Rote Ampel für „grüne Cola“: Nährwert-Ampel entlarvt Coke Life als Zuckerbombe

Von wegen „gesund“ und „natürlich“: Trotz des gesunden Images, das Trendgetränken durch Werbung oder grüne Etiketten verpasst wird, sind sie nicht gesünder oder deutlich zuckerärmer als andere Softdrinks. Das zeigt der Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen zu aktuellen Trendgetränken, wie Fanta Klassik oder Coca-Cola Life.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt: Selbst eine einzige Flasche 0,5 Liter grüne Cola mit dem pflanzlichen Süßstoff Stevia überschreite die von der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) empfohlene Zuckermenge pro Tag. Alle im Marktcheck getesteten Getränke, ob mit oder ohne Stevia, erreichen daher nur eine gelbe oder rote Nährwert-Ampel. Die Ergebnisse könnt Ihr hier nachlesen.

Coke Life
Selbst eine einzige 0,5-Liter-Flasche Coke Life überschreitet die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Zuckermenge pro Tag.


Acht Getränke wurden im Mai 2015 auf ihren Zucker- und Kaloriengehalt geprüft. Drei Produkte waren mit dem Zusatz von Stevia gekennzeichnet. Eines davon wurde mit „ein Drittel weniger Zucker – weniger Kalorien“ beworben. Ein weiteres Getränk ohne Stevia-Zusatz wies die Angabe „weniger süß“ auf der Verpackung auf. Die Bewertung der Verbraucherzentrale erfolgte mit Hilfe des Ampelchecks. Dabei signalisieren die Ampelfarben, was die Nährwerte bezogen auf 100 Gramm bedeuten. Eine rote Ampel entlarvt beispielsweise Zuckerbomben und Fettfallen.

Von den vier vermeintlich kalorien- und zuckerärmeren Getränken bringen es drei auf kaum weniger Zucker und Kalorien als das Standard-Produkt. Eine Coca Cola enthält mit 54 Gramm satte 18 Würfel Zucker pro 0,5-Liter-Flasche. Coca-Cola Life „trumpft“ trotzdem noch mit elf Würfeln Zucker (34 Gramm) pro 0,5-Liter-Flasche auf. Gut zu wissen: Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Zuckerhöchstmenge am Tag liegt für Frauen bei 25 Gramm, für Männer bei 30 Gramm. „Wer nur eine Flasche Coca-Cola Life genießt, überschreitet diese Menge bereits. Diese Zuckerbombe ist alles andere als gesund“, sagt Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zu bedenken sei, dass vor allem Jugendliche Trendgetränke, wie Cola, konsumieren: Auch sie überschreiten mit einer Flasche die empfohlene Tageshöchstmenge an Zucker – für Zwölfjährige liegt sie bei 22,5 Gramm.

Die Bewertung der Verbraucherzentrale lautet daher: „Rote Ampel für die grüne Cola!“

Der Hersteller fritz-kola hat in seiner Stevia kola die Zuckermenge um die Hälfte – im Vergleich zur normalen fritz-kola – reduziert. Diese enthält statt elf nur 5,5 Würfel Zucker pro 330-Milliliter-Flasche und schafft es von einer roten auf eine gelbe Ampel.

Verbraucher sollten Werbeaussagen von Herstellern und Aufmachung von Produkten keinen Glauben schenken, rät die Verbraucherzentrale. Nur ein Blick auf die Zutatenliste oder Nährwertangaben verrate, wie viel Zucker tatsächlich in Getränken stecke. Aus diesem Grund fordert die Verbraucherzentrale Niedersachsen die Einführung der Nährwert-Ampel. Lebensmittel, denen über die Werbung ein gesundes Image verpasst wird, könnten durch eine rote Ampel schnell enttarnt werden.

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