Den Glykämischen Index im Visier haben: Kokosblütenzucker ist eine Versuchung wert

Der aus dem Nektar des Blütenstandes der Kokospalme gewonnen Kokosblütenzucker trumpft mit einem relativ niedrigen Glykämischen Index auf. © Carlosh / pixelio.de
Der aus dem Nektar des Blütenstandes der Kokospalme gewonnen Kokosblütenzucker trumpft mit einem relativ niedrigen Glykämischen Index auf. © Carlosh / pixelio.de

Von seiner Konsistenz und Optik her erinnert er etwas an geröstetes Paniermehl, wobei er sofort auf der Zunge zergeht. Geschmacklich trifft die Bezeichnung „karamellartig, gespickt mit einer sanften Vanille-Malz-Note“ am ehesten auf ihn zu. Süß ist er auf jeden Fall, aber wiederum nicht so süß wie beispielsweise Rohrzucker. Die Rede ist von Kokosblütenzucker, der aus dem Nektar des Blütenstandes der Kokospalme gewonnen wird und nicht nach Kokos mundet, was sein Name vielleicht vermuten lassen könnte.

Kokosblütenzucker, der laktose-, cholesterin- und glutenfrei ist, besticht mit seinem Mineralien, Spurenelementen- und Antioxidantien-Gehalt. Und mit seinem niedrigen Glykämischen Index (GI oder Glyx). Dies bedeutet, dass der Zucker relativ langsam vom Blut aufgenommen wird. Ein absoluter Vorteil für alle Diabetiker, da starke Blutzuckerschwankungen ausbleiben. Zum Vergleich: Während Kokosblütenzucker mit einem Glyx von 35 glänzt, bringt es Honig auf einen GI von 55 und Rohrohrzucker auf einen GI von 68.

Das natürliche Süßungsmittel, das wie Vollrohrzucker dosiert werden kann, überzeugt zudem durch seine Vielseitigkeit. Kokosblütenzucker versüßt zum Beispiel Desserts, Cocktails, Kuchen und heiße Getränke. Übrigens: Beim Kauf des Kokosblütenzuckers sollte unbedingt auf dessen Reinheit geachtet werden, da so manche Produkte leider mit anderen Zuckern gestreckt werden. Gleichzeitig sollte Wert auf einen nachhaltigen Anbau gelegt werden.

Weitere Infos zum Thema liefert Euch unser Beitrag „Glykämischer Index: Wie schnell geht der Zucker aus der Nahrung ins Blut?“.

6 comments

  1. Wie berechnet man den Kokosblütenzucker für die Insulindosierung? Laut Packungsangaben hat er 91,9 KH/100gr. Ist es wahr, dass es kein Insulin braucht?

    1. Liebe Ursula,
      Kokosblütenzucker hat zwar ähnlich viele Kohlenhydrate wie Zucker, aber einen sehr niedrigen glykämischen Index. Dieser sagt aus, wie schnell die Kohlenhydrate den Blutzucker erhöhen.
      Man kann sich das so vorstellen: Haushaltszucker strömt mit schneller Geschwindigkeit ins Blut – Kokosblütenzucker tropft dagegen sehr langsam. Der Blutzucker steigt durch Kokosblütenzucker also langsam und moderat an. Dies kannst du selbst ausprobieren, indem du den Blutzucker in Abständen kontrollierst und selbst beobachtest, ob und wie stark du eine Veränderung bemerkst. Es kann sein, dass du auch ohne Insulingabe keine große Veränderung durch den Kokosblütenzucker feststellst.

  2. Liebe Ursula,

    Es gibt keine einzige Studie, die belegt, dass Kokosblütenzucker einen niedrigen glykämischen Index hat!!! Trotzdem wird immer wieder ein Wert von 35 genannt.
    Da Kokosblütenzucker aber von der Zusammensetzung fast dem weißen Haushaltszucker entspricht, ist das eher unglaubwürdig. Eine kompetente Aussage dazu gibt es von einer Diplom-Ernährungswissenschaftlerin des Bundeszentrums für Ernährung:
    https://www.bzfe.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/42556/page1/32/searchstring/+/forumId/3

    Liebe Grüße
    Elmar

  3. Das ist leider alles Humbug! Wir, die wir teures Geld für diesen Wunderzucker ausgegeben haben, wurden offenbar Opfer einer interessengesteuerten Marketingkampagne. Belastbare Studien gibt es nicht, aber Esoterikseiten zuhauf, die ungeprüft die Marketingaussagen nachbeten und ungeprüfte Behauptungen aufstellen, ohne Genaueres zu wissen. Zum Teil beruft man sich auf eine angeblich wissenschaftliche Studie aus einem der Hauptproduzentenländer von Palmprodukten. Leider werden auch hier nur unbewiesene Annahmen weitergegeben, Zitat:

    „Man kann sich das so vorstellen: Haushaltszucker strömt mit schneller Geschwindigkeit ins Blut – Kokosblütenzucker tropft dagegen sehr langsam. Der Blutzucker steigt durch Kokosblütenzucker also langsam und moderat an.“

    Genau das habe ich getan, also nachgemessen. Versuchsaufbau: morgens auf nüchternen Magen je ein gleich großer Pott Kaffee, einmal mit Palm- bzw. Kokosblütenzucker einmal mit „normalem“ Zucker. Gemessen wurde unmittelbar vor und 35 Minuten nach dem Kaffeetrinken. Ergebnis: nach jeweils 35 Minuten, war beim Kokosblütenzucker der Zuckerspiegel deutlich höher angestiegen (ca. +50%) als beim normalen Zucker. Dies ist insofern überraschend als der Kokosblütenzucker weniger süß ist, bei gleicher Menge also schon daher ein geringerer Anstieg zu erwarten gewesen wäre. Kann jeder einfach nachvollziehen, am besten mehrfach, um Zufallsergebnisse bzw. andersartige Einflüsse auszuschließen. Fazit: Ich habe noch rund 2 Kg von dem teuren Zeug rumstehen, das wird noch verbraucht. Danach gibt es in unserem Haushalt keinen Kokosblütenzucker mehr, zumal auch die Ökobilanz außerordentlich bedenklich ist!

  4. Ich suche zur Zeit nach einigen Tipps für meine Ernährung als Diabetiker. Ich habe erst kürzlich die Diagnose bekommen und kenne mich kaum aus und verzichte momentan gefühlt auf alles. Den von Ihnen empfohlenen Kokosblütenzucker werde ich auf meine Liste setzen, vielen Dank!

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