Wir danken euch herzlich für die rege Teilnahme unserer Umfrage zum Thema Hautschutz und Fixierung bei CGM- und FGM-Sensoren. Insgesamt haben 269 Diabetiker mitgemacht. An dieser Stelle präsentieren wir euch die Ergebnisse dieser Umfrage :).
Ergebnisse der Umfrage zum Thema Hautschutz und Fixierung bei CGM- und FGM-Sensoren
50 Prozent der 269 Umfrage-Teilnehmer tragen das FreeStyle Libre, 27 Prozent Dexcom, 12 Prozent das zugehörige CGM-System der Minimed 640 G, 7 Prozent Eversense, 4 Prozent Guardian Connect, 0,5 Prozent Medtrum A6 TouchCare.
Bei 51,9 Prozent sind laut unserer Umfrage schon einmal Hautprobleme mit dem Sensor(pflaster) aufgetreten.
45,8 Prozent von den Umfrageteilnehmern nutzen keine Produkte, die sie zum Hautschutz unter das Pflaster sprühen oder kleben. Cavilon Spray kommt unter denjenigen, die eines benutzen, am häufigsten zum Einsatz.
33,6 Prozent mussten schon mal einen Sensor aufgrund von Hautproblemen vorzeitig wechseln.
Nur 13,6 Prozent der an der Umfrage beteiligten Diabetiker geben an, dass das Pflaster der Sensoren gut hält. Als häufigster Grund für das Lösen des Pflasters wurden genannt: Hängenbleiben am Türrahmen und Schwitzen beim Sport – dicht gefolgt vom Schwimmen.
Wie viele Diabetiker fixieren den Sensor, damit er besser hält? Nur 38,8 Prozent der an unserer Umfrage beteiligten Diabetiker fixieren nicht. Die meisten nutzen, wenn sie fixieren, ein Tape dafür.
Wir wollten weiterhin von euch wissen, ob ihr ein Produkt zum Lösen des Pflasters verwendet und falls ja, welches. Die meisten nutzen keines. Am häufigsten wird von denjenigen, die eines nutzen, Babyöl und Dermasol Spray verwendet.
Wir gehen der Sache mit den Infusionssets mal auf den Grund. Softkanüle? Stahlkanüle? Welche Schlauchlänge? Welche Insfusionssets kann ich für meine Insulinpumpe nutzen, welche passen, welche nicht? Wie oft empfehlen Diabetesexperten, das Infusionsset zu wechseln und was muss ich beim Setzen beachten? Und überhaupt und sowieso ;)… Wir haben zu diesem Thema bei Diabetesberater/innen nachgefragt und berichten auch aus eigener Erfahrung (!). Es versteht sich von selbst, dass wir hier keine Therapieempfehlungen geben und ihr euch diesbezüglich bei eurem Diabetologen, bzw. medizinischem Fachpersonal des Vertrauens informieren und diese um Rat fragen solltet.
Wie oft sollte ich das Infusionsset wechseln?
Wie lange ein Infusionsset getragen werden sollte, ist auch in der beiliegenden Gebrauchsanweisung festgehalten. Bei einer Stahlkanüle sind es zwei Tage, bei einer Softkanüle drei Tage. Spätestens wenn die Einstichstelle schmerzt oder gerötet ist, sollte das Infusionsset gewechselt werden. Sollte das mehrfach vorkommen, oder das Material aus irgendeinem Grund nicht vertragen werden, ist es mit einem ständigen Wechsel sicher nicht getan. In diesem Fall sollte man sein Diabetesteam zu Rate ziehen und sich nach verträglichen Alternativen umschauen.
Wenn das Pflaster feucht ist und/oder ein Insulingeruch wahrnehmbar ist, solltet ihr überprüfen, ob der Übeltäter der Katheter oder Schlauch sein könnte, und das Infusionsset gegebenenfalls austauschen.
Was ist beim Setzen des Infusionssets zu beachten?
Diabetesberater/innen empfehlen einen Bereich zum Setzen des neuen Infusionssets auszuwählen, der zuvor nicht gerade erst mit einem Katheter besetzt war, sondern schon etwas geschont wurde. Ihr solltet zwischen verschiedenen (empfohlenen und zugelassenen) Stellen wie Bauch, Hüfte und Gesäß rotieren und ihnen immer etwas Ruhe gönnen.
Am schnellsten wird das Insulin am Bauch resorbiert. Hier wird empfohlen, 3 cm Abstand vom Bauchnabel zu lassen. Generell sollten problematischen Stellen, Verdickungen sowie Leberflecke und Narben ausgespart werden. Vor dem Setzen empfehlen Diabetesberater/innen, die Hände gründlich zu waschen, die Einstichstelle mit Desinfektionsmittel einzusprühen, trocknen zu lassen und nicht abzuwischen, damit der Bereich steril bleibt. Danach kann die neue Kanüle gesetzt werden und dafür sollte man sich auch etwas Zeit nehmen.
Was ist nach dem Setzen des Infusionssets zu beachten?
Wichtig: Entlüften nicht vergessen! Bei vielen Insulinpumpen findet ihr im Menü die Funktion „Infusionssets (Katheter) entlüften“. Darüber sind – je nach Nadellänge – Minimengen an Insulin vorgesehen, etwa 0,4 I.E, welche die Nadel mit Insulin befüllen. Auch bei Patch-Pumpen ist es laut Hersteller ratsam, die Kanüle zu entlüften, sonst könnte Insulin fehlen.
Empfehlungen können in den jeweiligen Gebrauchsanweisungen nachgelesen oder beim Insulinpumpenhersteller und medizinischem Fachpersonal eingeholt werden. Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass als Ursache für hohe Blutzuckerwerte nach einem Wechsel des Infusionssets fälschlicherweise das Infusionsset vermutet wurde, wobei der eigentliche Grund das Vergessen des Entlüftens war. Ärgerlich, wenn das Infusionsset dann grundlos im Müll landet. Das wird über kurz oder lang auch keine Krankenkasse mittragen.
Die Blutzuckerwerte solltet ihr die ersten Stunden nach dem Setzen und Entlüften desInfusionssets strenger beobachten. Kommt es zu Blutzuckerspitzen oder auffälligen Schwankungen, könnte das Infusionsset der Grund sein oder auch der Schlauch, in dem sich möglicherweise Luftblasen befinden. Letztere können bei abkoppelbaren Schläuchen „rausgespritzt“ werden.
Wer die Wahl hat die Qual: Material, Kanülen- und Schlauchlänge
Infusionssets unterscheiden sich etwa im Material der Kanüle. Hier sind persönliche Vorlieben gefragt. Auch der Lebensstil kann hierauf Einfluss nehmen. Softkanülen (Kunststoffkanülen) sind biegsam und bieten Flexibilität. Sie eignen sich etwa für einen aktiven Lebensstil oder auch für Kinder, die viel draußen toben. Stahlkanülen sind dünner und feiner, dafür starr und können nicht so leicht abknicken, einige Diabetiker fühlen sich damit sicherer im Alltag. Das muss jeder individuell für sich herausfinden.
Weiterhin gibt es Infusionssets die abkoppelbar sind, dies hat sich fürs Duschen oder im Sport, etwa beim Schwimmen oder Kraftsport als praktisch erweisen. Die Abkoppelstellen an den Kanülen gibt es in komplett starrer oder um 360° drehbarer Variante. Hier muss man schauen, welche Infusionssets für die Insulinpumpe vorgesehen sind und auch was sich individuell als praktisch für einen selbst herausstellt. Alles hat Vor- und Nachteile: Einige Diabetiker erfreuen sich an der Möglichkeit, ihre Insulinpumpe auch mal schnell abkoppeln zu können, andere wiederum äußerten, dass sich der Schlauch unbemerkt im Sport abgelöst hatte.
Die meisten Infusionssets sind mit einer Schlauchlänge zwischen 30 und 110 cm erhältlich. Abhängig davon, wo die Insulinpumpe am Körper liegt, sollte die Schlauchlänge nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang gewählt werden.
Welche Infusionssets passen zu welcher Insulinpumpe?
Viele Infusionssets nutzen eine so genannte Luer-Lock-Verbindung. Sie haben
ein standardisiertes Gewinde, das in den Adapter jener Insulinpumpen passt, die
ebenfalls eine Luer-Lock-Verbindung besitzen. Obacht jedoch bei MiniMed, mylife
YpsoPump, Accu-Chek Insight, Dana Diabetescare RS/R. Sie haben keine standardisierten
Anschlüsse, Infusionssets mit Luer-Lock-Verbindung passen somit nicht.
Wir haben für euch eine Übersicht erstellt, die alle gängigen Insulinpumpenmodelle und Infussionssets erfasst. Hier könnt ihr euch dran orientieren, welches Infusionssets zu eurer Insulinpumpe passt:
Was meint eigentlich Matthias Steiner zum Eversense XL CGM System von Roche Diabetes Care ? Ich (Steff) hatte hier bereits meine Meinung zum System kundgetan (siehe: Eversense XL – was das System so besonders macht und was man außerdem darüber wissen sollte), umso gespannter bin ich nun ob Matthias Steiner vom Langzeit CGM-System auch überzeugt ist? Wie hat sich sein Alltag damit verändert? Wir haben ihn Löcher in den Bauch gefragt ;).
Update: Zum 1. Februar 2021 wechselte der Vertrieb des Eversense XL von Roche Diabetes Care zu Ascensia Diabetes CareRead more
„CGM interpretieren: Grundlagen, Technologie, Charakteristik des kontinuierlichen Glukosemonitorings (CGM)“ von Dr. Andreas Thomas, Dr. med. Ralf Kolassa, Dr. med. Simone von Sengbusch und Prof. Dr. med. Tomas Danne ist unser Buch des Monats! Auf 233 Seiten, und die braucht es auch, lernt ihr CGM-Daten auszuwerten, zu interpretieren und zu nutzen. Anhand von zahlreichen CGM-Mustern und Fallbeispielen verdeutlicht das Buch, wie viele Erkenntnisse und Details die kontinuierliche Glukosemessung ans Tageslicht bringt, denn Diabetes-Therapie, Lebensrhythmus und das Verhalten der Diabetes-Patienten spiegeln sich in den Messungen wieder.