Aktuell leiden mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland unter Diabetes mellitus. 300.000 davon haben Diabetes Typ 1, darunter mehr als 30.500 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren. Gestationsdiabetes (GDM) gehört zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. An Typ-2-Diabetes erkranken hierzulande jedes Jahr 270.000 Menschen. Die Stoffwechselerkrankung betrifft alle Altersgruppen, und nicht selten mehrere Mitglieder einer Familie. Neueste Erkenntnisse zur Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung stehen im Mittelpunkt der 10. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Veranstaltung findet unter dem Motto „Diabetes und Familie: Vorbeugen – Erkennen – Entlasten“ vom 11. bis 12. November im NCC NürnbergConvention Center in Nürnberg statt.

Unter dem Motto „Diabetes und Familie: Vorbeugen – Erkennen – Entlasten“ steigt vom 11. bis 12. November die 10. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im NCC NürnbergConvention Center. © Rawpixel/Fotolia

Unter dem Motto „Diabetes und Familie: Vorbeugen – Erkennen – Entlasten“ steigt vom 11. bis 12. November die 10. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im NCC NürnbergConvention Center. © Rawpixel/Fotolia


„Diabetes mellitus beeinflusst neben dem Betroffenen selbst immer auch die Familie“, sagt Professor Dr. med. Klaus Badenhoop, Tagungspräsident und Diabetologe aus Frankfurt am Main. Seien es Kleinkinder mit Diabetes Typ 1, Schwangere, die an Gestationsdiabetes erkranken oder ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes – allen gemeinsam ist, dass ihre Angehörigen in die Therapie mit eingebunden sind und intensiv am Verlauf der chronischen Stoffwechselerkrankung teilhaben. Zudem kommt Diabetes familiär gehäuft vor und kann sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes mehrere Familienmitglieder betreffen. Eine familiäre Häufung wird besonders beim Typ-2-Diabetes beobachtet: ist ein Elternteil betroffen, liegt das Risiko bei bis zu 50 Prozent, als Erwachsene auch zu erkranken. Kommt ein Diabetes in drei oder mehr Generationen vor, ist eine genetische Untersuchung auf eine seltene monogenetische Stoffwechselstörung angeraten.

Inzwischen können Früherkennungsuntersuchungen Diabeteserkrankungen verhindern und eine frühe Therapie Komplikationen vermeiden. „Durch gemeinsame Bewältigung der erkrankungsbedingten Lebensveränderungen werden Patienten und Familien entlastet“, erläutert Professor Badenhoop. Voraussetzungen, neueste Erkenntnisse und Behandlungskonzepte dazu diskutieren Ärzte verschiedener Fachrichtungen und nichtärztliche Mitglieder des Diabetes-Behandlungsteams in zahlreichen Symposien und Workshops im Rahmen der Diabetes Herbsttagung. „Viele Menschen mit Diabetes bewältigen auch unter hohen Anforderungen ihr Leben sehr gut“, betont der Tagungspräsident. „Dies werden wir an Beispielen aus Sport, Wirtschaft und Kunst zeigen.“

Zu den Highlights der Herbsttagung zählen unter anderem Diskussionsveranstaltungen zu den Themen „Höchstleistung trotz Diabetes: Lernen von Spitzenkräften“, „Adipositastherapie 2016 – konservativ versus chirurgisch“ oder „E-Health und Datensicherheit in der Diabetologie“. Eines der Symposien vertieft die Materie „Diabetes im sozialen Alltag – Schule, Führerschein, Beruf, Schwerbehindertenausweis, Hobby“. Interaktive Workshops, wie „Familiäre Störungen des Herz-Kreislaufsystems und der Lipide“, „Insulinpumpentherapie“, „Diabetes und Migranten: Kulturelle Besonderheiten bei Diabeteserkrankungen“, „Diabetisches Fußsyndrom“ oder „Smartphone APPs in der diabetologischen Versorgung“, runden das Programm ab.

Eröffnet wird die Diabetes Herbsttagung am Freitag, 11. November, um 10.45 Uhr im NCC NürnbergConvention Center, die Vorträge beginnen jedoch schon um 9 Uhr. Das Tagungsprogramm kann unter www.herbsttagung-ddg.de eingesehen werden. Interessierte können sich dort direkt online anmelden.