Insbesondere dann, wenn es mal wieder schnell gehen muss, wird die Pen-Nadel nahezu unbewusst zur liebsten Insulin Spritzstelle geführt. Das wiederholt sich wieder und wieder. Ich habe jahrelang in den Bereich rechts am Bauch das Insulin injiziert. Das hatte zur Folge, dass meine Diabetologin damals meinte: „Stopp! Diesen Bereich künftig aussparen! Es sind bereits kleinere Verhärtungen zu spüren.“ Grmpf!

Dann fing ich an links in den Bauch zu spritzen. Auch das wiederholte sich wieder und wieder. Unbewusst injizierte ich das Insulin in die selbe (!) Stelle. Denn dort spürte ich keinen Schmerz. Immer die selbe Stelle, mit der Folge… Richtig: „Linken Bauchbereich aussparen!“

Insulin Spritzstelle

Insulin Spritzstelle: Das solltest du unbedingt wissen!

Was passiert, wenn ich das Insulin immer in die selbe Stelle injiziere?

So wurden auch am linken Bauchbereich kleine Beulen sichtbar und ich hatte mit schwankenden Blutzuckerwerten zu kämpfen. Das liegt wohl mitunter daran, dass die Fettzellen anfangen zu wachsen. „Fresszellen“ und weiße Blutkörperchen treten vermehrt auf und können das Insulin zerstören. Dadurch entstehen Narben im Gewebe und es wird schlechter durchblutet. Das erklärt die schlechte Wirksamkeit des Insulins und die schwankenden Blutzuckerwerte.

Schmerzen verspürte ich keine an meinen Lieblingsspritzstellen, ganz im Gegenteil! Da das Narbengewebe mit nur noch sehr wenig Nerven durchsetzt ist, wundert das meine Diabetologin auch nicht. Deshalb, so erklärte sie mir damals, fällt es vielen Diabetikern auch schwer, von ihren Lieblingsspritzstellen abzuweichen.

Was tun gegen unbewusstes Spritzen in die liebste Insulin Spritzstelle?

Okay, auf Beulen und Blutzuckerschwankungen kann ich gut und gerne verzichten. Ich wählte nun die Oberschenkel. Aber bevor mir mein Körper ausgeht 😉 und sich auch da neue Lieblingsstellen einschleichen, malte ich mir diesmal Pläne auf meine Beine. Damit lief es ganz gut. So wechselte ich regelmäßig die Seite und den Bereich. Jede neue Injektionsstelle war mindestens zwei Zentimeter von der vorherigen entfernt.

Heute gehe ich mit Insulinpumpe bei Katheter-Wechsel recht ähnlich vor, nur dass ich meinen Körper nicht mehr bemale 😉 und sich die Beulen (was mitunter Monate bis Jahre dauern kann) zum Glück wieder zurückgebildet haben.

Saß der Katheter (bei mir ist es der OmniPod) links am unteren Rücken, so wird er nach drei Tagen, wenn der Wechsel ansteht, auf der rechten Seite am unteren Rücken platziert. Danach geht es rechts mit dem hinteren Oberarm rechts, dann folgt der linke hintere Oberarm. Anschließend fange ich das Spiel wieder von vorne an. Ich achte aber dennoch darauf, dass ich mit jeder „Runde“ den OmniPod ein bisschen weiter nach rechts oder unten verschiebe, als in der Runde davor. Sicher ist sicher ;). So hat das Gewebe ausreichend Zeit, sich zu erholen.

Wo und wie injizieren?

Ich habe mich bewusst für Hüfte/unterer Rücken und hinterer Oberarm entschieden, weil dort das Insulin bei mir am besten wirkt. Das konnte ich in mehreren Selbstversuchen feststellen. Einige wählen bevorzugt Bauch oder Oberschenkel. Als Injektionsstellen wähle ich die Körperregionen, in denen das Unterhautfettgewebe dick genug ist. Da habe ich also eine große Auswahl ;).

Beim Katheter setzen oder beim Spritzen mit dem Pen sollte man eine Hautfalte mit Daumen und Zeigefinger bilden, damit das Insulin ins Unterhautfettgewebe und nicht in die Muskulatur gelangt (Hypo-Gefahr und sehr schmerzhaft).

Beim Injizieren mit dem Pen sollte die Nadel nicht zu schnell wieder raus gezogen werden, damit das Insulin nicht durch den Einstichkanal wieder zurückläuft.