Kategorie: Alltag

Sonderformen des Diabetes

Sonderformen des Diabetes: Die Auslöser und ein ganz besonderer Fall…

Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2, Schwangerschaftsdiabetes – diese Stoffwechselerkrankungen sind allgemein bekannt. Was viele Hausärzte in Deutschland aber nicht wissen: Es gibt auch Sonderformen des Diabetes. Immer noch kommt es bei diesen Ausprägungen zu einer falschen Behandlung, weil sie nicht richtig diagnostiziert oder mit anderen Diabetesformen verwechselt werden. „Die Ursachen einer Diabetes-Sonderform sind vielfältig und können von genetischen Erkrankungen über hormonelle Störungen bis hin zu Infektionen reichen“, sagt DDG Präsidentin Professor Dr. med. Monika Kellerer. Auch die langfristige Einnahme von steroidhaltigen Medikamenten, etwa Kortison, kann zu einer Ausbildung dieses Typs führen.

Alle Ausprägungen besitzen dabei das gleiche Merkmal wie die „klassischen“ Diabetes-Erkrankungen – einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, der dringend reguliert werden muss. „Allerdings unter Beachtung der jeweiligen Grunderkrankung, weshalb die Therapien erheblich voneinander abweichen können“, betont Kellerer. Im Zweifel sollten sich Betroffene an eine Schwerpunktpraxis oder spezialisierte klinische Fachabteilung wenden.  

Kortison ist ein häufiger Auslöser

Zu den häufigsten Auslösern einer Diabetes-Sonderform gehören Kortison-Therapien, etwa bei Rheuma, Asthma, Morbus Crohn, anderen entzündlichen oder onkologischen Erkrankungen. „Hier lautet die gute Nachricht: Der Diabetes kann sich komplett zurückentwickeln, wenn das Kortison ausgeschlichen wird“, erläutert Kellerer. „Ob eine medikamentöse Umstellung möglich ist, sollten die Patienten mit ihren behandelnden Ärzten abklären.“

Weitere genetisch fixierte Sonderform: „MODY“

Zu den häufigeren Diabetes-Sonderformen gehören auch die sogenannten „MODY-Diabetes“-Typen, die auf unterschiedlichen genetischen Defekten beruhen und von Generation zu Generation weitervererbt werden. MODY steht für „Maturity Onset Diabetes of the Young“. Die genetischen Defekte bewirken, dass die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig funktionieren und demzufolge die Insulinproduktion eingeschränkt ist.

Bauchspeicheldrüsen-Entzündung und Virusinfektionen als Ursache

Virusinfektionen können ebenfalls einen Diabetes der dritten Gruppe auslösen, zu weiteren Triggern zählen Fehlfunktionen des Immunsystems, hormonelle Störungen oder das Down-Syndrom. Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse führt in 15 Prozent der Fälle zu einem permanenten Diabetes der dritten Gruppe. „Sind Gallensteine der Grund für die Entzündung, kann sich der Diabetes nach deren Entfernung zurückbilden“, erläutert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz.

Eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, sehr häufig bedingt durch Alkoholmissbrauch, löst in etwa der Hälfte der Fälle Diabetes aus. „Über die genaue Sonderform des Diabetes – und in der Konsequenz auch über die Therapie – entscheidet letztlich die Ursache“, resümiert DDG Mediensprecher Gallwitz.

Mukoviszidose zieht in jedem zweiten Fall Diabetes nach sich

Zu den Diabetes-Sonderformen gehört auch ein gestörter Glukosestoffwechsel, der sich infolge der Erbkrankheit Mukoviszidose entwickelt. Ab einem Alter von 26 Jahren erkrankt jeder zweite Mukoviszidose-Patient zusätzlich an Diabetes, Frauen deutlich früher und häufiger als Männer.  Bei der Behandlung gibt es Besonderheiten. Generell gilt: Je augeprägter das Untergewicht der Patienten, desto größer ihr Diabetes-Risiko. „Deshalb ist es vorteilhaft, Mukoviszidose-Patienten zu einem höheren Body-Mass-Index zu verhelfen“, erklärt Andreas Neu, Vizepräsident der DDG. Sie müssen vollwertig ernährt werden, auch in Bezug auf Salze und Kohlenhydrate. „In vielen Praxen werden die Patienten immer noch als Typ 2 eingestuft, die dann lernen, sich kalorienarm zu ernähren“, so Neu. Das sei für Erkrankte mit eingeschränkter Bauchspeicheldrüsenfunktion und Untergewicht in Hinsicht auf die Lebenserwartung äußerst problematisch.

Laut Leitlinie sollen Mukoviszidose-Patienten mit Diabetes Insulin erhalten. Dies geschieht bislang jedoch nur bei drei Viertel der Patienten. „Der Rest wird diätetisch oder mit oralen Antidiabetika behandelt“, erläutert Neu. Die Leitlinien raten jedoch aufgrund der schlechteren Wirksamkeit von Tabletten ab. Diabeteskranke Mukoviszidose-Patienten kommen, im Gegensatz zu Typ-1-Diabetespatienten, lange ausschließlich mit Insulin zu den Mahlzeiten gut aus. Sie benötigten oft erst nach Jahren ein zusätzliches Basalinsulin.

Quelle: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/haeufig-verkannt-sonderformen-des-diabetes-ausloeser-koennen-medikamente-virusinfektionen-mukov.html

Meine Freundin Insa hat Mukoviszidose und ist lungentransplantiert, der Diabetes ist für sie „nur“ eine Begleiterkrankung

Mukoviszidose ist eine nicht heilbare Erbkrankheit, die hauptsächlich die Lunge, die Bauchspeicheldrüse oder auch die Leber betrifft. Ganz einfach formuliert funktioniert in den Zellen der Salz-Wasser-Transport nicht richtig. Dies führt dazu, dass die Organe durch einen zähen Schleim verkleben und die Funktion dadurch mehr und mehr eingeschränkt wird. Bei der Lunge bedeutet dies: viel Husten, schlecht Luft bekommen, irgendwann Sauerstoff und früher oder später steht dann die Frage nach einer Listung für eine Lungentransplantation im Raum. Bei der Bauchspeicheldrüse wird zuerst die Produktion von Enzymen eingeschränkt, so dass die Verdauung nicht richtig funktioniert. Das bedeutet: Zu jedem Essen müssen Enzym-Kapseln genommen werden. Und irgendwann kommt dann auch der Diabetes dazu, weil nicht mehr genug Insulin abgegeben werden kann.  So hat mir meine Freundin Insa ihre Krankheit Mukoviszidose erklärt…

Als Insa noch klein war, hieß es, dass sie wahrscheinlich nicht älter als 12 oder 15 Jahre werden würde. Aber in den letzten Jahrzehnten haben sich die medizinische Versorgung und die Therapie immer weiter verbessert, so dass heute viele Betroffene das Erwachsenenalter erreichen und, so wie Insa, verheiratet sind. Man kann sagen, dass so etwas wie Normalität in kleinen Bereichen durchaus möglich ist. Das Leben mit Mukoviszidose hat Insa in vielerlei Hinsicht stark geprägt. Sie versucht etwa, in schwierigen Zeiten noch die schönen Momente wahrzunehmen. Und am allerwichtigsten war es für sie immer, sich nicht über die Krankheit zu definieren und auch noch ein Leben neben der Mukoviszidose und der ganzen Therapie zu führen.

Insas Muko-Diabetes ist anders als mein Typ-1-Diabetes

Insas Muko-Diabetes ist anders als mein Typ-1-Diabetes. Sie hat beispielsweise einen geringeren Insulinbedarf, da ihre Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert. Nach der Lungentransplantation hat sich für sie aber auch wieder alles verändert.  Eine Insulinpumpe hat sie nicht und kennt auch keinen „Muko“,  der eine hat. Sie erlebt mit dem Muko-Diabetes auch einige Highlights, da dieser spezielle Diabetes Typ 3c doch eher unbekannt ist. Sie hat schon in diversen Praxen bei Ärzten gesessen, die ihr erklärt haben, dass es diesen speziellen Typ nicht gibt. „Manchmal hilft in diesen Fällen der Hinweis auf die zweite Bezeichnung – cystic fibrosis related diabetes, CFRD. Aber oft kommt man auch damit nicht weiter – und dann wird’s anstrengend…“, sagte sie mir.

Hier lest ihr mehr dazu:

Insas „Mukoviszidose-Diabetes“ Typ 3c (CFTR) 

Sonderformen des Diabetes
Das Foto ist vor Insas Lungen-Transplantation entstanden. Foto by Joanna Nottebrock.
Ein aktuelles Foto von Insa und mir am Maschsee in Hannover (Insa rechts im Bild).

Mukoviszidose-Spendenlauf in Hannover: Tue laufend Gutes! Dabei?!

Last but not least, möchte ich euch einen ganz besonderen Spendenlauf ans Herz legen, den Insa seit 12 Jahren mit viel Herz für den guten Zweck organisiert! Alle weiteren Infos dazu unten im Bild und auf der Webseite www.muko-spendenlauf.de.  Meldet euch gerne noch spontan an!!! Alles für den guten Zweck. Ein schöner Lauf, bei dem jeder so viel läuft, wie er mag und dabei gleichzeitig Gutes tut! Für sich selbst und für Mukoviszidose-Patienten!

Unternehmen (natürlich auch Privatpersonen) können uns Läufer beim Muko-Lauf auch gerne als Sponsor unterstützen, etwa kleine oder große Geldbeträge pro Runde als Spende beisteuern und dann deckeln. Das motiviert uns, noch mehr Runden zu laufen, bzw. Gummibänder zu sammeln, die uns pro gelaufener Runde ausgehändigt werden. Meldet euch also gern an, als Läufer oder Sponsor. Als Sponser auch gerne direkt in den Kommentaren zu Wort melden. Ich suche nämlich auch noch Unterstützer, die mich motiviert noch mehr Runden abzuspulen, um möglichst viele Spendengelder zu sammeln.

Diabetes Sonderformen

Glukagon-Nasenspray

In den USA zugelassen: Glukagon-Nasenspray als Alternative zur Injektion

Vor geraumer Zeit hatte das amerikanische Unternehmen Eli Lilly and Company in den USA und in Europa die Zulassung des Glukagon-Nasensprays zur Anwendung bei schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) beantragt. Nun hat die FDA (U.S. Food and Drug Administration) Glukagon als Nasenspray ab einem Alter von 4 Jahren zugelassen. (Quelle: FDA Pressemeldung)

Was ist Glukagon und wie wird es verabreicht?

Das Hormon Glukagon ist als „Gegenspieler des Insulins“ bekannt und kann als Notfallmedikament im Falle einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit von Dritten verabreicht werden. Bisher kennt man Glukagon nur als Notfall-Set, bestehend aus einer Flasche mit Glukagon in Pulverform und einer Spritze mit Lösungsmittel. Es muss vor dem Spritzen vermischt und aufgezogen werden.

Das neue Glukagon-Nasenspray macht die Behandlung einer schweren Hypoglykämie einfacher. Es wird über die Schleimhäute aufgenommen und kann dem Bewusstlosen über die Nase verabreicht werden.

Gleicher Effekt wie die Injektion

Das Glukagon-Nasenspray wurde vom Unternehmen Locemia entwickelt und Eli Lilly hatte sich im Oktober 2015 die Vertriebsrechte gesichert. Für die Zulassung hat das Nasenspray in drei Studien (zwei mit Erwachsenen, eine mit Kindern ab 4 Jahre) gezeigt, dass es den Blutzucker bei einer schweren Unterzuckerung vergleichbar mit der Glukagon-Injektion erhöht.

Das Glukagon-Nasenspray kann mit der Zulassung in den USA auf den Markt gebracht werden, die es wie eingangs erwähnt,  durch die FDA (U.S. Food and Drug Administration) nun erhalten hat. Wir sind gespannt, ob und wann es auch in Europa zugelassen wird. Ihr auch? Was meint ihr dazu? Sicher sorgt der einfachere und direktere Einsatz des Nasensprays dafür, dass mehr Menschen als Nothelfer im Falle einer schweren Unterzuckerung eingreifen werden.  

Hinterlasst gerne auch eure Meinung zum Glukagon-Nasenspray in den Kommentaren.

Quelle der oben genannten Studien:

Hitze-Tipps speziell für den Omnipod (Patch-Pumpe)

„Wie kann ich das Insulin in meiner Omnipod-Patch-Pumpe kühl halten und wie kann ich meinen OmniPod fixieren, damit er auch beim Planschen im Wasser nicht abfällt?“ Genau diese und ähnliche Fragen suchen verstärkt im Sommer immer wieder Antworten (nicht nur) in den sozialen Netzwerken und Diabetes-Foren.

Ich trage selbst seit 8 Jahren den Omnipod und habe mir deshalb natürlich auch über die Fixierung und Kühlung des Insulins im OmniPod bei sehr heißen Temperaturen so meine Gedanken gemacht, viel recherchiert und mich in der Diabetes-Community mit anderen Poddern ausgetauscht und über die Jahre hinweg vieles ausprobiert…

OmniPod fixieren

Was habe ich nicht alles zum Fixieren von OmniPod und Sensor getestet, damit sie bei Hitze, im Wasser oder beim schweißtreibenden Sport halten. Ich habe eher trockene Haut, so dass ich zumindest in der Regel nicht unbedingt fixieren muss. Dennoch ist es mir manchmal lieber, denn ich weiß, dass ich mich gerne, auch mal spontan kräftig austobe: Ausdauertraining, Schwitzen, Wasser, Krafttraining, Jumping Fitness, Katzen, Stoßen, Stolpern, Hängenbleiben, Hinfallen, Therme, Sauna, Massage, darauf schlafen… Der OmniPod muss einiges aushalten. An dieser Stelle möchte ich euch zunächst zeigen, wie ich den OmniPod fixiere.

Vorab noch ein Hinweis: DIASHOP hat Hautschutz-🧴 und Fixierungstipps übersichtlich, bebildert und verständlich zusammengetragen und für euch zum Download bereitgestellt 💙. Schon entdeckt? 👉 http://bit.ly/30pjrWE

 
Hautschutz- und Fixierungstipps

Fixieren mit speziellen Omnipod-Fixierungspflastern

Trage ich den Omnipod am Bauch, Hüfte, Oberschenkel oder am unteren Rücken, verwende ich in der Regel die OmniPod-Fixierungspflaster. Die sind praktisch, weil sie schon auf die Größe des OmniPods zugeschnitten sind und man sie nur noch aufkleben muss. Sie bestehen aus antiallergischem Klebstoff, enthalten 30 % mehr Klebstoff als die handelsüblichen Pflaster und Tapes, so dass ein guter Halt, auch bei Nässe und Extrembelastung 3-5 Tage (je nach Belastung und Wasserkontakt) mindestens gegeben ist.

Übrigens gibt es diese auch passend für alle gängigen CGM-Sensoren und in den buntesten Farben, schaut hier: Auswahl Fixierungspflaster. Bevor ich den Omnipod setze, sprühe ich großzügig den Hautbereich mit Desinfektionsmittel ein, lasse es trocknen, setze wie gewohnt meinen OmniPod an die desinfizierte Stelle und direkt darüber klebe ich dann das Fixierungspflaster:

OmniPod Patch

Tape OmniPodFixieren mit  Kinesiologie-Tape

Bei extremen Temperaturen, sehr schwitzigen Angelegenheiten, bzw. Austoben im Wasser, Springen vom Sprungbrett etc. pp. fixiere ich oft auch mit Elyth- oder anderen Kinesiologie-Tape, welches ich in zwei Streifen teile und wie ein Kreuz über den OmniPod klebe (siehe Foto links). Die Ecken des Tapes runde ich ab, so dass sich diese nicht so schnell an den Rändern lösen können und ich damit an meinen Sport-Shirts oder sonst wo 😉 kleben bleibe. Damit ist der OmniPod doppelt und dreifach gesichert. Auch den Bereich, den ich mit dem Kinesiologie-Tape beklebe, desinfiziere ich vorher, lasse das Desinfektionsmittel trocknen und klebe es erst dann auf. Damit hält es oft sogar so fest, dass ich bei Podwecksel Pflasterlöser verwenden muss.

Trage ich den Omnipod am Oberarm, wickele ich das Tape einmal komplett um Arm und Omnipod (siehe Foto rechts unten). Ich verwende gerne das Elyth-Tape, es ist hautverträglich, atmungsaktiv und wasserbeständig
Und das Trägermaterial trocknet schnell: Auswahl Elyth-Tape

Autsch&GoAutsch&Go – Tapes, die auf sich selbst haften

Auch Autsch&Go ist für den Oberarn wunderbar geeignet, beachtet aber: Es klebt wirklich nur auf sich selbst und nicht auf der Haut. Wie ihr rechts auf dem Bild erkennen könnt, wickele ich das Tape einmal komplett rum. Da es wunderbar auf sich selbst klebt, hält es problemlos die kompletten drei Tage, die der Omnipod an seinem Platz verweilt. Manchmal bin ich ganz froh darüber, mal etwas weniger Kleber auf der Haut zu haben, nicht nur deswegen finde ich, dass Autsch&Go eine gute Alternative ist. Es ist zudem elastisch, hautfreundlich, atmungsaktiv, robust, rutschfest und Schweiß- und wasserbeständig. Es eignet sich außerdem für die Stabilisierung und Ruhigstellung von Körperteilen oder Fixierung von Wundauflagen und Coolpacks. Ich mag auch die verschiedenen, bunten Designs. Hier hat man die Qual der Wahl: Auswahl Autsch&Go.

Armguard

Armguards nutze ich auch nicht selten, gerne beim Schwimmen oder auch zum Kühlen des Insulins (siehe unten), im Zweifel tut es auch mal eine zerschnittene Socke ;). Letztere musste bei mir in einer „Notsituation“ beim Schwimmen mal zerschnitten werden und zum Einsatz kommen ;), da ich meinen Armguard zu Hause vergessen hatte. Unauffälliger und stylischer sind dann doch die Amguards, die es in verschiedenen Farben und Größen gibt: Auswahl Armguards. 

 
Armguard
 

Insulin im Omnipod vor Hitze schützen

Spätestens seitdem ich bei einer Wanderung in Italien auf dem Monte Baldo erlebt hatte, dass Insulin bei Temperaturen über 40°C tatsächlich ziemlich schnell zerfallen kann, habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, wie ich es vor Hitze schützen kann. Vorher war ich da auch eher „leichtsinnig“. Ich konnte bei besagter Wanderung von Glück reden, dass ich in einer Kühltasche noch Ersatz-Insulin dabei hatte und habe aus meinem Fehler gelernt ;).

Oft lese ich in Foren, „ach… ich kühle mein Insulin nie in der Insulinpumpe, das mache ich schon seit 35 Jahren so, das ist noch nie beschädigt gewesen“. Nun ja, bis man es eben doch mal erlebt. Fakt ist nun mal, dass Insulin ein Eiweiß ist und bei Temperaturen über 40°C zerfallen und unbrauchbar werden kann. Beschädigtes Insulin ist übrigens meistens an einer Eintrübung oder Ausflockung zu erkennen. Häufige Katheterverschlüsse bei Insulinpumpen können auch durch eine solche Insulinausflockung verursacht werden.

-> Hier mehr dazu: Diabetes im Sommer: Hitzetipps von Ulrike

Wie kühle ich nun aber das Insulin im Omnipod? Ich nutze für den Pod einen extra Kühlschal oder ein Kühltuch/nasses Tuch, das ich etwa in der Sauna oder eben bei starker Hitze zusätzlich über das Tape um den Pod  wickele (solche gibt es beispielsweise in Sportgeschäften). So bleibt das Insulin lange kühl. Damit sich nichts löst, trage ich gerne einen Armguard drüber, fertig. Es reicht auch aus, direkt den Armguard zu befeuchten. Allerdings trocknet dieser nach einer gewissen Zeit. In dem Fall heißt es, jede Wasserquelle mitnehmen und neu befeuchten ;). 

Wenn man den Omnipod am unteren Rücken oder Bauch trägt, kann man auch einen Bauchgurt nutzen und ein feuchtes Tuch/Kühltuch auf Höhe des Pods unter klemmen: Auswahl Bauchgurt.

Vielleicht haben euch meine Tipps weitergeholfen? Ergänzt gerne eure noch in den Kommentaren :). Wir sind gespannt. 

Eishörnchen zuckerfrei glutenfrei ohne Getreidemehl

Rezept für Waffelhörnchen: frei von Zucker, Gluten und Getreidemehl

Es gibt „Ice, Ice in Waffelhörnchen, Baby ;)“! Der Sommer kehrt nach einer kurzen Verschnaufpause zurück und was schmeckt im Sommer am besten? Richtig, Eis! Zuckerfreies Eis lässt sich einfach selbst herstellen. Wir hatten hier schon einige Rezeptideen gepostet: Gemüse-Eis: Dich mag ich, dich friere ich ein! Zahlreiche Variationen und jede Menge Rezepte findet man auch im Netz, ob vegan, zuckerfrei, kalorienarm oder oder oder…Für jeden Geschmack ist was dabei.

Nun, aber mir fehlte noch ein Rezept für die Waffelhörnchen, die hatte ich immer weggelassen. Die gekauften schmecken mir nicht. Außerdem stecken sie voller Zucker, Gluten und Weizenmehl.  Vertrage ich nicht. Was also tun? Na klar, selbst herstellen und ja: Der „etwas mehr“- Aufwand lohnt sich wirklich. Das sind die besten Waffelhörnchen, die ich je gegessen habe!

Waffelhörnchen frei von Zucker, Gluten und Getreidemehl und so lecker, dass sie sogar ohne Eis total gut schmecken. Sie sind mir auf Anhieb gut gelungen, obwohl ich auch zum ersten Mal ein Waffelhörnchen-Eisen benutzt hatte. Die Anschaffung hat sich gelohnt, denn die wird es jetzt öfters geben. Zugegeben es braucht etwas Übung mit dem Hörnchen-Eisen, die richtige Menge und Temperatur ist entscheidend. Nun das Experiment ist geglückt, so dass ich euch das Rezept an die Hand gebe und der Sommer damit zurückkommen kann 😉.

Rezept: Waffelhörnchen (frei von Zucker, Gluten und Getreidemehl)

Hinweis: Wer kein Waffelhörnchen-Eisen besitzt und sich auch keines anschaffen möchte, kann statt Hörnchen den leckeren Teig auch als Kekse/Waffelbruch im Backofen zubereiten. Als kleine, dünne Kleckse auf dem Backblech verteilen und 180 Grad Umluft, bis zur gewünschten Knusprigkeit backen.

Zutaten:

  • 140 Gramm entöltes Mandelmehl
  • 160 Gramm Xucker light (selbst puderfein mahlen) oder direkt Puderxucker.
  • 65 Gramm Kokosöl 
  • 240 ml Milch
  • 4 Eier
  • 2 Esslöffel Flohsamenschalenpulver
  • Vanille oder Vanillearoma

Zubereitung:

  1. Eishörnchen TeigDie trockenen Zutaten; Mandelmehl, Puderxucker und Flohsamenschalenpulver miteinander vermischen.
  2. Kokosöl schmelzen, mit den Eiern, der Milch und der Vanille verrühren und zu den trockenen Zutaten geben bis ein glatter Teig entsteht.
  3. Waffelhörnchen-Eisen vorheizen.
  4. Eine kleine Soßenkelle des Waffelteiges in die Mitte des Eishörnchen-Eisens geben (die richtige Temperatur-Einstellung kann zwischen verschiedenen Hörnchen-Eisen variieren, von daher kann es ein bis zwei Versuche dauern, bis die perfekte Einstellung gefunden ist).
  5. Deckel vorsichtig schließen und bis zur gewünschten bräune Backen. Wenn etwas Teig an den Rändern des Eisens rausläuft, dann beim nächsten Mal etwas weniger Teig nehmen.
  6. Die heiße Waffel mit einem Pfannenwender lösen und direkt um ein Waffel-Horn legen. So bald das Waffelhörnchen erkaltet ist, wird es knusprig.

Eishörnchen zuckerfrei, glutenfrei und ohne Getreidemehl

Die Eiswaffel-Schokospitze

Es erfordert etwas Geschick, die Eishörnchen so aufzurollen, dass die Spitze perfekt schließt. Wenn Löcher bleiben, kannst du sie mit geschmolzener Schokolade schließen.

Schmelze die Schokolade, tauche die Spitze der Eiswaffel mit dem Loch in die geschmolzene Schokolade und lass mit einem Löffel etwas Schokolade von innen in die Eiswaffel bis in die Spitze laufen. Dann lass das Ganze im Kühlschrank fest werden. Ggf. den Vorgang noch ein paar Mal wiederholen und/oder streue zusätzlich noch Waffelkrümel in die Spitze.

Eiswaffel-Schalen

Für Waffel-Schalen legst du den Teig auf ein umgedrehtes Glas und drückst ihn mit einem zweiten Glas runter und faltest die Waffel dabei. Dann wieder auskühlen lassen.

Pimp your Eiswaffel: Ob mit Lebensmittelfarben, Schokolade, Nüssen, Zuckerperlen, lass deiner Kreativität freien Lauf. 

Aufbewahrung: Am besten in einer Blechdose und an einem kühlen Ort, so behalten sie ihre Knusprigkeit.

Nährwertangaben

Hinweis: Die Nährwertangaben variieren, je nachdem, ob ihr Xucker light oder Xucker, Vollfett- oder Halbfett-Milch verwendetet… Aus diesem Grund verzichten wir an dieser Stelle auf die Angaben. Schaut auf die Lebensmittelverpackungen, dort findet ihr alle, die für euch wichtig sind und könnt euch die selbst ganz einfach ausrechnen.

TIPP: Ich verwende dafür übrigens gerne Nährwertanalysewaagen, wie die Beurer DS 61 (mein persönlicher Favorit). Sie zeigt nicht nur das Gewicht des Lebensmittels an, sondern auch Kalorien, Cholesterin, Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Broteinheiten. 

Beurer-Waage-DS61.jpg

 

LOOP OmniPod

Hybrid-Closed-Loop, Marke Eigenbau, Teil 5: Selbsttest LOOP mit Omnipod

LOOP mit Omnipod, genau damit geht es heute weiter in Teil 5 unserer „Hybrid-Closed-Loop, Marke Eigenbau“-Artikelreihe. Lest dazu zunächst auch:

Wie immer ein wichtiger Hinweis vorweg: Closed-Loop-Systeme, sprich vollautomatische Systeme, die wie eine künstliche Bauchspeicheldrüse funktionieren, sind in Deutschland noch nicht offiziell für Diabetiker zugänglich, wenn auch bereits sehr weit in der Entwicklung. Hybrid-Closed-Loop-Systeme der Marke Eigenbau entstehen in Eigenverantwortung technisch versierter Diabetiker! Alles geschieht auf eigene Verantwortung. Auch Ärzte dürfen einen nicht zum Verwenden eines solchen Systems raten. Man nutzt die Insulinpumpe beim DIY-Loopen anders als vom Hersteller vorgesehen. Deshalb kann man bei einem Systemversagen nicht den Pumpen- oder CGM-Hersteller zur Verantwortung ziehen. Dieses Haftungsproblem solltet ihr sehr ernst nehmen.

Was ist LOOP?

Wie wir bereits in „Teil 3: Welche DIY-Lösungen gibt es aktuell?“ berichtet hatten, ist LOOP das DIY-Closed-Loop-System für iOS. Sowohl der Algorithmus (ein anderer als AndroidAPS) als auch die Bedienoberfläche werden als App auf dem iPhone zur Verfügung gestellt. LOOP unterstützt einige nicht mehr erhältliche Insulinpumpen von Medtronic und mittlerweile auch den Omnipod.

Meine Erfahrungen mit LOOP mit Omnipod (OmniLoop)

Im Folgendem schildere ich meine eigenen persönlichen Erfahrungen, die ich seit Mai 2019 mit OmniLoop sammeln konnte.

Erforderliche Komponenten

Die Patch-Pumpe Omnipod habe ich seit etwa 8 Jahren und nutze seit kurzem auch den Dexcom G6. Zwei wichtige Komponenten, die ich für LOOP mit Omnipod benötige, hatte ich damit schon beisammen. Doch das reicht natürlich nicht um den OmniLOOP zu starten ;). Es braucht noch eine LOOP-App, und um die LOOP-App auf dem iPhone installieren zu können, ist derzeit zwingend ein Apple Developer Account erforderlich, da man sich selbst mit Hilfe von Apple Xcode auf einem Mac(!) einen Build erstellen muss. So habe ich mir also noch einen älteren, gebrauchten Mac Mini angeschafft.

Weiterhin ist zusätzlich eine externe Hardware zur Umwandlung der Funksignale erforderlich, um die Kommunikation zwischen Smartphone und Insulinpumpe zu ermöglichen, der so genannte Riley-Link. Auch diesen habe ich mir bestellt. 

Damit hatte ich dann alles zusammen und konnte mich der Installation und Einrichtung widmen, die sich dank detaillierter und verständlicher Dokumentation recht „einfach“ gestaltete. 

Bedienoberfläche

Die Bedienoberfläche von LOOP ist sehr übersichtlich gestaltet. Man findet sich gut zurecht. Das meiste ist eigentlich selbsterklärend.

In der Hauptansicht werden standardmäßig wichtige Daten wie Blutzuckerverlauf oder die abgegebene Insulinmenge und aktive Kohlenhydrate dargestellt, wie im Screenshot erkennbar. Man hat Wichtiges im Blick, sieht was der Loop tut. Weiterhin hat man im Hauptbildschirm auch das Pod-Alter sofort im Blick und weiß, wann der Omnipod-Wechsel wieder ansteht.

LOOP mit Omnipod

Funktionen

Viele der Funktionen sind Insulinpumpen-User bekannt, aber mit DIY-Loop-Systemen hat man immer noch ein paar mehr Möglichkeiten, welche bei mir mitunter auch dazu beitragen, dass ich bessere Blutzuckerwerte erziele. Bei AndroidAPS waren das die eCarbs oder SMB (siehe: Teil 4: Selbsttest AndroidAPS).

Anfangs hatte mich beim DIY-Systeme LOOP mit Omnipod „gestört“, dass ich keine speziellen Basalratenprofile etwa für Sport oder Krankheit anlegen konnte, sondern das lediglich über Angaben höherer Zielwerte lösen konnte. Auch situative Anpassungen der Insulinsempfindlichkeit (ISF) sind standardmäßig nicht möglich. Doch dann erfuhr ich von dem so genannten „Jojo Branch“, einer durch Mitglieder der Community erweiterten LOOP-Version, welche ich mir nachträglich installiert hatte. So habe ich mittlerweile meine vielen Profile, die unterschiedliche Zielvorgaben, Insulinempfindlichkeiten und Basalraten vorsehen wieder beisammen.

„Vor dem Essen“

Mein Blutzucker vor dem Essen, möchte ich gerne etwas niedriger sehen, damit die zugeführte Nahrung, den Blutzucker nicht zu schnell zu stark erhöht. Über die LOOP-App habe ich etwa die Möglichkeit die Funktion „Vor dem Essen“ zu aktivieren. Damit weiß der Loop, dass ich in Kürze etwas Essen werde und gibt etwas mehr Insulin ab, um meinen Blutzucker darauf „vorzubereiten“.

„Essen fassen“

Zum Essen gebe ich zum einen die Menge der Kohlenhydrate in Gramm ein, die Absorbtionszeit, als auch die Art des Essens. Diese ist in Form von verschiedenen Icons, etwa als Pizza, Lolli, Gemüse, Burger, Bier etc. pp. dargestellt. Das ist euch ohne Loop als Möglickeit der verzögerten Bolusabgabe,  Multiwave-Bolus, etc. pp. über eure Insulinpumpe sicher bekannt.

LOOP App

Sport

Für meine sportlichen Aktivitäten habe ich meine speziellen Basalratenprofile, dank oben erwähnten  „Jojo Branch“ angelegt, die ich bei gegebenen Anlass einfach scharfschalte. Das funktioniert wunderbar.

Es ist sehr praktisch, dass ich über mein Smartphone, vielmehr über meine Apple-Watch, etwa während einer Trainingseinheit, schnell zu einem anderen Override, etwa eines mit höherer oder niedriger Basalrate, wechseln kann.

Nur beim Schwimmen muss man beim LOOP mit Omnipod einiges mehr bedenken. Dazu findet ihr hier einen gesonderten Artikel: Schwimmen mit Omnipod LOOP und warum „Loop umschnallen und los“ nicht funktioniert.

Was mir ein wenig Sorge bereitet: Ich bin zu 100% auf mein Smartphone angewiesen. Wenn das mal ausfällt, kann ich den Pod nicht mehr bedienen, da keine Kommunikation mit dem PDM möglich ist, wenn ein Pod einmal über LOOP aktiviert wurde. Aber das ist auch ein generelles Pod-Problem und bestand schon immer, unabhängig ob Omnipod mit LOOP oder ohne. Denn auch wenn der PDM nicht mehr funktionieren würde, hätte ich keine Möglichkeit die Insulinzufuhr anderweitig zu steuern. Dieses Problem haben LOOP-Nutzer mit Medtronic-Pumpen nicht, da sie Einstellungen weiterhin direkt an der Pumpe durchführen können.

Fazit: AndroidAPS mit DanaRS versus LOOP mit Omnipod. Was gefällt mir persönlich besser?

Bisher hatte ich schon AndroidAPS mit DANA RS getestet, ich hatte berichtet: Teil 4: Selbsttest AndroidAPS. Beide DIY-Loop-Systeme haben definitiv ihre Vor- und Nachteile, ich hatte an dieser Stelle die beiden DIY-Systeme miteinander verglichen:

Ich warte nicht, ich starte: LOOP mit Omnipod vs. Android APS mit DANA RS

Mit beiden DIY-Loop-Systemen erreiche ich zu etwa 90 Prozent meine Zielwerte. Dafür hatte ich allerdings auch viele Hausaufgaben erledigen müssen: Basalratentests, ISF (Insulinempfindlichkeitsfaktor) austesten, … etc. pp. Welches DIY-System ist nun das bessere? Nun, da stellen sich zwei Fragen: Ist man eher in der iOS- oder Android-Welt zu Hause und welche Insulinpumpe (samt Kathetermöglichkeiten) passt am besten zu einem?