Was macht der Diabetes Typ 1 nur mit uns? 20 Dinge, denen du tagtäglich stand hältst…

Ich will weiß Gott nicht jammern, aber der Diabetes Typ 1 schränkt mich ein und belastet mich auch regelmäßig. Natürlich gibt es Schlimmeres und uns stehen hier in Deutschland – toi, toi, toi – genügend Insulin und Therapiehilfsmittel zur Verfügung. Wir können uns bisher tatsächlich nicht großartig beschweren und froh sein, dass wir gut versorgt sind und so frei leben können, (fast) wie Gesunde auch.

Alltag mit Diabetes Typ 1
Was macht der Diabetes Typ 1 nur mit uns? 20 Dinge, denen du im Alltag mit Diabetes Typ 1 tagtäglich stand hältst…

Aber das soll heute nicht Thema sein. Ich möchte heute etwas tiefer blicken und euch einmal bewusst machen, was wir alles tagtäglich leisten und womit wir uns so rumplagen müssen. Da kommt eine Menge zusammen, was unter anderem auch erklärt, warum Diabetes Depressionen verursachen, die Psyche stark belasten kann. Und dafür muss sich definitiv keiner schämen!

Vermutlich ist es euch als Langzeit-Diabetiker noch nicht einmal mehr bewusst, was ihr jeden Tag mit eurem Diabetes bewältigt, meistert, vollbringt…, weil ihr bereits so routiniert seid. Hier 20 Dinge im Überblick, die euch das mal wieder vor Augen führen!

20 Dinge, denen du im Alltag mit Diabetes Typ 1 tagtäglich stand hältst…

1. Jede(!) Aktivität muss durchdacht und geplant werden (ich erspare mir an dieser Stelle mal, ALLES aufzuführen ;))
2. Planung/Einschränkung bei der Ernährung, bei der Freizeitgestaltung, im Alltag, Sport, Reisen… Wie es nervt!
3. Wir erleben dabei täglich Misserfolge, verbunden mit der Erfahrung von Hilflosigkeit.
4. Selbstdisziplin und Selbststeuerung stehen immer auf unserer Tagesordnung
5. Diabetes erfordert ein hohes Maß an Selbstverantwortung, nicht selten führt das zu Schuldgefühlen und Versagen, wenn es mal nicht so klappt.
6. Damit fallen wichtige Stabilisatoren für das Selbstwertgefühl weg und das stört unsere Selbstwertregulation
7. Wir leben transparent, dazu gehört etwa die Kontrolle und das Besprechen der Werte mit dem Diabetologen! Das belastet und kann kränken!
8. Die Diskriminierung im Alltag durch Unwissenheit geht an die Nerven: unangenehme Situationen samt unzureichendem Wissen und „schlaue Ratschläge“ anderer… → Das geht gar nicht klar!
9. Unterstützung seitens der Ärzte und Psychologen ist nur bedingt gegeben, eine konstruktive Zusammenarbeit findet nur selten bis nie statt.
10. Der Zeitaufwand der Blutzuckerkontrollen, des kompletten Managements ist enorm! Diesen sieht jedoch keiner, geschweige denn hat Verständnis im hektischen Alltag dafür. Auch Schulungen, Arztbesuche und Klinik sind häufiger nötig.
11. Hypos und die damit verbundene eingeschränkte Leistungsfähigkeit und die Launen belasten nicht nur uns selbst.
12. Das gleiche gilt für Hypers und die damit verbundene Müdigkeit bzw. depressive Stimmung.
13. Überforderung mit der Therapie (keine Erklärung für Blutzuckerchaos).
14. Man plagt sich oft mit einem schlechten Gewissen bei Therapieabweichung
15. Abstimmung im Job ist manchmal/oft nötig. Nicht immer klappt das.
16. Ungerechtigkeit, soziale Benachteiligung, fehlendes Verständnis und Unterstützung sind keine Seltenheit.
17. Die eigene Angst vor Komplikationen, Folgeschäden, Abhängigkeit von einem Stoff (Insulin) kann einen auffressen.
18. Der finanzielle Aufwand für die bestmögliche Therapie erfordert manchmal Mehrarbeit und ist für manch einen nicht zu stemmen.
19. Sorgen bei der Familienplanung
20. Und manchmal überkommt einen einfach das Gefühl des Andersseins

Puh, das ist eine ganze Menge. Aber diese 20 Dinge decken sicherlich noch nicht mal alles ab. Gerne dürft ihr ergänzen.

Was können wir aber tun, damit es uns trotzdem gut geht? Eine mögliche Antwort: Akzeptieren und bewältigen! Sich einfach klar machen: Ja, ich habe es schwerer als viele andere, aber es ist nicht meine Schuld, dass es so ist. Einfach mal stolz sein, auf das was man so zusätzlich leistet. Schwierig wird das insbesondere für diejenigen, deren Lebensqualität auf Grund des Diabetes eh schon nicht die beste ist. Diabetiker die trotz ihrer Erkrankung eine sehr gute Lebensqualität haben, gelingt es leichter positiver zu denken, besser damit mit klar zu kommen.

Moderne Therapiehilfsmittel, eine wertschätzende Haltung seitens der Ärzte und anderer und nicht zu vergessen: eine coole Community, wie wir sie heute haben, die zusammenhält und sich rund um die Uhr unterstützt helfen in jedem Fall ungemein, das Beste draus zu machen!

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