Die meisten unter uns Diabetikern lesen wohl ungern über Diabetes-Folgeschäden. Artikel mit furchteinflößenden Fuß-Fotos öffne ich beispielsweise erst gar nicht, weil ich genau weiß, dass es mir danach nicht gut geht und mein Tag gelaufen ist. Dennoch muss man sich natürlich auch mit den Folgeschäden des Diabetes auseinander setzen, um eben auch die richtigen vorbeugenden Maßnahmen treffen zu können, etwa Fußpflege, Zahnpflege, wichtige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen etc.

Schade, dass wirklich wichtige vorbeugende Hinweise oft in Kombi mit angsteinflößenden Berichten und Fotos in die Schlagzeilen geraten. Ich versuche, mich da eher an positiven Berichten zu orientieren. Damit bin ich besser bedient.

Viel weniger Diabetiker erblinden

Einen aktuellen Artikel in der Ärzte Zeitung online (9.4.18) habe ich gerne zur Kenntnis genommen und möchte euch auch am Inhalt teilhaben lassen, falls ihr nicht auch schon darüber gelesen habt? So wurden Zahlen zu Neuerblindungen bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern aus den vergangenen Jahren zusammengetragen und analysiert. Die Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf konzentrierten sich dabei auf die Jahre von 2008 bis 2012. Dabei konnten sie feststellen, dass die Rate der neuen Blindengeldempfänger unter den Diabetikern deutlich zurückging. Waren es 2008 noch 17 pro 100.000 Diabetes-Patienten, 2012 nur noch rund 9 neue Blindengeldempfänger.

Interessant auch zu lesen, dass das relative Risiko von einem Diabetiker im Vergleich zu einem Nicht-Diabetiker zu erblinden im Jahr 2008 noch zweifach erhöht, im Jahr 2012 nur noch 1,4-fach erhöht war.

Als Fazit der Studie konnte festgehalten werden, dass das Erblindungsrisiko in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren sowohl bei Diabetikern als auch bei Nicht-Diabetikern deutlich abgenommen hat, was auf eine verbesserte Früherkennung und Versorgung zurückzuführen sei. Nun wolle man auch noch ähnliche Daten, etwa aus Sachsen von 2008 bis 2016 analysieren, um Ergebnisse aus anderen deutschen Regionen zu erhalten.

Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

Weniger Amputationen oberhalb des Sprunggelenkes

Ebenfalls der Ärzte Zeitung online (17.3.18)  konnte ich entnehmen, dass auch die Zahl der Amputationen oberhalb des Sprunggelenks bei Diabetes-Patienten in Deutschland leicht rückläufig ist.

Die Möglichkeiten endovaskulärer Therapien, also einer Behandlung innerhalb der Gefäße, habe sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt, heißt es in der Meldung „Diabetes-Therapie mit Säge und Skalpell“ vom 17. März.  Gut belegt sei auch die Wirksamkeit der angepassten Einlagenversorgung nach Minoramputation („kleine“ Amputationen), womit sich das Wiederauftreten von Wunden verhindern ließ.

Allerdings bestehe noch wissenschaftlicher Nachholbedarf und es fehle an belastbarer Evidenz für den klinischen Nutzen bestimmter Behandlungsverfahren bei Patienten mit chronischem diabetischem Fuß-Syndrom.

Aber die positiven Meldungen waren heute Thema, freuen wir uns also darüber, dass die Medizin immer weiter fortschreitet und hoffen wir auf noch viele weitere Neu- und Weiterentwicklungen.