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Als Typ-1-Diabetiker muss man auf regelmäßige Saunabesuche nicht verzichten! Foto: djd/G. Pohl-Boskamp/thx

Tobias ist Typ-1-Diabetiker, erfahrener Insulinpumpenträger und hat vor rund zwei Jahren die Sauna für sich entdeckt: „Ich wollte meine Abwehrkräfte stärken und vom täglichen Arbeitsstress abschalten“, erzählt der Außendienstler. Da er sich nicht sicher war, ob er als Diabetiker den Gang in die Sauna wagen kann, suchte er seinen Facharzt auf. „Mein Diabetologe hat mir grünes Licht gegeben, allerdings mit dem Ratschlag, es mit dem Saunieren am Anfang nicht zu übertreiben.“

Mittlerweile genießt Toby ein- bis zweimal in der Woche die heiße Entspannung und nimmt drei Saunagänge à 15 Minuten wahr. Bevor er die Sauna betritt, legt der 40-Jährige seine Insulinpumpe ab. „Die hohen Temperaturen schaden dem Insulin – es verliert an Wirksamkeit“, erklärt er. „Zudem senke ich etwa eine Stunde, bevor ich die Pumpe abnehme, die temporäre Basalrate ab, weil warme Haut stärker durchblutet ist, und somit bereits verabreichtes Insulin intensiver wirkt.“

Vor jedem Saunabesuch entfernt Toby seinen Stahlkatheter, um möglichen Hautreizungen, die durch das starke Schwitzen auftreten können, entgegenzuwirken. „Deshalb ist eigentlich ein Teflonkatheter praktischer, da dieser im Unterhautfettgewebe verbleiben kann und es einfach genügt, das Set abzukoppeln“, meint er. „Allerdings sollte der Katheter nicht mit Folienpflaster abgedeckt werden, weil die Haut darunter extrem schwitzt, sich die Fixierung sehr schnell ablösen und die Kanüle herausrutschen kann. Meine Diabetesberaterin hat mir deshalb empfohlen, vor dem Setzen des Insulinkatheters einen speziellen Hautschutzfilm aufzutragen.“

Selbstverständlich kontrolliert der Pumpenträger vor, nach und zwischen den Saunagängen seinen Blutzucker. „Mit einem Wert unter 120 mg/dl ist das Saunieren für mich tabu“, erläutert er. „Mein Blutzuckermessgerät bunkere ich immer in einem Handtuch in der Nähe der Kabine.“ Direkt in der Kabine hält Toby einen Vorrat an schnellwirkenden BE´s für den Notfall parat. Seiner Meinung nach hat sich dabei „GlucoJuice“ als sehr saunatauglich erwiesen.

„Wenn das Messgerät nach dem Saunabesuch einen hohen Wert anzeigt, warte ich erst einmal eine Stunde ab, ohne mir eine Korrektur zu verabreichen“, betont der passionierte Saunagänger. „Meist sinkt er nach einer gewissen Zeit von selbst wieder in den Normalbereich. Ansonsten messe ich auf jeden Fall die Ketone oder arbeite mit der temporären Basalrate, indem ich sie ein wenig erhöhe.“

Übrigens: CGM-Geräte lieben feuchte Hitze gar nicht. Hersteller empfehlen, das komplette CGM-System vor einem Saunabesuch sowie vor einem heißen Dampf- oder Moorbad zu entfernen und anschließend einen neuen Sensor zu legen.