verstanden, konnte es nicht nachvollziehen, dass ich trotz intensiven Sports und geringerer Kalorienzufuhr mehr Insulin gebraucht habe (was zu einer Gewichtszunahme führt). Wie bereits an dieser Stelle beschrieben, beeinflussen einfach zu viele Faktoren unsere Blutzuckerwerte (Stress, Klima, Infekte, …).

Klar frustet es, wenn du, so wie ich beispielsweise, zum Sport tatsächlich manchmal zusätzliches Insulin spritzen musst, damit die Blutzuckerwerte nicht zu stark ansteigen. Da denkt man sich, dass man doch genauso gut ne Pizza hätte essen gehen können.

Die Sache mit der Insulintagesdosis und der Geduld…

An dieser Stelle kommt wohl die Geduld ins Spiel. Beobachtet man über mehrere Tage die Insulintagesdosis, zeigt sich dann doch, das man insgesamt über den Zeitraum der Ernährungsumstellung weniger Insulin benötigt hat. Hat man dann auch etwas an Gewicht verloren, benötigt man insgesamt auch weniger Basalinsulin (da die Basalrate u. a. auch vom Gewicht abhängig ist).

Ich finde, dass Abspecken mit Diabetes Typ 1 wirklich kein Kinderspiel ist. Ich könnte mir vorstellen, dass uns an dieser Stelle Amylin weiterhelfen könnte, das hier in Deutschland nur leider (noch?) nicht zugelassen ist. Aber da ich es selbst noch nicht getestet habe, möchte ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

3 comments

  1. Mein Sohn hat ebenfalls die Erfahrung gemacht!
    Er fährt sehr gerne Fahrad ( 25 km )!
    Danach ist der Blutzucker angestiegen!
    Wir haben uns immer gewundert , weil
    wir dachten Radfahren ist gut!
    Gruß
    Ute Christiansen

  2. Ich spritze mich 4 mal am Tag .habe 20 kilo Übergewicht , Ich nehme einfach nichtab. Bin 54 und auch noch in den Wechseljahren. da ist es noch schwerer ,und habe auch noch mit rauchen aufgehört.

  3. Ich habe seit 42 Jahren Typ 1, bin gerade ebenfalls in den Wechseljahren und habe – neben Bluthochdruck und dem Restless-Legs-Syndrom Polyarthrose. Ich habe einen Top-HbA1-C-Wert von 5.8, fahre seit einiger Zeit sehr gut mit meiner Pumpe und einem CGM (kein Flash-System). Aber bei mir ist es genau das gleiche: Ich starte mit dem Sport bei einem Wert von 100mg/dl – und nach relativ kurzer Zeit schießt er durch die Decke! Dann wird nachreguliert… und nachreguliert… und gefühlte 5ml Insulin später rausche ich dann in den Keller… also: Gummibärchen essen. Der Zucker steigt, man macht mit dem Sport weiter… Abgesehen davon, dass mir dann ohnehin schon die Gelenke schmerzen (was bei einer Größe von 1.56m und einem Gewicht von fast 88 Kg auch ohne Polyarthrose nicht verwunderlich ist) wird mir von dem Zuckerkram auch noch schlecht – Mahlzeit! Ich würde so gerne einen Weg finden endlich den überflüssigen Zentner loszuwerden, doch wie? Die Pumpe in Kombi mit dem CGM als ‚Frühwarnsystem‘ ist eigentlich schon eine gute Hilfe – dennoch brachten mir bislang auch Low- und No-Carb-Wochen nichts, genauso wie das Intervall-Fasten. Im Krankenhaus damals setzte man mich auf eine 1200kcal-Diät – und nach 6 Tagen hatte ich zwei Kilo mehr auf den Rippen! Irgendwas kann da doch nicht stimmen – frage mich, ob es anderen auch so geht. Es ist einfach frustrierend, wenn man sieht, wie bei Kolleginnen schon nach zwei oder drei Wochen die Pfunde purzeln, nur, weil sie einmal die Woche in der Mittagspause spazieren gehen und ‚Low-Carb‘ machen… und dann wundern sich alle, wenn ich sage, dass ich das ebenfalls tue, ich mich auch seit 30 Jahren vegetarisch ernähre (andere nehmen schon ab, weil sie für ein paar Wochen auf Fleisch und Wurst verzichten) – aber halt einfach nichts abnehme… Es hilft zwar nicht beim Abspecken, aber dennoch tut es ein bissi gut zu lesen, dass ich mir das alles nicht ‚einbilde‘ und dass tatsächlich an der These, dass man als Typ1-er wirklich deutlich schlechtere Karten beim Abnehmen hat als ein ‚gesunder‘ Mensch, etwas dran ist…

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