Fakt ist, dass vegetarische Kostformen der Entstehung von Übergewicht vorbeugen. Zudem haben vegetarisch und vegan lebende Menschen im Vergleich zu Nichtvegetariern ein deutlich geringeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Eine solche Ernährungsweise kann auch bei bereits bestehendem Diabetes die Stoffwechsellage verbessern. Die Erkrankung sei dadurch jedoch nicht heilbar, heißt es in einer Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Fleischlos gegen den Zucker

Vegetarisch und vegan lebende Menschen haben im Vergleich zu Nichtvegetariern ein deutlich geringeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. © lenets_tan/Fotolia


Veganer verzehren ausschließlich pflanzliche Lebensmittel. In einer Studie wurde bei zwei vergleichbaren Gruppen mit übergewichtigen Typ-2-Diabetikern untersucht, welche Auswirkungen eine vegane und zugleich fett- und eiweißarme Kost auf den Krankheitsverlauf hat. Dazu wurden eine vegane Gruppe und eine Vergleichsgruppe, die sich gemäß den Richtlinien der American Diabetes Association ernährte, gegenübergestellt. Mit der veganen, fett-reduzierten Diät wurde eine etwas bessere Blutzuckerkontrolle erreicht als in der konventionell ernährten Gruppe. Zudem verringerten sich die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei der veganen Gruppe.

Die Dosis der medikamentösen Diabetesbehandlung konnte bei mehr Teilnehmern mit rein pflanzlicher Kost reduziert werden. Diese Effekte sind möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die vegane Gruppe aufgrund der Reduktion des Fettanteils mehr Gewicht abnahm als die Vergleichsgruppe.

„Auch wenn die Stoffwechseleinstellung durch spezielle Diäten verbessert werden kann, ist eine bereits bestehende Diabeteserkrankung damit nicht heilbar. Patienten und Personen mit hohem Diabetesrisiko sollten ihr Körpergewicht durch eine gesunde Ernährung kontrollieren. Dies kann, muss aber nicht durch eine vegane Ernährungsweise geschehen“, betont Professor Dr. Dr. Hans-Georg Joost, der als Vorstandsmitglied von diabetesDE zuständig für die Themen Wissenschaft und Ernährung ist. Betroffene müssten lebenslang ihre Blutzuckerwerte im Blick behalten, auf ihre Ernährung und Bewegung achten. Zudem sei eine vegane Ernährung nicht für jeden geeignet.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat im April eine Position zur veganen Ernährung erarbeitet, die diabetesDE teilt. Bei einer rein pflanzlichen Ernährung sei eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich. Der kritischste Nährstoff sei Vitamin B12. Schwangeren, Stillenden und Heranwachsenden rät die DGE von einer veganen Ernährungsweise ab. Wer sich vegan ernähren möchte, solle dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen, auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten und sich von einer Ernährungsfachkraft beraten lassen.

Quellen:

  • Barnard ND, Cohen J, Jenkins DJ, Turner-McGrievy G et al. (2006): A low-fat vegan diet improves glycemic control and cardiovascular risk factors in a randomized clinical trial in individuals with type 2 diabetes. Diabetes Care 29 (8), 1777-83.
  • Barnard ND, Cohen J, Jenkins DJ, Turner-McGrievy G et al. (2009): A low-fat vegan diet and a conventional diabetes diet in the treatment of type 2 diabetes: a randomized, controlled, 74-wk clinical trial. Am J Clin Nutr 89 (5 Suppl), 1588S-1596S.
  • Barnard ND, Gloede L, Cohen J, Jenkins DJ et al. (2009): A low-fat vegan diet elicits greater macronutrient changes, but is comparable in adherence and acceptability, compared with a more conventional diabetes diet among individuals with type 2 diabe-tes. J Am Diet Assoc 109 (2), 263-72.