Kategorie: Wissen

Aktuelles von der Fr1da-Studie: Bereits 36.000 Kinder auf Typ-1-Diabetes untersucht

Ein Jahr nach Einführung des bayerischen Pilotprojektes Fr1da hat das Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München im wissenschaftlichen Fachmagazin „BMJ Open“ erste Ergebnisse veröffentlicht. Bei allen 105 Kindern, bei denen ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, konnten die Ärzte eine Stoffwechselentgleisung bisher verhindern.

Aktuelles von der Fr1da-Studie
Aktuelles von der Fr1da-Studie: 36.000 Kinder wurden bisher im Rahmen von Fr1da untersucht. Quelle: Helmholtz Zentrum München

In seiner Größenordnung ist das Modellprojekt Fr1da in der Diabetesforschung weltweit einmalig: Insgesamt sollen 100.000 Kinder in ganz Bayern im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen U7, U7a, U8 oder U9 beim Kinderarzt auf Inselautoantikörper, den Vorboten von Typ-1-Diabetes, untersucht werden. Dadurch könne das Risiko für lebensgefährliche Stoffwechselentgleisungen (Ketoazidosen) und die dadurch notwendige Einweisung auf die Intensivstation eines Krankenhauses verringert werden – so das erste Fazit der Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung. Während deutschlandweit jedes dritte Kind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung wegen einer Ketoazidose behandelt werden muss, erlitt bisher keines der Kinder, bei denen mit dem Fr1da- Früherkennungstest ein Typ-1-Diabetes im Frühstadium diagnostiziert wurde, eine Stoffwechselentgleisung.
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Einfach, schnell und zuverlässig: Jeder kann sein Diabetes-Risiko ermitteln und gegensteuern

Etwa 90 Prozent aller Diabetiker haben einen Typ-2-Diabetes. Experten gehen davon aus, dass allein in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen betroffen sind. Ein großer Teil dieser Erkrankungsform ließe sich verhindern, wenn Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko noch vor Ausbruch der Erkrankung mit einfachen Maßnahmen gegensteuern würden. Studien belegen das eindrücklich. Das wichtigste Instrument zur Eindämmung der „Diabetes-Epidemie“ müsste also ein Test sein, mit Hilfe dessen gefährdete Menschen erkannt werden, noch bevor sich ein Diabetes oder Vorstufen davon manifestieren. Der Nüchtern-Blutzuckerwert ist dazu nicht geeignet, weil ein erhöhter Wert darauf hinweist, dass der Diabetes bereits besteht. Auch mit dem oralen Glukosetoleranztest kommt man letztlich zu spät.

Jeder kann sein Diabetes-Risiko ermitteln und gegensteuern. © Zerbor / Fotolia
Jeder kann sein Diabetes-Risiko ermitteln und gegensteuern. © Zerbor/Fotolia

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Deutscher Werberat weist Beschwerde gegen EM-Kampagne von Coca-Cola zurück: foodwatch und DDG legen Einspruch ein

Die Verbraucherorganisation foodwatch und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) legen Einspruch gegen ein Urteil des Deutschen Werberats ein. Dieser hatte eine Beschwerde der Organisationen gegen die EM-Kampagne von Coca-Cola als unbegründet zurückgewiesen. Die „strittigen Werbemaßnahmen“, darunter der Verkauf von Cola-Aktionspackungen mit Panini-Stickern und Cola-Sammeldosen mit den Gesichtern der deutschen Nationalelf, richteten sich nicht explizit an Kinder, sondern in erster Linie an Erwachsene, so die Erklärung. Fußballstars seien zudem keine Idole, die vorrangig Kinder ansprechen. Das Sammeln von Panini-Bildern der Nationalmannschaft sei vor allem ein Hobby von Erwachsenen, schrieb der Werberat, das Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft. foodwatch und der DDG bezeichneten die Argumentation als „absurd“ und legten Einspruch gegen die Entscheidung des Werberats ein.

Beschwerde gegen EM-Kampagne von Coca-Cola
foodwatch und DDG legen Einspruch gegen Entscheidung des Deutschen Werberats zugunsten der EM-Kampagne von Coca-Cola ein. © eddaphoto.pl/Fotolia

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DGIM und DDG fordern Wertediskussion im Gesundheitswesen: „Zerreißprobe für Innere Medizin“

Studien zeigen, dass viele Ärzte den wirtschaftlichen Druck in Kliniken als sehr stark wahrnehmen. In ihrem aktuellen Positionspapier formuliert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) Lösungsvorschläge, um der zunehmenden Ökonomisierung des Klinikbetriebs zu begegnen (Diabetiker.Info berichtete hier). Die betriebswirtschaftliche Optimierung von Kliniken erachtet die Fachgesellschaft als Zerreißprobe für die Innere Medizin. Sie fordert gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) unter anderem die Abschaffung von Bonus-Verträgen für Ärzte und einen „Ärzte-Kliniken-Kodex“ als Leitfaden für das Zusammenspiel zwischen ärztlichen Grundwerten und ökonomischen Gesichtspunkten.

Ärzte-Klinik-Kodex
Immer häufiger müssen Ärzte ihr ärztlich-professionelles Handeln der Gewinnmaximierung des Krankenhauses unterordnen, kritisieren DGIM und DDG. © Stasique/Fotolia

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Einstimmig gewählt: Dr. Jens Kröger ist neuer Vorstandsvorsitzender von diabetesDE

In der außerordentlichen Vorstandssitzung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe wurde der Hamburger Diabetologe Dr. Jens Kröger (58) einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt, nachdem Professor Dr. Thomas Danne aus persönlichen Gründen überraschend sein Amt am 21. Juni niedergelegt hatte und aus dem Vorstand ausgeschieden war (Diabetiker.Info berichtete). Als Stellvertreterinnen fungieren Dr. Nicola Haller, Diabetesberaterin und Medizinpädagogin aus Mering, und Diana Drossel, Diabetesberaterin und Typ-1-Diabetikerin aus Eschweiler. Die Amtszeit des Vorstandes beträgt nun dreieinhalb Jahre bis zur nächsten Vorstandswahl.

Dr. Jens Kröger
Dr. Jens Kröger (Mitte) heißt der neue Vorstandsvorsitzende von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. © diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

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