Na sicher macht der Diabetes uns sauer, (fast) jeden Tag aufs Neue ;). Spaß beiseite, unsere Emotionen sollen heute nicht Thema sein, sondern unsere Säure-Base-Balance.

Unser Blut muss einen ganz bestimmten pH-Wert aufweisen, damit es lebenswichtige Aufgaben erfüllen kann. pH-Wert kommt aus dem lateinischen: „potentia Hydrogenii“, das bedeutet Konzentration des Wasserstoffs in einer Lösung. Der pH-Wert sollte in einem Bereich von 7,35-7,45 liegen (0-7 = sauer, 7-14 = basisch). Wäre unser Blut „sauer“, bestünde Lebensgefahr. Deshalb ist unser Organismus rund um die Uhr damit beschäftigt, den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Das ist eine echt große Herausforderung! Falsche Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Stress, körperliche Anstrengung, Krankheit… beeinflussen die Balance zwischen Säuren und Basen in unserem Körper.

Sind wir „zu sauer“, spricht man von Übersäuerung. Neben der chronischen, latenten Übersäuerung gibt es auch die Azidose genannte akute Übersäuerung, die plötzlich auftritt, lebensgefährlich ist und intensivmedizinisch im Krankenhaus behandelt werden muss. Sie kann durch Erkrankungen und/oder ein diabetisches Koma, Herzstillstand oder Schock ausgelöst werden.

Durch einen einfachen Test kann man feststellen, ob der Körper übersäuert ist. Dabei handelt es sich um Teststreifen, die in den Urin gehalten werden. Allerdings schwankt der pH-Wert im Urin über den Tag hinweg und auch von Tag zu Tag. Die sicherste Methode, um zu erkennen, ob das Blut tatsächlich übersäuert ist, ist deshalb eine Blutuntersuchung beim Arzt.

Inwiefern sind Basensupplemente für Typ-2-Diabetiker interessant? Können Sie beim Abspecken helfen?

Als Typ-2-Diabetiker steht man oftmals vor der Herausforderung, abspecken zu müssen. Diäten stellen für den Säure-Basen-Haushalt nochmals eine besondere Situation dar, weil der Abbau von Fett zu einer erhöhten Säurebelastung führt. Diese kann wiederum den Erfolg der Diät beeinträchtigen, den weiteren Fettabbau bremsen. Deshalb ist eine basenreiche Ernährung gerade während einer Diät besonders wichtig.

Hierzu gab es eine interessante Studie, die bestätigt hat, dass

  • Basensupplementation die Gewichtsreduktion bei kohlenhydratreduzierter, proteinreicher Kost verstärkt,
  • in der Phase der intensiven Gewichtsreduktion es zu einer stärkeren Reduktion der Fettmasse, jedoch zu einem geringeren Muskelabbau kam.
  • ein niedriger Urin-pH-Wert mit Insulinresistenz assoziiert werden kann und
  • Personen mit höherer Säurebelastung auch höhere Insulinspiegel hatten.

Die höhere Säurebelastung und höheren Insulinspiegel fielen bei Übergewichtigen besonders deutlich aus.

Quelle zur Studie: Basensupplementation zur Gewichtsreduktion/Erschienen in: Diabetes, Stoffwechsel und Herz, 2017; 26 (6), Seite 329-336

Inwiefern sind Basensupplemente auch für Typ-1-Diabetiker interessant?

Typ-1-Diabetiker sind in zweierlei Hinsicht gefährdet zu übersäuern. Zum einen geht mit hohen Blutzuckerwerten ein Anstieg des pH-Werts einher. Andererseits schützen auch Blutzuckerwerte im Zielbereich nicht unbedingt. Viele Diabetiker bevorzugen nämlich eine proteinreiche oder gar ketogene Ernährungsform, um zu schnelle/hohe Blutzuckeranstiege zu vermeiden. Damit nehmen sie viele Proteine auf, die (insbesondere die tierischen) eher säurebildend wirken. Hinzu kommen eventuell noch intensiver Sport und/oder Übergewicht. All das führt zu verstärkter Säurebildung.

Um ein gesundes Gleichgewicht zu bewahren, benötigen wir basisch wirkende Stoffe, die die Säuren neutralisieren. Basenbildende Lebensmittel sind etwa:

  • Gemüse
  • Obst
  • Kräuter
  • Pilze
  • Keimlinge
  • Samen und Kerne
  • Mandeln, Walnüsse, Pistazien, Zedernnüsse, Macadamianüsse

Säurebildner hingegen:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Milch und Milchprodukte
  • Ei
  • alle Getreidearten und Getreideprodukte wie Nudeln, Brot und alle Sorten von Gebäck
  • Zucker und alle Süßigkeiten
  • einige Nüsse
  • Spargel, Rosenkohl, Artischocken
  • Hülsenfrüchte
  • Kaffee, Espresso
  • Schwarztee, grüner Tee, weißer Tee, Früchtetee
  • Limonaden, Energy Drinks, Cola, Alkohol

Quelle: https://www.basenfasten.de

Ist eine Basensupplementation sinnvoll für Diabetiker?

Ob eine Basensupplementation sinnvoll ist, sollte jeder individuell mit seinem Arzt besprechen. Ich kann nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten. Ich habe mich intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt. Das hat mir verdeutlicht, wie sehr ich mit Diabetes und als Leistungssportlerin gefährdet bin zu übersäuern und wie verdammt wichtig ein ausgeglichener Säure-Base-Haushalt für die Gesundheit ist. So habe ich mir auch BasenCitrate samt pH-Teststreifen gekauft. Mein Arzt hatte mir geraten. meinen Urin ab und an damit zu überprüfen und das auch mehrmals am Tag (um Tagesschwankungen zu berücksichtigen). Denn wenn über lange Zeit die sauren Umstände überwiegen, kommen die Systeme nicht mit der Ausscheidung hinterher und der Körper muss die Säuren anderweitig aus dem Weg räumen, etwa durch Ablagerung im Bindegewebe. Organe könne beeinträchtigt werden und/oder zahlreiche Krankheiten die Folge sein. Das muss ja nicht sein!