Mit Diabetes hinters Steuer? Kein Problem, wenn grundlegende Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden.  ©dagmar zechel / PIXELIO

Mit Diabetes hinters Steuer? Kein Problem, wenn grundlegende Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. ©dagmar zechel / PIXELIO

Ich war 24 Jahre alt, als mein Hausarzt bei mir Diabetes mellitus Typ 1 diagnostizierte. Schnell lernte ich, mit der Stoffwechselerkrankung umzugehen. Allerdings befiel mich jedes Mal Panik, wenn ich ins Auto stieg. Vor allem vor längeren Fahrten hatte ich einen Horror.

„Schuld“ daran trug ein Zeitungsartikel, in dem beschrieben wurde, mit welchen Konsequenzen Diabetiker rechnen müssen, wenn sie mit einem niedrigen Blutzuckerwert einen Unfall bauen. Von Führerscheinentzug, von Schwierigkeiten, die „Pappe“ zurückzubekommen, von grober Fahrlässigkeit und von versicherungstechnischen Problemen war darin die Rede.

Meine Diabetesberaterin nahm mir letztendlich die Angst, mich hinter das Steuer zu setzen. Sie fertigte mit mir gemeinsam eine Liste mit den wichtigsten Punkten an, um beim Autofahren auf Nummer sicher zu gehen, die ich noch heute berücksichtige. So messe ich vor jedem Fahrtantritt den Blutzucker. Ist der Wert unter 120, nehme ich eine BE zu mir.

Apropos BE: Für den Fall einer Unterzuckerung, habe ich immer flüssigen Traubenzucker griffbereit in meinem Auto gebunkert. Auch Messgerät, Teststreifen und Stechhilfe liegen in direkter Nähe auf dem Beifahrersitz. Bei längeren Touren mache ich alle zwei Stunden Pause und überprüfe meinen Blutzucker. Da ich ein ganz hundertprozentiger Mensch bin, führe ich außerdem gewissenhaft Tagebuch, um für den Fall der Fälle alles belegen zu können.

Inzwischen ist mir vorm Autofahren nicht mehr bange: Trotzdem ist mir stets bewusst, welches Risiko hierbei eine Unterzuckerung in sich birgt. Deshalb versuche ich immer, dieses Risiko so klein wie möglich zu halten. Schließlich möchte ich unversehrt an meinem Ziel ankommen und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr bringen.