Kategorie: Allgemein

Kürbis-Fast-Food-Rezepte

Fast-Food-Kürbisrezepte: Zwei Klassiker auf Kürbis-Art

Es gibt schon wieder Kürbis, diesmal als Pommes und Spaghetti! Wir haben diesmal zwei einfache Fast-Food-Kürbisrezepte für euch ;). Es ist ja nun mal Kürbiszeit und die dauert bekanntlich nicht so lange. Also ran an den Kürbis! Das vielseitige Gemüse lässt sich braten, grillen, dünsten, (über)backen, kochen oder einlegen.

  • Kürbis besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist damit ein Sattmacher mit niedriger Energiedichte.
  • 150 g enthalten etwa 34 Kilokalorien und so wenige Kohlenhydrate, dass sie in der Mahlzeit nicht angerechnet werden müssen (na ja kommt natürlich darauf an, wie viel man isst ;)).
  • Beliebt sind die Sorten Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis – auch weil die Schale hier mitgegessen werden kann.
  • Tipp zum Zerteilen: Wenn man den Kürbis bei etwa 100 Grad für ca. zehn Minuten in den Backofen legt, wird er etwas weicher und lässt sich besser schneiden.

Rezept für Kürbis-Pommes oder -Wedges

Für dieses Rezept haben wir Hokkaido-Kürbis verwendet. Butternut funktioniert aber auch.

Wenn du es extra crunchy magst, dann bereite dir vorab noch eine Panade zu: Ein Ei verquirlen, die Gemüse-Sticks eintauchen und dann in eine 50 Gramm Mandelmehl mit 50 Gramm geriebenen Parmesan-Mischung wälzen, bevor sie in den Ofen wandern.

Zutaten:

  • 750 Gramm Hokkaido-Kürbis
  • 3 Esslöffel Öl
  • Gewürze nach Belieben, wir haben Curry, Paprikapulver, Salz und etwas braunen Xucker verwendet

Zubereitung:

  1. Backofen auf 250 °C vorheizen.
  2. Kürbis waschen, halbieren, Kerne herauslösen. Kürbis vierteln und zu Pommes oder Wedges schneiden.
  3. Die Kürbis-Pommes oder Wedges mit dem Öl und den Gewürzen mischen und gleichmäßig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen.
  4. Im Backofen auf der obersten Schiene ca. 15–17 Minuten backen, bis die Pommes leicht gebräunt sind.

Guten Hunger! Dazu können wir diesen zuckerfreien Ketchup sehr empfehlen:

Xucker Xylit-Ketchup – Tomatenketchup / 500 ml Flasche

 

Rezept für Kürbis-Spaghetti

Der Spaghettikürbis ist schon ziemlich faszinierend. Schon beeindruckend, wie sich das Fruchtfleisch während des Backens zu Spaghetti zerfasert. Er lässt sich einfach mit Hackfleisch, Ei, Spinat und Feta oder pur mit etwas Parmesan und Butter zubereiten. Eben wie man seine Spaghetti am liebsten mag. Ich mag ihn am liebsten mit Käse. An dieser Stelle für euch ein Grundrezept:

Zutaten:

  • 1 Spaghettikürbis
  • 1 EL Olivenöl
  • Gewürze nach Belieben
  • Tomatensoße, Käse, Spinat, Feta, …

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Den Kürbis längst halbieren und die Kerne entfernen.
  3. Die Schnittseiten mit Olivenöl, Salz und Pfeffer (oder Kräutern) bestreichen.
  4. Mit der Schnittseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und etwa 50 Minuten backen.
  5. Mit einer Gabel oder einem Löffel leicht über das Fruchtfleisch kratzen und die Spaghetti-Stränge lösen.
  6. Die Spaghetti können direkt in der Kürbisschale weiterverarbeitet werden. Diese kann man später auch direkt als Schüssel (nicht essen ;)) verwenden, um sich den Abwasch zu sparen. Nun ist eure Kreativität gefragt: Entweder die Spaghetti-Stränge mit einer Tomatensoße, Kräutern, Salz und Pfeffer mischen und Mozarella oder Parmesan drüber geben, oder Spinat, Feta und Lieblingsgewürze verwenden. Oder oder oder…
  7. Dann noch mal im Ofen für weitere 10 Minuten backen und die Kürbis-Spaghetti direkt aus der Schale genießen.

Lasst es euch schmecken!

Buchtipp Anpacken statt Einpacken

Buchtipp: Anpacken statt Einpacken – Menschen mit Diabetes erzählen aus ihrem Leben

Kennt ihr schon das Buch „Anpacken statt Einpacken – Menschen mit Diabetes erzählen aus ihrem Leben“? Tatsächlich kannte ich es bis dato noch nicht, obwohl es schon 2014 erschienen ist. Es ist irgendwie völlig an mir vorbeigezogen. Aber glücklicherweise ist es mir nun „in die Hände gefallen“. Ich lese oder höre unheimlich gerne lebensnahe Geschichten, Erlebnisse, Gedanken und Erfahrungsberichte von anderen Menschen mit Diabetes. Ihr auch? Nicht selten findet man sich darin wieder oder bemerkt, dass man einige Dinge mit Diabetes im Alltag komplett anders empfindet, erlebt und handhabt. So soll es ja auch sein, denn wir sind alle Individuen, mit unterschiedlichen Plänen und Zielen.

Die Autorin Nicole Mattig-Fabian (ihr kennt sie sicherlich, sie ist die Geschäftsführerin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe) hat in diesem Buch 30 Kurzporträts von Menschen mit Diabetes zusammengetragen, um zu zeigen, wie ein Leben mit Diabetes gut gelingen kann. Ergänzt werden die Porträts durch medizinische Tipps der beiden erfahrenen Diabetologen Prof. Dr. Thomas Danne (Hannover) und Prof. Dr. Thomas Haak (Bad Mergentheim). 

Inhalt und Aufbau des Buches

In diesem Buch berichten Prominente, bekannte Gesichter aus der Diabetes Community, Kinder, Studenten, Großeltern, Sportler, Blogger, Menschen wie du und ich mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2, wie sie unterschiedlicher nicht sein und leben könnten. Auf 74 Seiten erzählen sie kurzweilig über ihren Diabetes, mitten aus dem Leben: offen, authentisch, emotional und ehrlich. Genau das macht das Buch so spannend und lesenswert.

Mit dabei Udo Walz, der seinen Diabetes auf eine Schockreaktion (Selbstmord eines Freundes) zurückführt, Gewichtheber Matthias Steiner, der sich in seiner Olympia-Zeit über die Gegner geärgert hat, die meinten, das Insulin wäre verkapptes Doping und Diana D., die blind ist und ihr Leben dennoch in vollen Zügen genießt. Lebensstiländerer Hans Lauber kommt genauso zum Zuge, wie ein Diabetologe, der selbst Diabetes hat und sagt, der Diabetes sei so komplex, dass auch er jemanden braucht, der auf seinen Diabetes medizinisch aufpasst und ihn im Selbstmanagement motiviert.

Anpacken statt EinpackenBesonders hervorzuheben auch die Geschichte von Christa Uhlig, die 1937 die Diagnose Diabetes Typ 1 erhielt. Sie erzählt, wie sie durch den Krieg und die Nachkriegszeit kam. Kein Zuckerschlecken im wahrsten Sinne des Wortes: Nach dem Krieg gab es kein Insulin mehr, nur noch ungereinigtes Schweineinsulin, man versuchte aus der Not heraus das Insulin sogar durch Tabletten zu ersetzen, was natürlich nicht funktionierte. Viele weitere Erfahrungsberichte, die ins Staunen versetzen sollen folgen: Etwa wie einer Typ1erin fälschlicherweise der Blinddarm rausoperiert wurde, da man die richtige Diagnose Diabetes Typ 1 nicht gleich erkannte. Aber lest selbst, wirklich sehr zu empfehlen, nicht zuletzt, weil man vieles selbst als Mensch mit Diabetes sehr gut nachempfinden kann.

Ihr lest von Grenzen, Grenzenlosigkeit, von Motivation, Antriebslosigkeit, Ängsten, Depressionen, Vorurteilen, Emotionen, Einsamkeit und Zusammenhalt, Veränderungen, Unsicherheit, Hänseleien und Bestärkung, über Sonderstellung, versperrte Wegen, Einschränkungen, Lebensqualität und Lebensfreude, Wünschen im Zusammenhang und Alltag mit Diabetes Typ 1 und 2.

Die Menschen erzählen von ihren Hobbys und mitten aus dem Berufsleben, von Schwangerschaft, wagemutigen Reisen, Ernährung, Gewichtsproblemen, Klassenfahrten,  Hypos, Ketoazidosen, Leistungssport, Erfahrungen in der Selbsthilfe, von der Pubertät, Alkohol, Familie und Freunden, Folgeschäden, Kortisonbehandlugen, Krankenkassen, die ihre Hilfsmittel nicht zahlen möchten und lassen tief in ihre Seele blicken. Dieses Buch lässt nichts aus.

Auch wenn sie alle so unterschiedlich sind, eins ist den Erzählern aber allen gemein, sie sind Selbstmanager, die vermutlich ohne den Diabetes nicht so wären, wie sie heute sind, aber sich ihr Leben durch den Diabetes nicht vorgeben lassen. Sie machen Mut, sind weltoffen und zeigen, dass man mit seinem Diabetes nicht alleine ist.

Wie eingangs erwähnt werden die Geschichten und Erlebnisse durch Anmerkungen und Tipps von den Diabetologen Prof. Dr. Thomas Danne und Prof. Dr. Thomas Haak untermauert. Dazu ein Zitat aus dem Buch von Thomas Haak, das mir gut im Gedächtnis geblieben ist: „Der Diabetes sollte quasi wie das Virensuchprogramm auf einem Computer im Hintergrund laufen: Es soll da sein, wenn man es braucht, aber im Hintergrund bleiben, wenn man es nicht braucht.“

Hier könnt ihr das Buch bestellen: Anpacken statt Einpacken – Menschen mit Diabetes erzählen aus ihrem Leben

Fazit

„Anpacken statt Einpacken – Menschen mit Diabetes erzählen aus ihrem Leben“ ist ein Buch das Spaß macht, motiviert und Tipps bereithält, auch wenn (und das wäre mein einziger kleiner „Kritikpunkt“) es bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Es beschreibt noch Therapien, die heute glücklicherweise durch modernere abgelöst werden.

Aber die lebensnahen Geschichten und die Erfahrungswerte sind Hauptaugenmerk des Buches und einfach großartig. Die Kinder, Eltern, Studenten, Typ2er, Typ1er mit und ohne Folgeerkrankungen, Spitzensportler, Naschkatzen, Mediziner, Anwälte, Langzeitdiabetiker oder Neulinge auf ihrem Gebiet, … machen Mut und inspirieren mit dem was sie zu erzählen haben. Ich habe gelacht, war entsetzt, überrascht, erstaunt und erfreut beim Lesen der Erfahrungsberichte aus der Diabetes-Community, siehe auch genannte Beispiele oben.

Ein rundum gelungenes Buch, das unbedingt eine Fortsetzung braucht :-).

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CamAPS FX Loop

CamAPS FX – Erste Erfahrungen mit dem Neuzugang auf dem Markt der AID-Systeme

Wir hatten bereits berichtet, dass die Insulinpumpe DANA RS nun über die App „CamAPS FX“ mit dem CGM-System Dexcom G6 zusammenarbeiten kann. Die App für Android-Smartphones verbindet Insulinpumpe und CGM-System zu einem System zur automatischen Insulindosierung (AID). Damit kann die Insulinabgabe automatisch an die Glukosewerte angepasst werden („Hybrid-Closed-Loop“). 

Nun habe ich erste Erfahrungen mit dem System sammeln können, an denen ich euch wie versprochen teilhaben lassen möchte. Vorab möchte ich noch kurz erklären, wie die App funktioniert und welche Komponenten und Voraussetzungen erforderlich sind.

Hinweis: Die CamAPS FX wurde mir für drei Monate unentgeltlich zur Verfügung gestellt, derweil kostet sie ca. 80 Pfund pro Monat (ca. 89,00 Euro) und wird noch nicht von den deutschen Krankenkassen übernommen (Stand September 2020). Dies hindert mich jedoch nicht daran, meine freie und ehrliche Meinung zu äußern. Alle Meinungsäußerungen sind meine eigenen.

Wie funktioniert die App?

Die CamAPS FX App funktioniert auf Android-Smartphones und kann über den Appstore von Amazon heruntergeladen werden. Die App basiert im eingeschalteten Automodus auf einem lernenden Algorithmus (ähnlich wie das Medtronic-670G-System), der die Anwender auf einen Zielglukosewert von 104 mg/dl halten soll. Dazu benötigt die App keine Eingabe der Basalrate durch den Anwender, sondern lediglich vor Inbetriebnahme die korrekte Angabe des Körpergewichtes und die tägliche Gesamtdosis an Insulin.

Die App lernt dann weiterhin im Betrieb, etwa durch die Analyse von kontinuierlichen Glukosemessdaten (CGM), der verabreichten Insulinmengen und Bolusabgaben und durch andere spezifische individuelle Eigenschaften der Insulinwirkung, die Insulinsensitivität einzuschätzen. So kann es die Glukosekonzentrationen „vorhersagen“ und die optimale Insulinzufuhr bestimmen, um dem Glukosespiegel im Zielbereich zu erreichen.

Es besteht jederzeit die Möglichkeit, den Automodus auszuschalten und individuell die Insulinabgabe zu steuern.

Die CamAPS FX App funktioniert…

  • auf Smartphones mit Android 5.0 OS oder höher,
  • mit Dexcom G6 und
  • Dana Diabecare R oder
  • Dana Diabecare RS
  • Es können schnelle oder ultraschnelle Insulinanaloga einschließlich verdünnter Insulinanaloga verwendet werden.

Die maximale empfohlene Entfernung zwischen dem Smartphone mit der CamAPS FX App und dem Dexcom G6 Transmitter beträgt 6 Meter.

Wichtiger Hinweis: Die App von Dexcom G6 kann nicht gemeinsam mit der CamAPS FX App verwendet werden, da der Dexcom Transmitter es nur erlaubt, mit einem Empfänger gleichzeitig verbunden zu sein.

Die App ermöglicht das Hochladen von Daten in die Cloud zur Datenvisualisierung und zur Fernüberwachung.

Erste Schritte: Training und Installation

Das Training und der Support erfolgen ausschließlich direkt über CamDiab Ltd.: www.camdiab.com. Ihr müsst ein Training absolvieren, was Voraussetzung für die Nutzung der App ist. Daraufhin erhaltet ihr dann eine Trainer ID, mit der ihr die App einmalig freischaltet. Die App CamAPS FX könnt ihr einfach vom Amazon-Appstore herunterladen.

Die App kann problemlos mit der Dana Insulinpumpe und dem Dexcom G6 über Seriennummer und Transmitternummer verbunden werden. Nach Eingabe eures Körpergewichts und Eingabe eures Tages-Insulinbedarfs kann es auch schon losgehen. Die Installation gestaltete sich problemlos und ging ziemlich fix und einfach.

Alles im Blick: CamAPS FX App

Hier seht ihr, wie die CamAPS App auf eurem Smartphone aussieht. Ziemlich übersichtlich und ihr habt alles im Blick:

CamAPS FX App

Im Querformat erhält man dann die detaillierte Ansicht:

CamAPS FX Detailansicht

„Zusätzlich zu den Sensorglukosewerten und den Insulingaben zeigt die Grafik die reguläre (vorprogrammierte) Basalrate, Mahlzeiten, Insulin-Bolusgaben, den Glukosezielbereich, hohe und niedrige Glukosebereiche und den Closed Loop Status an, so wiedergegeben, wie Sie es initial programmiert haben. Der Auto Mode Status wird durch einen schwarzen horizontalen Balken am oberen Rand des Diagramms angezeigt (´Closed Loop Statusbalken´).

Der durchgezogene Balken zeigt an, dass der Auto mode läuft (´An´). Der gestrichelte Balken zeigt, dass versucht wird, in den Auto mode zu wechseln (´Suchen´). Das Fehlen eines Balkens zeigt an, dass der Auto mode ausgeschaltet ist (´Aus´) Der Glukosezielbereich wird auf der rechten Seite des Graphen angezeigt. Die gelbe Linie stellt den hohen Glukosebereich (wenn die Warnung ´hoher Wert´ aktiviert ist) und die rote Linie den niedrigen Glukosebereich (wenn die Warnung ´niedriger Wert´ aktiviert ist) dar. Die waagrechte, grau schattierte Fläche stellt den Glukosezielbereich am Display dar und dient der statistischen Berechnung. Die senkrechte, rosa schattierte Fläche markiert den Zeitraum, in dem ´Boost´ aktiviert war.“ (Quelle: Benutzerhandbuch zur CamAPS App)

Statistiken

Man hat auch die Möglichkeit sich Statistiken über einen ausgewählten Zeitraum (täglich, wöchentlich, monatlich oder über die letzten 3 Monate) anzeigen zu lassen.

Boost und Ease-Off: Möglichkeiten bei Krankheit und Sport

Ziemlich praktisch: Die App bietet die Funktionen Boost und Ease-Off.

Boost, wenn mehr Insulin benötigt wird, beispielsweise bei Krankheit oder Stress. Sie kann von 0 bis 12 Stunden und mit individueller Startzeit eingeschaltet werden.

Ease-off, wenn weniger Insulin benötigt wird, beispielsweise bei Sport. Sie kann von 0 bis 12 Stunden und mit individueller Startzeit eingeschaltet werden.

Wenn ich Sport treibe und die Ease-Off-Funktion einschalte, nutze ich diese Funktion in Kombi mit der Möglichkeit persönliche Glukoswerte festzulegen.

Ein persönliches Glukoseziel festlegen

Eine sehr wichtige Funktion wie ich finde, ist das programmierte Glukoseziel von 104 mg/dl (welches im Automode verwendet wird) individuell zu überschreiben. Für den Sport etwa kann ich so meinen persönlichen Glukosezielbereich für ein paar Stunden auf 160 mg/dl erhöhen. Vor Beginn einer Mahlzeit beispielsweise kann ich meinen Glukosezielbereich heruntersetzen. Erlaubt ist ein Glukosezielbereich von 80-198 mg/dl.

Bolusrechner

Mit dem Bolusrechner kann nur ein Einzel-Bolus abgeben werden, es ist kein verzögerter Bolus oder ein Dual-Bolus möglich. Die Bolus-Schrittgröße beträgt 0,1 oder 0,05 Einheiten und ist individuell einstellbar. In den Bolusrechner gebe ich die Kohlenhydrate individuell ein oder wähle aus einer voreingestellten kleinen, mittleren, großen oder sehr großen Mahlzeit aus (kann man individuell anpassen J). Das funktioniert, sehr praktisch, mit einem Schieberegler.

Die voreingestellten Kohlenhydrateinheiten können von Gramm Kohlenhydrate auf ´Kohlenhydrateinheiten´ oder ´Broteinheiten´ (10, 12, oder 15 Gramm Kohlenhydrate) geändert werden.

Alarme

Alarmgrenzwerte, Wiederholungzeit und die Art des Tons können auch geändert und individuell angepasst bzw. an- oder ausgeschaltet werden.

Daten

Mit der CamAPS FX App können Daten in die Cloud hochgeladen werden. Die Daten wie Glukose, Insulin, Mahlzeit, Automode, Boost und Ease-off status werden mit und ohne Automode alle 5 bis 10 Minuten übertragen. Es besteht auch die Möglichkeit die Daten mit der Klinik zu teilen. Dazu ist die Eingabe einer Klinik ID notwendig. Hierzu habe ich allerdings (noch) keine Erfahrungswerte. Auch nicht mit der Fernüberwachung via SMS.

Fernüberwachung per SMS

Die CamAPS FX App ermöglicht eine Fernüberwachung per SMS mit und ohne Automode. Alle in der App eingestellten Alarme und Warnungen werden per SMS an bis zu 5 Follower weitergeleitet.

Ein erstes Fazit

Nun, ich habe bisher nahezu alle Insulinpumpen, CGM- und (DIY-)Loop-Systeme testen dürfen und erlaube mir daher mal ein erstes Fazit, auch wenn ich noch etwas Test-Zeit mit der CamAPS FX App in Kombi mit der DanaRS und Dexcom G6 benötige. Ich war sehr postitiv überrascht von der Benutzerfreundlichkeit dieses Systems. Auch erstaunt darüber, dass die Installation völlig problemlos über die Bühne ging.  Hierbei wird deutlich, dass ich durch DIY-Loop-Systeme schon deutlich mehr technischen Aufwand gewohnt bin. Mit der CamAPS FX App sehe ich Potential für Menschen mit Diabetes, die sich an das DIY-Loopen nicht herantrauen, sei es aus haftungsrechtlichen Gründen oder aus „Angst“ vor zu viel Technik.

Ich bin dankbar und froh, dass es mir zwar nicht ganz so viel Freiheiten und Möglichkeiten bietet wie das DIY-Loopen (etwa eigenen Programmcode/Algorithmen zu verwenden), aber dennoch mehr Individualität und Freiheit als erwartet. Durch das Festlegen von persönlichen Glukosewerten in Kombi mit Ease-Off funktioniert es für mich auch wunderbar im Sport. Ich werden aber noch weiter testen und euch hier und auf Facebook und Instagram auf dem Laufenden halten :).

Kürbisbälle

Blutzuckerfreundliches Fingerfood: Rezept für herbstliche Kürbiskugeln

Es ist wieder Kürbiszeit! Eines unser liebsten Kürbisrezepte sind diese Kürbiskugeln. Perfektes blutzuckerfreundliches Fingerfood, ganz einfach zubereitet. Kürbis, wer liebt das flexible Fruchtgemüse nicht? Kürbisse lassen sich je nach Sorte mit oder ohne Schale verzehren, schmecken sowohl deftig als auch süß zubereitet. Wir haben uns heute für deftig entschieden.

Der Butternut-Kürbis ist meine Lieblingssorte. Das buttrige, leicht nussige Aroma und wie er auf der Zunge zergeht… Mhh, ein Gaumenschmaus! Auch die Kerne vom Butternut-Kürbis sind übrigens essbar und schmecken lecker nach Nuss! Ob roh oder kurz in der Pfanne, leicht gesalzen und angeröstet…Also bloß nicht wegschmeißen. Für das folgende Rezept könnt ihr auch den Hokkaido-Kürbis verwenden. Der eignet sich und schmeckt auch verdammt lecker.

Rezept für Kürbiskugeln

Zutaten:

  • 700 g geraspelten Butternut oder Hokkaido-Kürbis
  • 400 g Mozzarella oder anderen geriebenen Käse
  • 100 g Mandelmehl
  • 3 Eier (Größe: L)
  • Gewürze nach Belieben (ich habe Curry verwendet, schmeckt aber auch mit Salz, Pfeffer, Chilli und Kräutern)

Zubereitung:

  1. Ofen auf 200 Grad Ober-und Unterhitze vorheizen.
  2. Alle Zutaten gut miteinander vermengen.
  3. Teig in Kugeln formen und auf das, mit Backpapier ausgelegtes, Backblech legen.
  4. Kürbis Bällchen für etwa 30-40 Minuten backen.

FERTIG! Guten Hunger!

Weitere Kürbis-Rezepte, die wir euch sehr empfehlen können:

Überfahrener Butternut-Kürbis aus der Mikrowelle (Halloween-Brot)

Deftiger kalorien- und kohlenhydratarmer Kürbis-Datschi

 

AID-Systeme

AID-Systeme – Was ist das und was leisten sie?

Was sind eigentlich diese AID-Systeme (Automatische Insulin-Dosierung) von denen die Diabeteswelt spricht? So was wie ein Closed-Loop-System? Ein bionisches Pankreas, ein geschlossenes Insulinverabreichungssystem, eine automatisierte basale Insulindosierung oder sind das ambulante Pankreasgeräte bzw. künstliche Bauchspeicheldrüsen, die nun immer mehr Typ-1-Diabetiker nutzen?

Es werden so viele verschiedene Begrifflichkeiten in diesem Kontext verwendet, dass das Ganze ziemlich konfus erscheint. Einige Bezeichnungen dieser Systeme sind etwa aus Marketinggründen entstanden, andere aus Unwissenheit. Von „künstlicher Bauchspeicheldrüse“ sollte man beispielsweise besser nicht sprechen, das ist doch zu weit hergeholt. Einen vollständigen Pankreasersatz benötigen wir als Typ-1-Diabetiker auch gar nicht ;): Lediglich die Sekretion von Insulin und Glukagon im Verhältnis zur Glukosekonzentration darf bitte gerne wieder vollständig funktionieren, nicht wahr? Nun, und genau dabei können uns diese AID-Systeme unterstützen (gleich mehr dazu), mehr Lebensqualität schenken, wenn gleich wir auch weiterhin selber mitdenken und agieren müssen und wir auch noch lange nicht von einer „technischen Heilung“ sprechen können.

Terminologie

Die amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) spricht von „Automatisierter Insulin-Dosierung“, kurz AID-Systemen. Dieser Begriff beschreibt diese Systeme am besten, denn auch wenn sich die Systeme im Einzelnen unterscheiden, ist ihnen allen die automatisierte Insulinabgabe gemeinsam. Wir sollten uns auf diesen Begriff einigen, damit nicht jeder andere Vorstellungen und Ziele mit diesen Systemen verbindet und um Missverständnissen entgegen zu wirken. Während die Closed-Loop und AID heutzutage nahezu das gleiche meinen, wird in der Praxis das „Loopen“ in der Regel auf die selbst gebauten Systeme bezogen, während AID sich vor allem auf die zugelassenen, meist kommerziellen Systeme bezieht.

Was sind nun aber AID-Systeme und was leisten sie?

Unter einem AID-System versteht man ein Medizinprodukt, das ein rtCGM-Systems mit einer Insulinpumpe kombiniert, die durch einen Algorithmus gesteuert werden. Der Algorithmus ist auf einem Smartphone, Handheld, CGM-System oder der Insulinpumpe implementiert und sorgt dafür, dass die Insulinpumpe so viel Insulin abgibt, dass die Glukosekonzentration mehr oder weniger konstant bleibt, sprich unsere Blutzuckerwerte im Zielbereich bleiben. Den derzeitig bereits erhältlichen AID-Systemen auf dem Markt liegen zwei Ansätze zu Grunde:  Entweder handelt es sich um ein komplettes System eines Herstellers (z.B. MiniMed 670G) oder um eine interoperable Lösung: Hier werden drei Systeme kombiniert, die einzeln offiziell unabhängig voneinander vertrieben werden. Beispiel ist hier die Insulinpumpe DANA RS in Kombination mit dem Dexcom G6 CGM und der App CamAPS FX (wir berichteten).

Allerdings sei angemerkt, dass die aktuellen Systeme zur Automatisierten Insulin-Dosierung (AID) ausschließlich den nahrungsunabhängigen Insulinbedarf abdecken (man spricht deshalb auch von Hybrid-AID-Systemen oder Hybrid-Closed-Loop-Systemen). Für den Insulinbedarf zu den Mahlzeiten, im Sport oder auch in besonderen Situationen sind wir als Mensch gefragt. 

Mittlerweile gibt es sehr viele mathematische Ansätze (= Algorithmen) zur Berechnung der optimalen Insulindosis unter Berücksichtigung all der Faktoren, die Auswirkungen auf den Blutzucker haben, beispielweise wann war die letzte Mahlzeit, wie viel Insulin ist aktiv, wie hoch ist der aktuelle Glukosewert etc. Viele AID-Ansätze arbeiten beispielsweise mit „Mikro-Boli“, mit denen ein optimales Glukosemanagement erzielt werden konnte. Die Algorithmen sind sehr komplex, unterliegen vielen Sicherheitschecks und werden stetig weiterentwickelt. 

Für die Zulassung von Medizinprodukten ist es wichtig, sich auf einen bestimmten Algorithmus festzulegen. Menschen mit Diabetes, die sich ihre AID-Systeme selbst bauen, können hingegen selbst permanent den Algorithmus individuell anpassen und optimieren. Wir hatten berichtet.

Welche AID-Systeme gibt es?

Die amerikanische Patientenorganisation Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) hat vor geraumer Zeit ein sechsstufiges Entwicklungskonzept vorgestellt, einige der Systeme, wie die Medtronic 640G und die 670G oder auch CamAPS FX sind bereits in Deutschland verfügbar.

Bei den Hybrid-AID-Systemen sind wir also bereits angekommen. Die vollständig geschlossenen AID-Systeme, die auch den Insulinbedarf bei Mahlzeiten abdecken, sind zumindest laut Entwicklungsprozess schon weit fortgeschritten. Weiterhin sind bereits einige bihormonelle AID-Systeme in Entwicklung, die neben Insulin auch Glukagon bei Bedarf automatisch „zu- und abschalten“. Aber hier werden wir uns sicherlich noch etwas gedulden müssen. Die Entwicklung gestaltet sich als recht komplex und ist sehr kostspielig.

Wir warten gespannt, denn eins ist sicher, sie helfen uns ungemein, sind eine große Entlastung im Alltag, auch psychisch und für die Angehörigen.  Ich (Steff) hatte bereits berichtet, wie mein DIY-Hybrid-AID-System mir neue Lebensqualität geschenkt hat 🙂. Aber gleichgültig, ob kommerzielles oder DIY-AID-System: „Loop anschalten oder App runterladen und loslegen“ funktioniert nicht. Damit ist es nicht getan: Ein gutes Diabetesmanagement, Interesse, informiert und up-to-date bleiben, Verständnis für das, was man tut ist Voraussetzung. Die Diabetes-Teams, die Diabetologen müssen fortgebildet werden, denn wir benötigen sie nun gar dringender als je zuvor.

Quellen: https://www.diabetes-technologie.de/bericht-ein-system-zur-automatisierten-insulin-dosierung-aid-was-ist-das/ , eigene Recherche