Kategorie: Allgemein

Blutzuckermessgerät Contour Next

Warum ein Blutzuckermessgerät trotz CGM weiterhin sinnvoll ist

Moderne CGM-Systeme (Continuous Glucose Monitoring) haben das Diabetes-Management revolutioniert. Sie zeigen Trends, warnen vor Unter- oder Überzuckerungen und liefern nahezu rund um die Uhr Glukosedaten.

Doch trotz dieser technologischen Fortschritte bleibt ein klassisches Blutzuckermessgerät ein wichtiger Bestandteil der Therapie – auch für Menschen mit rtCGM oder FGM.

CGM misst nicht direkt im Blut

Ein entscheidender Unterschied:

CGM-Systeme messen die Glukose im Gewebe (Interstitium), nicht direkt im Blut. Zwischen Blut- und Gewebezucker besteht eine physiologische Verzögerung von etwa 5–15 Minuten – insbesondere bei schnellen Veränderungen, zum Beispiel:

  • nach dem Essen
  • bei sportlicher Aktivität
  • bei schnellen Korrekturen
  • in Hypoglykämie-Situationen

In solchen Momenten kann eine kapillare Blutzuckermessung den aktuelleren Referenzwert liefern. Wenn Symptome und Sensorwert nicht zusammenpassen

Viele Menschen mit Diabetes kennen die Situation:

Der Sensor zeigt 110 mg/dl – aber man fühlt sich eindeutig unterzuckert.

In solchen Fällen empfehlen auch Fachgesellschaften, eine blutige Kontrollmessung durchzuführen. Sie dient als Sicherheitscheck und hilft, Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Sensorabweichungen erkennen

Auch moderne Sensoren können vorübergehend ungenau sein – etwa:

  • in den ersten 24 Stunden nach dem Setzen
  • bei Druck auf die Messstelle („Compression Lows“)
  • bei Dehydrierung
  • bei technischen Problemen

Ein präzises Blutzuckermessgerät ermöglicht es, diese Abweichungen zu erkennen und die Therapie entsprechend anzupassen.

Therapieentscheidungen absichern

Insulinabgaben – insbesondere größere Korrekturen – basieren auf konkreten Zahlen. In Situationen mit hohen oder sehr niedrigen Werten kann eine zusätzliche Blutmessung mehr Sicherheit geben.

Gerade bei:

  • schweren Hypoglykämien
  • stark erhöhten Werten
  • Krankheit
  • ketonverdächtigen Situationen

ist eine genaue Referenzmessung sinnvoll.

Backup für den Ernstfall

Technik kann ausfallen. Sensoren können sich lösen, Transmitter können Probleme machen, Smartphones können leer sein. Ein funktionierendes Blutzuckermessgerät bleibt daher ein essenzielles Backup – unabhängig vom verwendeten CGM-System.

Moderne Messgeräte: Mehr als nur „Fingerpieks“

Moderne Systeme wie das Contour Next bieten heute:

  • hohe Messgenauigkeit
  • Farbsignale zur schnellen Einordnung der Werte
  • Bluetooth-Übertragung an Smartphone-Apps
  • Speichermöglichkeiten für Verlaufskontrolle
  • Second-Chance® Sampling zur Vermeidung unnötiger Teststreifen

Damit ist das Blutzuckermessgerät kein Konkurrenzprodukt zum Sensor, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Fazit

CGM-Systeme liefern Trends, Alarmfunktionen und wertvolle Verlaufskurven. Die kapillare Blutzuckermessung liefert den direkten Referenzwert. Beides zusammen erhöht die Sicherheit, unterstützt fundierte Therapieentscheidungen und gibt Menschen mit Diabetes ein zusätzliches Maß an Kontrolle im Alltag.

Topinambur Rolls

Schnelles Rezept: Würstchen im Topinambur-Rock

Wer von euch mag Topinambur auch so gerne?! Falls ihr Topinambur noch nicht kennt, haben wir, noch ein paar Infos für euch, bevor es ans eigentliche Rezept geht. Immer besser, wenn man weiß, was auf dem Teller landet ;).

Topinambur reiht sich in die Gattung des Wurzelgemüses ein und galt Mitte des 18. Jahrhunderts als Grundnahrungsmittel. Mittlerweile sind die kleinen Wurzelknollen, welche der Kartoffel sehr ähnlich sind, fast schon in Vergessenheit geraten. Sie zeichnen sich durch einen fein-nussigen Geschmack aus. Topinambur enthält neben den Vitaminen A, B, C und D auch viel Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Natrium. Die Knollen werden manchmal auch als „Diabetiker-Kartoffel“ bezeichnet, weil sie einen seines hohen Anteil an Inulin aufweisen, etwa 16 %. Nicht zu verwechseln mit InSulin ;). Der für den menschlichen Organismus nicht verdauliche Ballaststoff Inulin hat gegenüber der Kartoffelstärke den Vorteil, nach dem Verzehr nur zu einem geringen Blutzuckeranstieg zu führen.

Inulin aus Topinambur trägt zum Aufbau der Darmflora bei, stärkt damit die Abwehrkräfte, fördert eine gesunde Verdauung und sättigt nachhaltig. Topinambur ist zudem äußerst kalorienarm. 100g enthalten 31 kcal, 2,4g Eiweiß, 0,4g Fett, 4g Kohlenhydrate und 12,5g Ballaststoffe.

So und jetzt haben wir noch mehr Hunger auf Topinambur und ein tolles Rezept für euch:

Rezept: Topinambur Rolls oder auch Würstchen im Topinambur-Rock

Zutaten:

  • 500 Gramm Topinambur
  • 100 Gramm Parmesan
  • 1 Ei
  • Gewürze nach Belieben: Ich habe Oregano, Paprika, Pfeffer, Kräuter und Knoblauch verwendet. Auch mit Curry sehr zu empfehlen.
  • 2 Teelöffel Xucker
  • 3 Wiener Würstchen, auch vegetarische/vegane Würstchen können verwendet werden.

Zubereitung:

  1. Topinambur, schälen, mit etwas Salz im Kochtopf al dente garen. Wasser gut abgießen und etwas abkühlen lassen.
  2. Die Enden der Würstchen abschneiden und aufnaschen ;). Würstchen in kleine Stücke schneiden. Entscheidet selbst, wie groß diese sein sollen. Wir haben insgesamt 12 Stückchen verarbeitet.
  3. Wenn die Topinambur-Knollen abgekühlt sind, fein raspeln und
  4. mit dem Parmesan, dem Ei, dem Xucker und den Gewürzen vermengen. Sollte die Masse zu flüssig sein, könnt ihr noch etwas mehr Käse, Ei oder auch  etwas Guarkernmehl hinzugeben.
  5. Nun die Würstchenstückchen mit der Topinambur-Masse umhüllen. Am besten geht das in der Hand oder mit einem Esslöffel.
  6. Nun bei 180 Grad Umluft für etwa 30 Minuten backen. Je nach Backofenmodell kann die Backzeit variieren, deswegen regelmäßig schauen, dass eure Topinambur Rolls nicht zu dunkel werden.

Dazu können wir Ketchup und Soßen von HelloTaste sehr empfehlen. Habt ihr den schon probiert?

 

Mohn-Marzipan-Torte: ein Familienrezept goes Low Carb/clean

Mohn-Marzipan-Torte: ein Familienrezept goes Low Carb

Yes, sie ist geglückt: Mohn-Marzipan-Torte in Low Carb. So lecker, kalorienärmer als das Original, Weizenmehl-und zuckerfrei. Kaum Auswirkungen auf den Blutzucker, besser geht es nicht ;)! Vom Marzipan bis zur Sahne ist bei diesem Rezept alles selbst hergestellt. Es ist mir gelungen meine Lieblingstorte nach meinen Vorstellungen „clean“ herzustellen. So hat sie kaum Auswirkungen auf meinen Blutzucker, enthält weder Weizenmehl noch Zucker. Da ich etliche Nahrungsunverträglichkeiten habe, beziehungsweise auf einige Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen verzichten muss, ist diese Mohn-Marzipan-Torte light für mich ein absolutes Highlight! 

Rezept: Mohn-Marzipan-Torte: ein traditionelles Familienrezept in blutzuckerfreundlich

Teig:

  • 6 Eigelb
  • 8 EL heißes Wasser
  • 300 Gramm Xucker light
  • Vanillearoma
  • 4 Teelöffel Weinsteinbackpulver
  • 160 Gramm Mandelmehl
  • 4 Gramm Guarkernmehl
  • 200 Gramm ungemahlener Mohn
  • 6 Eiweiß
  • Eine Prise Salz

Trockene Zutaten vermischen. Nasse Zutaten, außer die drei Eiweiß, vermischen. Beide Mischungen zusammengeben und gut durchrühren. Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen.

Eischnee unter die Masse heben. Den Boden eines Tortenringes mit Backpapier auslegen. Die Teigmasse hineingeben und etwa 30 Minuten-40 Minuten bei 175 Grad backen. Den Boden mehrere Stunden kaltstellen. In der Zwischenzeit kann man die Sahne-Füllung und Marzipandecke vorbereiten. 

Sahne-Füllung: 

  • 400 ml kalte Schlagsahne
  • 500 g Magerquark
  • Süße nach Geschmack (Pudererythrit ideal)
  • 6-8 Blatt Gelatine
  • Vanille optional

Marzipandecke: 

Alle Zutaten zusammenfügen und mit der Hand verkneten, bis es die Konsistenz von Marzipan erreicht. Das Marzipan zu einer Kuchendecke ausrollen. 

Letzte Schritte

Wenn der Teig völlig ausgekühlt ist, kann er aus dem Tortenring entnommen werden. Teile ihn mit einem Messer oder besser noch Tortenteiler zweimal oder (auch nur einmal). Bestreiche die untere Schicht mit Sahne und legen eine Teigschicht darüber. Bestreiche auch die zweite Teigschicht mit Sahne und lege dir dritte Teigschicht darüber. Nun bestreichst du mit der restlichen Sahne dünn die obere, letzte Schicht und die äußeren Wände, so dass der Kuchen in Sahne eingehüllt ist. Als letztes legst du die Marzipandecke vorsichtig über den Kuchen.

Jetzt kannst du deine Torte garnieren, etwa mit einem „Diabetes-Logo“, dem blauen Kreis oder sonste was ;). 

Viel Spaß und guten Hunger! 

Dialetics Xalps 2026 Alpenüberquerung

Dein größtes Abenteuer – Dialetics xAlps Alpenüberquerung

Die Dialetics xAlps findet 2026 wieder statt – eine einzigartige Alpenüberquerung für Menschen mit Diabetes. Und ja, du kannst dabei sein!

Stell dir vor, du überquerst die Alpen zu Fuß, erlebst atemberaubende Landschaften und beweist dir selbst, dass der Diabetes dich nicht aufhalten kann. Die Dialetics xAlps Alpenüberquerung macht genau das möglich und geht in die zweite Runde! 12 Menschen, die mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 in neun Tagen gemeinsam die Alpen wandernd überqueren und damit Vorbild und Motivation für viele andere Betroffene sein wollen.

Was erwartet dich bei der Dialetics xAlps Alpenüberquerung?

Vom 2 Juli bis zum 11. Juli 2026 führt die Route von Mittelberg (Österreich) über Warth, Pettneu am Arlberg und Ischgl nach Sur En (Schweiz) bis nach Mals (Italien). In neun Tagen werden 130 km und 7.000 Höhenmeter zurückgelegt, mit Tagesetappen zwischen 7 und 27 km und Aufstiegen von bis zu 1.200 m. Übernachtet wird in Berghütten in Mehrbettzimmern mit Halbpension. Ein professionelles Team aus Bergführern, einer Diabetologin und einem Videografen begleitet euch.

Wer kann teilnehmen?

Ivo sucht acht motivierte Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2, die mindestens 18 Jahre alt sind und über Wandererfahrung sowie eine eigene Ausrüstung verfügen. Dank der Partner ist die Teilnahme für euch kostenlos. Partner der Dialetics xAlps Alpenüberquerung sind u. a. DIASHOP, mylife Loop, Insulet, Dexcom, FreeStyle Libre, Diabetes Anker, SugrSugr und diabetes.de (Deutsche Diabetes Hilfe). 

Wie bereitest du dich vor?

Vor der Tour finden digitale Info-Events statt, bei denen du alles Wichtige erfährst und deine Fragen stellen kannst. Hier findest du dazu alle Infos: dialetics xAlps 2026. Zusätzlich gibt es ein exklusives Vorbereitungsprogramm mit Online-Kursen zu Blutzuckermanagement und Fitness. 

Warum solltest du dabei sein?

Diese Alpenüberquerung ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch ein Statement: Gemeinsam zeigen wir, dass Diabetes uns nicht einschränken muss. Ivo, selbst seit 22 Jahren Typ-1-Diabetiker, hat diese Route bereits zweimal erfolgreich gemeistert. Jetzt möchte er dieses Erlebnis auch mit dir teilen!

Du kannst dabei sein! Unterkunft, Organisation, Betreuung – für dich komplett kostenlos.

Wie kannst du dich für die Dialetics xAlps Alpenüberquerung bewerben?

Bewirb dich bis zum 28. Februar 2026 auf einen der acht freien Plätze. Alle Informationen zur Bewerbung und zu den Info-Events findest du auf der Website: Mehr Infos zur Dialetics xAlps Alpenüberquerung 

Nutze diese Chance und sei Teil eines unvergesslichen Abenteuers! 

Die Dialetics xAlps stehen für Mut, Selbstvertrauen und die Botschaft: Diabetes hält uns nicht auf. Wenn du Lust auf eine echte Challenge hast und Teil dieser Geschichte sein willst, dann bewirb dich jetzt.

 

Ketoazidose

Die diabetische Ketoazidose – Ursachen, Symptome und Therapie 

Die wohl am häufigsten unterschätzte oder nicht diagnostizierte Stoffwechselentgleisung – die diabetische Ketoazidose – Ursachen, Symptome und Therapie von Ulrike Thurm, Diabetesberaterin DDG, Gesundheitsreferentin Diashop GmbH 

Die diabetische Ketoazidose (DKA) ist eine der gefährlichsten Stoffwechselentgleisungen bei Menschen mit einem Typ-1-Diabetes. Sie entsteht, wenn dem Körper über längere Zeit Insulin komplett fehlt. Ohne Insulin kann die Glukose nicht in die Zellen gelangen. Der Körper beginnt, Fett als Ersatzenergie zu verbrennen – dabei entstehen Ketone, die das Blut „übersäuern“. Diese Übersäuerung kann lebensbedrohlich werden. 

Typische Anzeichen sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, schnelle tiefe Atemung („Kussmaulatmung“) und ein nach Aceton (wie faule Äpfel oder Nagellackentferner) riechender Atem. Wird die Ketoazidose nicht rechtzeitig behandelt, kann sie zum Koma und im schlimmsten Fall zum Tod führen. 

Besonders gefährdet sind Menschen, die eine Insulinpumpe oder ein AID-System (automatisierte Insulinzufuhr) nutzen. Da diese Systeme nur kurzwirksames Insulin abgeben, kann schon ein kleiner technischer Defekt – z. B. ein verstopfter Katheter – innerhalb weniger Stunden einen gefährlichen Insulinmangel auslösen. Auch Infekte, Stress, falsche Bedienung der Pumpe oder schlechtes Insulin (zu heiß oder zu kalt geworden) können eine DKA auslösen. 

Um eine Ketoazidose rechtzeitig zu erkennen, ist die Blut-Ketonmessung am zuverlässigsten. Urintests zeigen diese Entgleisung meist zu spät an oder können durch andere Substanzen, wie z.B. Vitamin C ungenau oder falsche Ergebnisse liefern. Internationale Fachgesellschaften empfehlen deshalb übereinstimmend die Blutketonmessung. 

Bei hohen Glukosewerten über 250 mg/dl oder 13,9 mmol/L und Unwohlsein sollten sofort Ketone im Blut gemessen werden. Bei erhöhten Werten (≥ 1,5 mmol/L) ist es wichtig, genug zu trinken und zusätzlich Insulin mit einer Einmalspritze zu geben. Wenn Erbrechen auftritt, die Beschwerden schlimmer werden oder Unsicherheit besteht, muss sofort ärztliche Hilfe geholt werden. 

Wie wird eine Eigentherapie der Ketoazidose durchgeführt (Wichtiger Hinweis: Die Eigentherapie ist nur möglich, wenn man vom eigenen Diabetesteam darin geschult wurde, genau weiß, welche Insulindosis im Notfall gespritzt werden sollte und Zugang zu funktionierenden Blutketonmessstreifen hat.):  Die Eigentherapie ist nur für Menschen geeignet, die wach, orientiert, nicht stark erbrochen haben und in der Lage sind, zu trinken und die Anweisungen umzusetzen. Sobald Unsicherheit besteht, die Beschwerden zunehmen, starkes Erbrechen vorliegt oder man sich sehr schlecht fühlt, ist sofort ärztliche Hilfe notwendig. Oder Sie vereinbaren mit Ihrem Diabetesteam diesbezüglich pragmatische Regeln: (hier ein Zitat von Dr. Simone von Sengbusch, Oberärztin, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Campus Lübeck auf der DDG Herbsttagung in Mannheim am 07.11.2025 bezüglich der Höhe der Blutketonwerte): 

Bei Werten größer 3 – eil herbei“ 

1. Wichtiger erster Schritt: Insulin immer mit einer Einmalspritze injizieren 

Bei der Behandlung einer Ketoazidose muss Insulin immer mit einer Einmalspritze gespritzt werden, nicht über die Pumpe. Warum? 

  • Die Pumpe könnte defekt sein. 
  • Der Katheter könnte abgeknickt, verstopft, herausgerutscht etc. sein… 

Folglich würde sich der absolute Insulinmangel und damit die Ketoazidose gar nicht oder zu langsam bessern. 

Viele Diabetesteams empfehlen in dieser Situation eine vorher vereinbarte feste Insulinmenge, meist etwa 10–15 Einheiten bei Erwachsenen oder etwa 15 – 20 % der persönlichen Tagesinsulindosis (diese Zahl sollte jeder Mensch mit Typ-1-Diabetes von seinem Diabetesteam kennen). 

2. Flüssigkeit ist entscheidend: viel trinken! 

Der Körper verliert bei einer beginnenden Ketoazidose viel Flüssigkeit, deshalb: 

  • Pro Stunde etwa 1 Liter trinken, z. B. Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe. 
  • Keine süßen Getränke und möglichst keine kohlensäurehaltigen Getränke. 

Trinken hilft, Ketone auszuspülen und den Kreislauf zu stabilisieren. 

3. Blutzucker und Blutketone engmaschig kontrollieren 

Um zu sehen, ob die Behandlung wirkt: 

  • Blutzucker alle 1–2 Stunden messen (auch wenn ein CGM genutzt wird). 
  • Blutketone alle 30 Minuten messen. 

Nur Blutketontests zeigen zuverlässig und schnell, ob die Schwere der Entgleisung abnimmt – Urintests sind hier ungeeignet. 

4. Regelmäßige Insulingaben wiederholen 

Wenn der Glukosewert weiter ansteigt oder die Ketone nicht abfallen, werden etwa alle 1–2 Stunden erneut kleine Mengen kurzwirksamen Insulins mit einer Spritze injiziert. Die genaue Dosis sollte vorher mit dem Diabetesteam festgelegt und an einem sicheren Ort notiert sein (z. B. im Smartphone) Hier die Vallet Handykarte verlinken 

5. Nicht alleine bleiben – Ruhe, aber nicht schlafen 

Eine beginnende Ketoazidose kann sich rasch verschlechtern. Deshalb ist es wichtig: 

  • Eine zweite Person zu informieren. 
  • Nicht schlafen, bis die Werte sicher fallen. 
  • Bei Unsicherheit das Diabeteszentrum telefonisch kontaktieren. 

6. Wann ist die Ketoazidose überwunden? 

Die Eigentherapie gilt erst dann als erfolgreich, wenn: 

  • der Blutzucker unter 200 mg/dl (11,1 mmol/l) liegt 
  • die Blutketone unter 0,6 mmol/l sind 

Wenn der Glukosewert dann weiterhin stark abfällt, sollte man rechtzeitig 2–3 BE essen, um eine mögliche Unterzuckerungen zu vermeiden. Bananen sind wegen des Kaliumgehalts empfehlenswert, wenn diese zu Hause vorhanden sind. 

7. Erst jetzt, wenn das Hirn wieder voll funktionstüchtig ist und alle Symptome überwunden sind, sollte man der Ursache der Ketoazidose auf den Grund gehen und die Pumpe, das Infusionsset, den Algorithmus etc. auf mögliche Probleme hin untersuchen. Bevor die Pumpen- oder AID – Therapie fortgesetzt wird: 

  • Katheter wechseln 
  • Reservoir/Ampulle erneuern 
  • Insulin kontrollieren (Hitze? Frost?) 
  • Pumpe und AID – System kontrollieren etc. 

Erst danach die Pumpe oder das AID System wieder anschalten. Wie Sie dem Algorithmus Ihres AID – Systems jetzt das im Körper befindliche, durch die Spritze injizierte Insulin „mitteilen“, hängt vom genutzten Algorithmus ab. Bitte besprechen Sie dies auch im Vorfeld mit Ihrem Diabetesteam. 

Eine Ketoazidose lässt sich sehr gut verhindern: durch regelmäßiges Messen, aktivierte CGM-Alarme, funktionierende Technik und das Wissen über Warnzeichen. Wiederholte Schulungen helfen, im Alltag sicher zu bleiben. In Zukunft könnten Sensoren, die gleichzeitig Zucker und Ketone messen, die Sicherheit weiter erhöhen. 

In Anlehnung an: CGM – und Insulinpumpenfibel: https://www.diashop.de/cgm-und-insulinpumpenfibel-4-auflage-2023-1-buch.html, Autoren: Ulrike Thurm & Bernhard Gehr oder: AID – Fibel, Grundlagen https://www.diashop.de/aid-fibel-grundlagen-grundlagen-der-automatisierten-insulindosierung-1-buch.html Autorenteam: Bernhard Gehr, Ulrike Thurm, Sarah Biester, Stefan Gölz, Jens Kröger, Simone von Sengbusch, Karin Lange

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