Tag: Ketoazidose

Zu hoch, zu tief: Der Blutzucker im Sommer

Der Blutzucker im Sommer stellt einige Menschen mit Diabetes vor große Herausforderungen… 

Die Sommer in Deutschland werden immer heißer. Der Körper leidet unter den hohen Temperaturen, die sich bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auch auf den Stoffwechsel auswirken können. Mit einem rtCGM-System hat man die Glukosewerte eigentlich immer im Blick. Trotzdem kann es bei Hitze zu gefährlichen Entgleisungen kommen.

Niedrige Werte – Gefahr einer Unterzuckerung

Hitze fördert die Durchblutung, dies wiederum führt dazu, dass Insulin schneller vom Körper aufgenommen wird. Wenn man dann noch aktiv unterwegs ist, beim Radfahren, Wandern oder Schwimmen zum Beispiel, kann der Blutzucker schneller in den Keller gehen als erwartet. Die Empfehlungen: Häufiger den Blutzucker messen, bzw. die Trendpfeile auf dem CGM-System im Blick behalten. Die Insulindosis vor sportlichen Ausflügen anpassen (bei der Insulinpumpe die Basalrate senken) und mit einem etwas höheren Blutzuckerwert starten.

Vor allem beim Schwimmen wird der Energieverbrauch durch Bewegung im kalten Wasser oft unterschätzt. Tipp: Auch ins Wasser kann Glukose mitgenommen werden – in flüssiger Form (z. B. Dextro Energy Liquid oder Lift Juice). Ideal beim Schwimmen oder Stand-up Paddling.

Hohe Werte – Gefahr einer Ketoazidose

Häufig unterschätzt wird die Gefahr, die im Sommer von erhöhten Blutzuckerwerten ausgeht. Dass die Werte nach einer Mahlzeit vorübergehend über 200 mg/ dl (11,1 mmol/l) ansteigen, passiert. Problematisch wird es jedoch, wenn sich keine Tendenz nach unten zeigt und Symptome wie starker Durst, Übelkeit, Harndrang und Müdigkeit hinzukommen. Dann bahnt sich möglicherweise eine Blutzuckerentgleisung (Ketoazidose) an.

Gewissheit gibt ein Ketontest, den vor allem Insulinpumpenträger ab einem Wert von 240 mg/dl (13,3 mmol/l) oder bei Symptomen einer Ketoazidose unbedingt durchführen sollten. Ein positiver Test (+++ im Urin bzw. ab 1,1 mmol/l im Blut) erfordert schnelles Handeln. Die Regeln: Ruhe bewahren, sich körperlich nicht anstrengen und nach den Empfehlungen des Diabetesteams aus der Schulung vorgehen.

Wer sich nicht sicher ist, wie die Behandlung einer Ketoazidose durchgeführt wird, sollte die individuelle Vorgehensweise und Therapieanpassung mit seinem Diabetesteam besprechen. Gute Informationen bieten auch die Kurzvideos von Ulrike Thurm in der Blood Sugar Lounge.

Bei Hitze kann Insulin ausflocken…

Bei Hitze kann Insulin ausflocken und verliert seine Wirkung. Insulin ist ein Eiweiß, das bei Temperaturen über 40 °C zerfällt und unbrauchbar wird. Dies kann bei Hitze schnell und vor allem unbemerkt passieren – im Sommer eine häufige Ursache für gefährliche Blutzuckerentgleisungen.

Insulin ausgeflockt

Insulin Ketoazidose

Hohe Blutzuckerwerte: Wie kann ich eine Ketoazidose verhindern?

Wenn der Blutzucker kontinuierlich ansteigt, kann dies bei Menschen mit Typ-1-Diabetes im schlimmsten Fall zu einer Ketoazidose führen.

Dass der Blutzucker nach einer Mahlzeit in Bereiche über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) steigt, ist erst einmal nicht ungewöhnlich. Problematisch kann es werden, wenn sich keine Tendenz nach unten zeigt und es zu einem Insulinmangel im Körper kommt, der mit dem Abbau von Ketonkörpern verbunden ist. Erste Anzeichen sind Durst, Harndrang und Müdigkeit.

Jetzt heißt es: Rechtzeitig handeln, damit sich aus einer Hyperglykämie keine Ketoazidose entwickelt.

Ketonwerte kontrollieren

Ab einem Wert von circa 240 mg/dl  (13,3 mmol/l) sollten vor allem Insulinpumpenträger unbedingt einen Ketontest durchführen. Am besten geeignet ist ein Messgerät, das neben dem Blutzucker auch Blutketone messen kann. Der Grenzwert für Blutketone liegt bei 1,1 mmol/l – ab diesem Wert spricht man von einem positiven Ketontest. Bei Urin-Teststreifen zur Messung der Ketone liegt ein positives Ergebnis vor, wenn der Test mindestens ++ ergibt.

Frag dein Diabetesteam

Erhöhte Blutzuckerwerte in Verbindung mit einem positiven Ketontest müssen unbedingt ernst genommen werden. Wichtig ist, sich körperlich nicht anzustrengen und Ruhe zu bewahren. Wenn Sie in der Diabetesschulung ein Schema zur Eigenbehandlung erhalten haben, können Sie danach vorgehen. Nicht alle Diabetesteams empfehlen allerdings eine solche Eigenbehandlung der Ketoazidose. Besprechen Sie dies am besten rechtzeitig mit Ihrem Arzt.

Insulinpumpe ablegen

Insulinpumpenträger sollten auf keinen Fall weiter Insulin über die Pumpe abgeben, da die Fehlerquelle auch in der Insulinpumpe bzw. dem Infusionsset verborgen sein könnte, z. B. in Form einer defekten Ampulle oder einer großen Luftblase im Schlauch. Dies muss kontrolliert werden, bevor die Insulinpumpe später wieder angelegt wird.

Blutzuckerschwankungen beim Wandern: Regelmäßiger Griff zum Messgerät ist Pflicht

Wie heißt es so schön in einem der bekanntesten deutschsprachigen Volkslieder? „Das Wandern ist des Müllers Lust…“ Weit gefehlt: Nicht nur der Müller strebt hinaus ins Grüne. Wandern erfreut sich gerade in der warmen Jahreszeit besonderer Beliebtheit. So auch bei etlichen „Zuckersüßen“. Allerdings sollten Typ-1- und Typ-2-Diabetiker darauf achten, starken Blutzuckerschwankungen vorzubeugen, denn Bewegung und körperliche Anstrengung können den Blutzucker sowohl in den Keller rauschen als auch ansteigen lassen. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe legt Diabetikern deshalb an Herz, regelmäßig die Blutzuckerwerte zu kontrollieren.

Messen nicht vergessen: Wandern erfreut sich gerade in der warmen Jahreszeit besonderer Beliebtheit. © nd3000/Fotolia
Messen nicht vergessen: Wandern erfreut sich gerade in der warmen Jahreszeit besonderer Beliebtheit. © nd3000/Fotolia

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Achtung, diabetische Ketoazidose: Wenn der Stoffwechsel außer Kontrolle gerät

Wenn der Blutzucker zu hoch ist oder wenn erste Anzeichen einer Ketoazidose auftreten, sollten Typ-1-Diabetiker schleunigst zu ihrem Blutketon-Messgerät greifen.
Wenn der Blutzucker zu hoch ist oder wenn erste Anzeichen einer Ketoazidose auftreten, sollten Typ-1-Diabetiker schleunigst zu ihrem Blutketon-Messgerät greifen.

Vor allem Typ-1-Diabetiker laufen in Gefahr, von einer sogenannten Ketoazidose, einer schweren Stoffwechselentgleisung, heimgesucht zu werden, die durch Insulinmangel hervorgerufen wird. Dabei steigt nicht nur der Blutzuckerspiegel drastisch an, sondern der Körper beginnt damit, massenweise Ketonkörper zu bilden, die das Blut übersäuern – ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofort behandelt werden muss.

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