Innovativ und äußerst praktisch und dennoch meinungsspaltend - das neue FreeStyle Libre. Quelle: Freestyle Libre

Innovativ und äußerst praktisch und dennoch meinungsspaltend – das neue FreeStyle Libre. Quelle: Freestyle Libre

Am neuen FreeStyle Libre scheiden sich die Geister: Während Mediziner und Diabetiker das Flash Glukose Messsystem als Meilenstein in der Diabetestherapie bezeichnen, stufen Datenschützer das Gerät, das vom amerikanischen Gesundheitsunternehmen Abbott entwickelt wurde und seit etwa vier Monaten auf dem Markt ist, in puncto Datensicherheit als gefährlich ein. So könnten bei Nutzung des FreeStyle Libres sensible Informationen in die USA gelangen, worüber alle Anwender keinerlei Kontrolle hätten.

Als Knackpunkt erweist sich die Daten-Speicherung über einen längeren Zeitraum: Um dies bewerkstelligen zu können, müssen Diabetiker, die das FreeStyle Libre nutzen, eine entsprechende Software downloaden. Dabei stimmen sie gleichzeitig zu, dass ihre Daten, wie die Dokumentation der Messwerte und der Insulindosen, auf einen Server in den USA übertragen werden. Für Datenschützer ein inakzeptables Vorgehen, zumal es in den USA nicht weit her mit der ärztlichen Schweigepflicht ist.

Abbott gibt mittlerweile Entwarnung: Selbstverständlich würden die Gesundheitsdaten anonymisiert. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, sollten alle „Zuckersüßen“ ihren PC vom Internet trennen, während das FreeStyle Libre-Lesegerät mit dem Computer verbunden ist.

Wissenswertes zum FreeStyle Libre: Das neue Flash Glukose Messsystem macht das mehrmals tägliche Piksen in den Finger zur Ermittlung der Blutzuckerwerte komplett überflüssig. Ein kleiner wasserdichter Sensor, der am Oberarm getragen wird und alle 14 Tage gewechselt werden sollte, misst und speichert automatisch und permanent die Glukose-Daten. Und das rund um die Uhr. Um die Messresultate einsehen zu können, muss das dazugehörige Lesegerät über den Sensor geführt werden, wobei der aktuelle sowie die Glukosewerte der letzten acht Stunden auf dieses übertragen werden.