Beraterin Anneke

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Mein „zuckersüßes“ Leben

 

Hallo, Ihr lieben Süßen,

ich heiße Anneke, bin Diabetikerin und Mitarbeiterin bei der Diabetik Express GmbH. Per Newsletter werde ich Euch künftig darüber informieren, wie Ihr unter Alltagsbedingungen Eure Stoffwechselkrankheit besser in den Griff bekommen könnt. Dabei möchte ich Euch auf gar keinen Fall mit erhobenem Zeigefinger Ratschläge erteilen, sondern Euch Anregungen geben – von Diabetiker zu Diabetiker. Dazu zählen in erster Linie Tipps zur Lösung von Problemen in allen Lebenslagen, die so in Gebrauchsanweisungen und manchmal auch nicht in Schulungen thematisiert werden. Doch, bevor es soweit kommt, möchte ich mir die Zeit nehmen, mich und mein „zuckersüßes“ Leben ordentlich vorzustellen, damit Ihr Euch ein Bild von mir machen könnt:

1970 erblickte ich im thüringischen Mühlhausen das Licht der Welt. Meine „Diabeteskarriere“ begann, als wir unseren Urlaub in Ungarn antreten wollten. Während der Reise brach ich bewusstlos zusammen – meine Eltern chauffierten mich ohne Umwege in die Kinderklinik nach Annaberg-Buchholz. Die Diagnose: Diabetes mellitus Typ 1. Nun folgte ein strenger Diätplan, das heißt: zweimal täglich Mischinsulin sowie drei- bis viermal am Tag „Pipi“ abkochen, um festzustellen, ob Urinzucker enthalten ist.

1986 – endlich der Luxus: Urinteststreifen!!! Ich genoss eine intensivierte Therapie mit festem Schema. Außerdem trat ich den Weg ins Rehabilitationszentrum Bad Berka an, wo ich meine Ausbildung zur MTA absolvierte. 1989 – der Schock: Mein Insulin Semilente konnte nicht mehr in die DDR eingeführt werden, und mein Studiumsplatz wurde gestrichen. Also suchte ich mein Heil im Westen. 1990 hielt ich mein erstes Blutzuckermessgerät, den Reflolux S, und meine erste Insulinpumpe, den Nordisk Infuser, in den Händen – mit zwei festen Basalraten.

1991 geriet mein Diabetologe in Verzweiflung: Mein HbA1c bewegte sich bei 16 Prozent und mein täglicher Insulinbedarf lag bei 300 Einheiten. Daraufhin wurde ich zu Dr. Renner nach München-Bogenhausen geschickt. Zunächst stellte er mich auf die H-Tron Insulinpumpe ein. Tolle Pumpe, so klein! Aber keine Besserung… Noch im November bekam ich den Percuseal Port und nahm an einer Studie teil. Dieses Portsystem wird operativ implantiert, was eine kontinuierliche, intraperitoneale Insulininfusion ermöglicht. Dabei liegt der innere Katheter frei in der Bauchhöhle. Zehn Jahre lang konnte ich mit HbA1c-Werten zwischen 5,8 und 6,3 Prozent glänzen. Alles in Butter: 1993 und 1995 wurde ich Mutter von zwei gesunden Mädels.

2001 ging es nach der Entfernung meines fünften DiaPortes wieder bergab: Schwankende Blutzuckerwerte, zwischen 20 bis 500 mg/dl (1,1 bis 27,8 mmol/l), dominierten meinen Alltag, die Glucagonspritze entwickelte sich zu meinem ständigen Begleiter. 2004 nahm ich einen Untersuchungstermin in der Uniklinik Gießen wahr, mit dem Ergebnis, dass ich nun bei Eurotransplant zur Inselzelltransplantation gemeldet war. Aber nie was davon gehört… Um einen besseren Durchblick zu erlangen, besuchte ich 2005 eine Weiterbildung zur Diabetesberaterin.

2007 verbesserte sich meine Lebensqualität dank CGM (kontinuierliches Glucosemonitoring) Die „Überwachung“ des Abbott Navigators legte den Grundstein dafür, dass ich seit 2010 meine Arbeit im Außendienst für Insulinpumpen und CGM Systeme bei DiabetikExpress GmbH verrichten kann. 2011 bekam ich meinen neuen DiaPort 2. Seitdem plagen mich keine Hypos mehr, und ich brauche etwa 35 Einheiten Insuman Infusat. Für viele unter Euch sicherlich ein Traum. Ich kann nur sagen, nichts ist unmöglich: Mein Traum hat sich erfüllt…

 


 

Annekes Sofa-Tipps:

 

♦ Die Qual der Wahl mit den Bolusvarianten

♦ Meine Wahnsinns-Erfahrungen, die ich bei Camp D 2014 sammeln durfte