Wer viel Sport treibt und seine Diabeteseinstellung nicht darauf anpasst, muss damit rechnen, dass der Blutzucker in den Keller rauscht. © Petra Bork / pixelio.de

Wer viel Sport treibt und seine Diabeteseinstellung nicht darauf anpasst, muss damit rechnen, dass der Blutzucker in den Keller rauscht. ©Petra Bork / PIXELIO

Jan, seit zwei Jahren Typ-1-Diabetiker, hat für sich das Joggen entdeckt. In den Abendstunden dreht der Student regelmäßig seine Runden im Stadtpark. Doch hat der angehende Jurist, der ja eigentlich etwas für seine Gesundheit tun will, dabei nicht bedacht, dass er Diabetiker ist. In den Nachtstunden hat der 21-Jährige häufig mit Unterzuckerungen zu kämpfen.

Hintergrund: Nach schweißtreibenden Aktivitäten müssen die Muskeln ihre Zuckervorräte wieder auffüllen, was zumeist nachts geschieht. Dabei reduziert der Körper einfach die Insulin-Ausschüttung, damit mehr Zucker im Blut verbleibt. Bei Typ-1-Diabetikern funktioniert dieser Kreislauf logischerweise nicht. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass – wenn dem nicht entgegengesteuert wird – der Blutzucker in den Keller rauscht.

Über diese Konsequenzen setzte seine Diabetesberaterin, die er unlängst um Rat gefragt hatte, den jungen Mann in Kenntnis. „Sie schimpfte mit mir und fragte mich, ob ich während der Diabetesschulung geschlafen hätte“, bekräftigt Jan. „Dann erklärte sie mir, dass ich vor, während und nach dem Sport meinen Blutzucker kontrollieren und vor dem Schlafengehen unbedingt ein ‚Betthupferl‘ von ein bis zwei Broteinheiten zu mir nehmen muss – selbstverständlich ohne mir Insulin dafür zu verabreichen.“

Eine weitere Möglichkeit wäre es, nach der sportlichen Aktivität die abendliche Dosis des Basalinsulins zu verringern. Jan hat sich für das „Betthupferl“ entschieden, wie er verrät. Und das mit Erfolg: So gehören die Zeiten des schweißgebadeten Aufwachens mitten in der Nacht endlich der Vergangenheit an.