Eine Kündigung aufgrund von Diabetes mellitus ist nur möglich, wenn der Arbeitnehmer sehr häufig krankheitsbedingt ausfällt und kein Rückgang der Fehlzeiten in Sicht ist. © Rainer Sturm / pixelio.de

Eine Kündigung aufgrund von Diabetes mellitus ist nur möglich, wenn der Arbeitnehmer sehr häufig krankheitsbedingt ausfällt und kein Rückgang der Fehlzeiten in Sicht ist. ©Rainer Sturm / PIXELIO

 

Hallo, mein Name ist Anna; ich bin 26 Jahre alt. Mich hat vor einem guten Jahr der Diabetes mellitus Typ 1 heimgesucht, kurz bevor bei mir die heiße Phase der Uni-Prüfungen startete. Obwohl ich nach der Diagnose etwas neben mir stand, habe ich meine Studentenzeit erfolgreich hinter mich gebracht. Jetzt – nach diversen absolvierten Praktika – befinde ich mich mitten im Bewerbungsstress. Da ich ein Mensch bin, der immer auf Nummer sicher geht und vorausschauend handelt, habe ich neulich einen guten Kumpel – einen angehenden Juristen – angerufen, um mir Infos zum Thema „Diabetes und Kündigung“ einzuholen.

„Typisch Anna“, meinte er. „Du hast noch keine Stelle gefunden, und machst Dir bereits Gedanken über eine mögliche Kündigung.“ Severin versicherte mir, dass eine Diabetes-Erkrankung allein nicht automatisch einen Kündigungsgrund darstellt. „Dein Chef könnte Dich zwar aufgrund deiner chronischen Stoffwechselerkrankung entlassen, aber nur dann, wenn er nachweisen kann, dass der Betriebsablauf durch deine vielen Fehlzeiten massiv gestört wird – und das auch in Zukunft so bleibt.“ Ganz wichtig sei es, im Fall einer solchen Kündigung, dagegen unbedingt innerhalb von drei Wochen Klage vor dem Arbeitsgericht einzureichen.

Nach einem Vortrag im Juristenjargon, dem ich irgendwann nicht mehr folgen konnte, erläuterte mir mein Gesprächspartner, dass diejenigen Diabetiker, bei denen die Erkrankung als Schwerbehinderung (50 Prozent und mehr) anerkannt wurde, zudem einen besonderen Kündigungsschutz genießen.

Beruhigt lehnte ich mich zurück und sagte mir: „Wenn du die Uni gepackt hast, als du noch eine unerfahrene Diabetikerin warst, wirst Du auch den Berufsalltag meistern, ohne dass du häufig krankheitsbedingt ausfällst…“