Eversense XL – was das System so besonders macht und was man außerdem darüber wissen sollte

Eversense XL

Die meisten von euch werden Eversense XL bereits vom Hörensagen kennen. Es ist ein Langzeit-CGM-System, bei dem ein Sensor für bis zu 6 Monate eingesetzt wird. Es kommuniziert mit einem abnehmbaren Smart Transmitter, der mit Vibrationsalarmen und leicht verständlicher Smartphone App funktioniert. Hier könnt ihr euch darüber informieren: www.eversense.de

Warum das Eversense XL CGM System?

Jeder möchte wohl für sich die bestmögliche Therapie. Dazu sollte man das testen, wovon man sich bessere Blutzuckerwerte, mehr Zeit im Alltag und eine höhere Lebensqualität verspricht. Momentan ist das für mich (noch) der OmniPod (in den Patch-Pumpen-Markt kommt Bewegung :)) und aktuell Eversense XL, das ich mir vor drei Wochen einsetzen lassen hab. Schaut spektakulär aus, ist es aber gar nicht. Die Stelle am Arm wird betäubt, es ist nur ein kleiner Schnitt nötig, um den Sensor unter die Haut zu „schieben“:

Implantation EversenseIch habe mit einigen Eversense-erfahrenen Leuten gesprochen und mich generell gut informiert. Ich finde es mitunter klasse, dass es ein Langzeit-System ist. Jetzt wo der Sensor sogar ein halbes Jahr unter der Haut bleiben kann, wollte ich es endlich testen. Bei den anderen CGM-Systemen hat mich schon immer das Setzen (alle 5 Tage) genervt, dafür habe ich kein Händchen und keine Geduld. So musste mir oft mein Mann dabei zur Hilfe kommen ;). Die Vibrationsalarme direkt über den Smart Transmitter und die schmale Form haben mir ebenso zugesagt wie die Eversense App. Aber jeder muss für sich selbst schauen, ob und welches System in Frage kommt, ob es zu einem passt. Jeder hat da andere Anforderungen und Wünsche.

Bei mir musste das Eversense in der kurzen Zeit schon viele Härtetests durchlaufen. Bereits kurz nach dem Einsetzen stand ein erstes Radrennen an. Es muss viel Schweiß, Sonne, Wasser standhalten. Aber kommen wir zum Punkt: Was macht das System nun so besonders und was sollte man außerdem noch darüber wissen?

Was das System so besonders macht…

  • Der Sensor kann bis zu 6 Monate unter der Haut bleiben, ich muss nicht alle 5 Tage einen neuen Sensor setzen, wie das bei üblichen CGM-Systemen der Fall ist.
  • Übersichtliche, ansprechende, User-freundliche App
  • Die App stellt eine Platzierungshilfe zur Verfügung, sie zeigt mir an, welche Stelle zum Aufkleben des Smart Transmitters gut geeignet ist (Signal-Anzeige: schwach, gut, ausgezeichnet…). Ich klebe ein doppelseitig haftendes Pflaster (wird mitgeliefert) auf den Transmitter und damit dann den Transmitter auf die durch die App vorgeschlagene Stelle auf die Haut. Das geht einfach und schnell.
  • Der Transmitter ist flach und hält mit dem mit gelieferten Pflastern gut. Ich bevorzuge das Durchsichtige, da es bei mir besser haftet. Auch ein weißes Pflaster steht zur Auswahl.
  • Über den Transmitter wird ein Vibrationsalarm am Arm ausgelöst, dieser ist direkt spürbar. Je nach Hypo-, Hyper-, Akku-, zu viel Umgebungslicht-Warnung vibriert dieser anders (etwa kurz, lang, dreimal oder zweimal). Das ist echt praktisch. Die „Codes“ dafür hat man schnell raus. Die Warnung und Erinnerung sind aber auch auf dem Smartphone oder der Smartwatch abrufbar.
  • Ich kalibriere mit einem Blutzuckermessgerät einmal morgens und einmal abends. Generell sollte die Kalibrierung immer, wie auch bei allen anderen Systemen, dann stattfinden, wenn die Werte stabil sind. Sollte dies nicht der Fall sein, weist mich die Eversense-App darauf hin, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt die Kalibrierung wiederholen soll.

Was man außerdem wissen sollte…

  • Es ist ein Mini-Eingriff nötig und die Wunde muss nach dem Einsetzendes Sensors erst verheilen, bevor man das Pflaster direkt mit dem Transmitter auf die Hautstelle kleben kann. Vorab muss der Transmitter über/auf den Strips und einem Wundpflaster getragen werden. Somit ist es anfangs noch etwas schwierig herauszufinden, wo der Sensor unter der Haut genau liegt. Nach 5 Tagen können die Strips und das Pflaster aber entfernt werden und wie oben bei den Vorteilen beschrieben, ist es dann kein Problem mehr, auch dank der Platzierungshilfe, den Sensor zu finden und die Verbindung mit Transmitter und App herzustellen.
  • Nach dem Eisetzen Implantation ist eine Initialisierungsphase (von 24 Stunden) nötig in der insgesamt vier Mal kalibriert werden muss. Man kann dazu alle zwei Stunden mit einem Blutzuckermessgerät kalibrieren und erhält schon nach der zweiten Messung/Kalibrierung die ersten Werte in der App. Die Kalibrierungen während der Initialisierungsphase sind aber zu „humanen“ Zeiten planbar.
  • Später sind nur noch zweimal am Tag Kalibrierungen nötig. Wurde jedoch 24 Stunden nicht kalibriert, ist eine erneute Initialisierung mit 4 Kalibrierungen nötig. Mir ist das leider einmal passiert, dass die Eversense App meine Kalibrierung nicht akzeptiert hatte und ich es nicht bemerkt hatte. So musste ich erneute die Initialisierungsphase durchlaufen.
  • Am Anfang, etwa die ersten 1-2 Wochen erhält man oft die Warnmeldung: „starkes Umgebungslicht“ und es werden keine Werte angezeigt. Ich war sehr genervt davon, hatte mir über den Transmitter Autsch&Go geklebt. Mittlerweile hat sich der Transmitter an das Umgebungslicht gewöhnt und diese Warnmeldung erhalte ich nicht mehr und die Werte werden mir auch bei starken Umgebungslicht angezeigt.
  • Der Transmitter muss alle 36 Stunden aufgeladen werden. Ich habe mir das in meine Morgen-Routine eingebaut. Vor dem Duschen hänge ich den Transmitter ans Ladekabel. In 10-15 Minuten ist er aufgeladen.
  • 30 Minuten hält der Transmitter laut Hersteller Wasser stand. Das ist etwas wenig, aber inoffiziell hält er auch länger ;). 90 Minuten auf jeden Fall.

In Kürze werde ich auch noch einen Erfahrungsbericht schreiben, wie ich mit dem Eversense im Sport klarkomme (Link folgt). Hier hatte ich bereits geschrieben, wie sich der Alltag mit dem Eversense gestaltet. Ich bin auch gespannt auf eure Meinung, nutzt dafür gerne die Kommentarfunktion.

* Hinweis: Der Eversense XL Sensor wurde mir von Roche Diabetes Care Deutschland GmbH unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dies hindert mich nicht daran, meine freie und ehrliche Meinung zu äußern. Alle Meinungsäußerungen sind meine eigenen und repräsentieren nicht notwendigerweise die Meinung von Roche.

4 comments

  1. Hallo!
    Hast du die Firma einfach angerufen und gefragt, ob man ihn unentgeltlich testen kann? Ich hatte den Libre….aber wir sind nicht wirklich Freunde geworden… Trotzdem würde es mich wahnsinnig interessieren, wie es ist, wenn man 6 Monate am Stück sowas trägt. Nach dem Libre verschreibt mir meine Diabetologin bestimmt keinen Eversense XL mehr, da es ja noch nicht mal mit dem Libre geklappt hat. Trotzdem toller Bericht.

    1. Halo Julia, ich habe auf einem Diabetes-Kongress mit Roche darüber gesprochen. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, dass ich das Eversense XL 6 Monate testen darf. Meine Diabetes-Praxis hat mich dabei unterstützt. Sie wollten sich zertifizieren lassen und haben drei Patienten gesucht, die sich den Sensor einsetzten lassen möchten. Ich habe mich neben zwei weiteren Patienten bereit erklärt und war also Versuchskaninchen ;). Die Praxis darf nun damit offiziell Eversense XL Sensoren einsetzen. Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem System, die Narbe ist nicht sichtbar und es läuft alles problemlos :). Sprich mit deiner Diabetologin, ein System mit dem du unzufrieden bist, sollte ja nicht die Lösung sein. Es wird sicher ein besserer Weg finden lassen.

    1. Hallo Marc, Eversense XL ist nur bei Roche Diabetes Care erhältlich. Man kann das Rezept aber an DIASHOP senden und DIASHOP kümmert sich um die Versorgung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.