Der digitale Arztbesuch ermöglicht dir, deinen Arzt bequem von zu Hause aus im Rahmen einer Online-Videosprechstunde zu berichten, wie es dir seit der letzten Untersuchung ergangen ist. Klingt gut? Genau das könnte das neue E-Health-Gesetz ermöglichen.

E-Health meint den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. Konkret: die elektronische Abwicklung von Kommunikation, Information, Datenerfassung, Dokumentation und anderer Aufgaben. Kurzum alles, was der Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Überwachung und Verwaltung im Gesundheitswesen dient.

Der digitale Arztbesuch

Für den digitalen Arztbesuch würde nicht mehr als ein Laptop, ein Desktop-PC (mit Webcam), ein Smartphone oder ein Tablet mit Kamera sowie ein benötigt. Es ist geplant, dass eine spezielle Software den Datenschutz sicherstellt. Das Video-Gespräch dürfte nicht aufgezeichnet werden und es wäre eine schriftliche Zustimmung seitens des Patienten erforderlich.

Sicherlich würde der digitale Arztbesuch nicht die persönliche Behandlung ersetzen, aber eine Verlaufskontrolle ermöglichen weitere Vorteile mit sich bringen.

Vorteile einer Online-Videosprechstunde mit dem Arzt wären:

  • Erspart etwa die Anreise zum Arzt, welche aus gesundheitlichen oder zeitlichen Gründen den Patienten nicht immer möglich ist.
  • Erspart den Patienten lange Wartezeiten im Wartezimmer.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr durch Mitmenschen, die einem im Wartezimmer umgeben.
  • Die medizinischen Kosten könnten verringert werden, etwa weil das Routine-Gespräch nicht durch einen Arzt erfolgen muss.

Sicherlich fällt euch auch noch einiges ein, ergänzt gerne am Ende des Beitrags in Form eines Kommentars.

Vorteile der Digitalisierung in Bezug auf den Diabetes?

Diabetes ist eine Datenmanagement-Erkrankung. Sehr oft sind Arztbesuche nötig, um die vom Patienten gesammelten Daten, etwa über Blutzuckerwerte, Insulin-und Tabletten-Dosen, Aktivitäten und Mahlzeiten auszuwerten, zu besprechen und zu optimieren. Der digitale Arztbesuch und generell die Umsetzung des E-Health-Gesetzes würde große Chancen bieten, Zeit und Kosten zu sparen.

Die Digitalisierung des Gesundheitssektors: Was bedeutet das für uns in der Zukunft?

Durch Selbstvermessung, Selbstoptimierung sowie die lebenslange Aufzeichnung und Zusammenführung von persönlichen Daten in einer Elektronischen Gesundheitsakte und deren Auswertung könnten neue Medikamente und Therapiekonzepte entstehen. Dies könnte ganz neue Perspektiven eröffnen: Die Patienten selbst treiben die Medizin(-forschung) weltweit voran, indem sie etwa mit ihrem Smartphone und Sensoren messen (Self Tracking) und somit forschungsrelevante Daten liefern. Daraus resultiert eine vernetzte und globale Denkweise, welche die Gesundheitsversorgung weltweit verbessern kann. Jedoch darf der Datenschutz der Patienten durch die permanente Überwachung nicht gefährdet werden. In Deutschland wird E-Health durch den Datenschutz noch ausgebremst.

Siehe auch: Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) fordert ein schnelles E-Health-Gesetz II mit deutlichen Worten!