Ein Erfahrungsbericht: MiniMed™ 640G und Freestyle Libre – Katrin setzt auf eine ungewöhnliche Kombi

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Ungewöhnliche Kombi: das FreeStyle Libre Flash Glukose Messsystem von Abbott und die MiniMed™ 640G Insulinpumpe von Medtronic.

Katrin, bei der im Alter von fünf Jahren Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert wurde, ist in Sachen Insulinpumpentherapie ein „alter Hase“. Ihre erste Pumpe erhielt sie mit 14, übrigens eine MiniMed. „Ich bin ein totaler MiniMed-Fan, greife immer wieder auf die technischen Wunderwerke aus dem Hause Medtronic zurück“, erzählt die 35-jährige Steuerfachangestellte. „Ich habe im Verlauf meiner Pumpenkarriere bereits etliche Modelle von anderen Herstellern ausgetestet, aber MiniMed toppt sie alle.“

Seit sechs Wochen ist Katrin stolze Besitzerin der MiniMed™ 640G, die sie in Verbindung mit dem FreeStyle Libre Flash Glukose Messsystem von Abbott nutzt, das sie zurzeit Probe trägt. „Sicherlich eine ungewöhnliche Kombination“, betont die Typ-1-Diabetikerin. „Auf diese Idee hat mich meine Ärztin gebracht, damit wir meine Blutzuckerschwankungen endlich in den Griff bekommen.“ In der Praxis Sternfeld in Landshut, einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis, fühlt sich Katrin bestens aufgehoben und beraten. Restlos begeistert zeigt sie sich auch vom FreeStyle Libre: „Gott sei Dank gehören – zumindest momentan – die Zeiten der Vergangenheit an, in denen ich mich bis zu zehn Mal am Tag piksen musste, um meinen Blutzucker zu bestimmen. Meine Fingerkuppen waren dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen, waren total verhornt.“ Jetzt übernehme der FreeStyle Libre Sensor diese Aufgabe, der etwa alle zwei Wochen neu angelegt werden muss.

Als grandios erachtet es Katrin zudem, dass das Messsystem die Tendenzen anzeigt. „Die Trendpfeile sind für mich fast wichtiger als die einzelnen Glukosewerte, die das Gerät permanent misst, da sie das Spiel mit der temporären Basalrate und das Abgeben von Korrekturen deutlich erleichtern“, bekräftigt Katrin. Überhaupt habe sie während der Probetragezeit gelernt, ihren Blutzuckerspiegel besser einschätzen zu können. „Ich weiß nun, wie er auf bestimmte Nahrungsmittel oder Situationen, wie beispielsweise bei körperlicher Aktivität oder nach einer Hypo, reagiert“, berichtet Katrin, die sich in ihrer Freizeit öfters aufs Fahrrad schwingt, ihre Bahnen im Schwimmbad zieht oder dem Laufsport frönt.

Inzwischen hat die Landshuterin das FreeStyle Libre Flash Glukose Messsystem bei ihrer Krankenkasse beantragt und sich bei Abbott registriert. „Da die Nachfrage nach dem FreeStyle Libre immens groß ist, muss ich mich wohl bis März nächsten Jahres gedulden“, sagt Katrin. Sollte die Krankenkasse ihr das Messsystem nicht genehmigen, will Katrin die anfallenden Kosten für das Gerät und die Sensoren selbst übernehmen. „Das ist mir meine Gesundheit wert“, unterstreicht sie. „Ich kann den Ferrari unter den Messsystemen allen Typ-1-Diabetikern nur wärmstens ans Herz legen.“

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Perfekt aufeinander abgestimmt: das USB-Blutzuckermessgerät CONTOUR® NEXT LINK 2.4 und die MiniMed™ 640G.

Nicht zu vergessen: die MiniMed™ 640G Insulinpumpe, seit nunmehr 42 Tagen Katrins ständige Begleiterin, die fortan ihre altgediente MiniMed Paradigm® 512 ablöst. Nach Katrins Ansicht besticht die MiniMed™ 640G mit ihrer einfachen Handhabung, ihrer äußerst übersichtlichen Menüführung und ihrem Display, das sich auch bei Sonnenschein super ablesen lässt. „Als wirklich idiotensicher erweist sich das Befüllen des Reservoirs, das in einzelnen Schritten erläutert wird“, meint die Typ-1-Diabetikerin, um darauf hinzuweisen, dass die Pumpe selbständig zwischen einem 1,8-Milliliter- und einem Drei-Milliliter-Reservoir unterscheiden kann. „Ich als langjährige Pumpenträgerin empfinde allerdings die detaillierte Menüführung als störend. Das ständige Bestätigen von einzelnen Schritten nervt schlicht und ergreifend.“

Auch wenn sie das zugehörige USB-Blutzuckermessgerät recht selten nutzt, hält sie es für praktisch, dass das CONTOUR® NEXT LINK 2.4 als Fernbedienung für die manuelle Bolusabgabe eingesetzt werden kann. „Ich bevorzuge zwar BolusExpert, aber für unterwegs ist das manchmal gar nicht so schlecht.“ Apropos unterwegs: Mit einigen Trick und Kniffen lässt sich laut Katrin die MiniMed™ 640G sehr angenehm tragen. „Hier ist eben Ideenreichtum gefragt“, verkündet die Steuerfachangestellte augenzwinkernd, die sich gerne als MiniMed-Fan outet.

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Generationentreffen: die MiniMed™ 640G (re.) löste vor sechs Wochen Katrins altgediente MiniMed Paradigm® 512 ab.

8 comments

  1. Ich habe genau die gleiche Kombi und möchte kein Teil davon missen!!!! Schade nur, dass es sich nicht koppeln lässt, das würde es perfekt machen.

  2. Ich habe eine ähnliche Kombination (Minimed Paradigm). Leider funktioniert das carelink System zum Auslesen der Pumpendaten meistens (nur bei mir?) gar nicht.
    Drum werde ich jetzt was noch besseres anfangen müssen: Freestyle libre und das gute Novo Papiertagebuch. Lang lebe die Digitalisierung!

  3. Ich mache aktuelle gerade den gleichen Generationswechsel durch.
    Mein erster Eindruck „äusserst Negativ“:

    Bisher erkannte Nachteile ggü. der Veo:
    – Viel grösser als die Veo
    – Bedienung umständlicher
    – Batterien grösser
    – Füllen viel umständlicher

    Bisher erkannte Vorteile ggü. der Veo:
    – Detaillierte Einstellmöglichkeit von Basalraten
    – CGM-Möglichkeit mit freestyle libre (wird von BKK unterstützt)
    – Farbdisplay, wenn auch unnötig (kostet nur Strom)

    Was KEINER hat ist eine standardtisierte Schnittstelle zum auslesen der Daten. Das Auslesen sollte OFFLINE möglich sein und nicht in eine App oder Portal geladen werden müssen. Es sind schliesslich die Daten des Pumpenträgers und nicht des Herstellers, der Kasse ….

  4. Hallo, ich bin nun verwirrt.
    Kann ich jetzt das FREEStyle Libre mit der Pumpe Koppeln. Und wenn nicht gibt es eine mit der es geht?
    Danke LG
    Claudia

  5. Hallo Claudia,
    Gerüchteweise habe ich gehört, dass das Freestyle Libre mit der OmniPod Pumpe kombiniert werden kann, konnte es aber bisher nicht nachvollziehen. Eine Kombination mit der MiniMed gibt es nicht und wird es sicher nie geben, das MiniMed ein eigenes CGM System hat, das aber leider nicht so einfach funktioniert wie das von Freestyle (Liegedauer des Sensors nur eine Woche, tägliche Kalibrierung mit einer herkömmlichen Blutzuckermessung, Sensor im ohnehin durch Katheder strapazierten Bauchbereich).
    Sonst wäre es die bislang indealste Kombination.

    Viele Grüße
    Ronald

  6. Hallo zusammen,
    ich habe seit über ein Jahr FreeStyle Libre2 und bin sehr zufrieden. Das einzige Problem ich habe, weil ich am Grill arbeite, kommt manchmal die Meldung der Sensor ist zu warm. Damit kann ich leben und ich stelle mich dann seitlich vom Grill weg, damit der Sensor abkühlt. Ich messe auch mit meinem Smartphone-kleine unterschiedliche Messungen sind enthalten. Die Diätassistentin sagt zwar zu mir, das ich mit dem Smartphone nicht messen darf-egal ich mache es. Seit 1/4 Jahr habe ich eine Insulinpumpe erhalten auf Probe. Die Pumpe heißt Ypsomed von einer Schweizer Firma. Dazu habe ich Katheter von Orbit Soft, Schlauch ist 60cm lang und die Nadel dazu ist 6mm. Wenn durch die Arbeit mal die Pumpe von der Tasche fällt, entkoppelt sich der Katheter von der Nadel ab, aber bleibt im Körper dran. Die Pumpe finde ich gut. Schade nur, das das messen und der Pumpe nicht zusammen arbeiten. Es müsste wenn der Zucker ansteigt automatisch Insulin mehr abgeben und bei niedrigen Blutzucker weniger Insulin. Nur leider habe ich auch eine nicht so gute Diätassistäntin.

  7. Hallo zusammen,
    hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, welchen Kunststoffmüll man mit diesem System produziert?
    Um einen Sensor mit einem Gewicht von 2,9g anzuetzen, werden weitere 70g Kunststoff benötigt um den Sesor zu schützen und auf dem Arm anzubringen. Hinzu kommen 17g Pappe für einen Umkarton.
    Recyclebar sind lt Abbott gergade einmal 17g. Das ist der durchsichtige Deckel.
    Der Rest beteht auch aus reyclebarem Kunststoff. Kann aber nicht der Wiederaufbereitung zugeführt werden, da unterschiedliche Kunststoffe so miteinander verzahnt zusammengebaut sind, dass sie nur mit Mühe voneinander getrennt werden können. Und das macht natürlich kein Mensch außer mir und dieser Mensch ärgert sich die Platze, weil Abbott auf meine Nachfrage hin mir erklären will, dass ökologische Aspekte bei der Entwicklung oberste Priorität hatten.
    Der Sensor selbst muss über den Elektronikmüll entsorgt werden, was sicher auch keine gute Lösung ist, denn die Miniknopfzelle läßt sich nicht entnehmen und damit auch nicht gesondert entsorgt werden.
    Insgesamt hat mich die Antwort von Abbott ziemlich entsetzt, zeigt sich doch, dass der Konzern einen riesigen Werbeaufwand für sein zugegegbener Maßen inoovatives und hilfreiches Produkt betreibt, der umweltbewußt denkende Kunde aber letztlich nur – entschuldigen Sie das harte Wort – verarscht und mit einer vorgefertigten Pressemitteilung abgespeist wird.
    Auf meine Nachfrage, bei der ich meine Kritik dann kungetan und nochmal nachgefragt habe, welche Kapazität die Batterie nach 15 Tagen noch hat, habe ich, wen wundert es, keine Antwort mehr erhalten
    Ein tolles Beispiel dafür, wie ernst Umweltschutz in den USA genommen wird.
    Gibt es eigentlich ein europäisches Konkurrenzprodukt?

  8. hallo zusammen
    ich habe den Freestyle libre 2 Sensor seid eineinhalb Jahren und spritze derzeit mit Pen Insulin zum essen und zur Nacht.
    Nun läuft es warscheinlich auch bei mir auf eine Pumpe hinaus ich möchte aber nicht mehr in den Finger stechen müssen das habe ich 25 Jahre gemacht und ich möchte meinen Sensor behalte welche möglichkeiten habe ich da und welche Pumpe ist die Richtige

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