Immer mehr Kleinkinder leiden an Typ-1-Diabetes. Es ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Mit einer Typ-1-Diabetes-Früherkennungsuntersuchung von Neugeborenen ist die „Freder1k-Studie“, die die Chancen für Diabetes-Prävention bei Kindern erhöhen soll, ein europaweites einmaliges Projekt.

„Freder1k-Studie“

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. © Andrey Popov/Fotolia


Autoimmunerkrankungen entwickeln sich oft schleichend. Die betroffenen Kinder fühlen sich wohl und wirken vollkommen gesund. Daher bleibt ein Typ-1-Diabetes meist viele Jahre unerkannt, bis er sich schlagartig in oftmals lebensbedrohlichen Symptomen äußert. Das könnte die „Freder1k-Studie“ verhindern. Sie bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im Zusammenhang mit dem regulären Neugeborenen-Screening kostenfrei auf das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, untersuchen zu lassen.

„Dank neuartiger, am Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit dem CRTD der Technischen Universität Dresden entwickelter Tests ist es heute möglich, sowohl das Risiko als auch eine frühe Form des Typ-1-Diabetes noch lange, bevor sich erste Symptome zeigen, festzustellen und die Familien auf die spätere Erkrankung mittels Schulungen und einer optimalen Betreuung vorzubereiten“, erläutert Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München.

Die „Freder1k-Studie“ wird von der Technischen Universität Dresden und der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Helmholtz Zentrum München und der Medizinischen Hochschule Hannover bewerkstelligt. Sie ist ein Modellprojekt der GPPAD-Initiative und möchte erreichen, dass in Zukunft auch in anderen Bundesländern und europäischen Ländern nach dem Modell „Freder1k“ Kinder mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes erkannt und frühzeitig behandelt werden können. Mit dieser Studie geben die Wissenschaftler um Studien-Leiter Professor Dr. Ezio Bonifacio, Direktor des Center for Regenerative Therapies Dresden der TU Dresden, gleichzeitig den Startschuss für weitere Studien, die die Prävention von Typ-1-Diabetes zum Ziel haben. Der amerikanische Helmsley Charitable Trust fördert die Initiative als Geldgeber.

„Wir wollen eine Therapie entwickeln, mit der wir die Diabetes-spezifische Autoimmunität verhindern oder heilen können, damit sich das klinische Stadium des Typ-1-Diabetes erst gar nicht entwickelt“, bekräftigt Professor Bonifacio. „Die Erkenntnisse aus der Studie können helfen, die zu erwartenden Behandlungskosten für das Gesundheitswesen zu beherrschen.“